Es geht Schlag auf Schlag aktuell hier bei mir. Was reisst da ein? Aber das nächste Konzertreview! Natürlich völlig langweilig war ich mal wieder im Colos-Saal (26.02.2026). Schuld waren aber meine Eltern, hatten mir Tickets geschenkt! Aber vielleicht wäre ich auch einfach so hingegangen. Schließlich sollte es gute Musik auf die Ohren geben!
In Mourning
Pünktlich um 19 Uhr ging es mit In Mourning los. Aus Schweden kommend präsentierten sie den kalten Winter da oben gleich mit drei, weißen Gitarren! Im Metal nicht völlig ungewöhnlich, aber irgendwie fiel mir das direkt ins Auge. Aber geht ja nicht um Farben, sondern um Musik hier! Und die Band präsentierte einen schönen, melodischen Death Metal. In ruhigen Phasen, mit Clean Vocals, hatte ich auch etwas Doom vibes. Auch durchaus gute technische Parts waren mit dabei. Mein Negatives wären tatsächlich die pur, hardcore Death Teile, wo nur noch Double Base, Gitarren-Schrammel-Wände und unverständliches Gegröhle zusammen kam. Nicht das das unbedingt schlecht gemacht wäre, aber irgendwie war das "langweilig". Die Abwechslung mit harten und ruhigen Songs und technischen Elementen war viel interessanter! Mehr darauf konzentrieren bitte! Und vielleicht mit dem Soundtechniker reden, der Backup Sänger war total leise und kaum zu verstehen.
Für die "üblichen" Verdächtigen durften natürlich in den Liedern nicht die Gitarren-Soli fehlen (auch der Bass durfte einmal ran) und zumindest ein wenig mussten wir im Publikum auch mal bisle Pommesgabeln nach oben strecken. Etwas überraschender war dann am Ende, als sie meinten sie haben noch einen Song für den Abend ... und dann ein mindestens 10min langes Lied rausgehauen haben! Und glaub die hatten den Namen gesagt, aber ich hab es mir nicht gemerkt. Aber war ein richtig geiles Lied mit allem positiven, was ich oben erwähnte habe, gepackt in ein einziges Lied! Sehr geiler Abschluss! Aber auch wenn bei mir und den anderen Besuchern die Musik durchaus gut ankam, so wirklich ganz wollte der Funke nicht überspringen. Aber zumindest waren wir nach den ca. 45min gut aufgewärmt und eingestimmt auf den Rest des Abends. Im Prinzip ist die Band eine Kombination der folgenden beiden Bands, wir kommen dazu.
Fallujah

(sorry für Bild...)
Nach schneller Umbaupause, ca. 15min, kam die nächste Band auf die Bühne. Direkt von Nashville, Tennessee zu uns nach Deutschland. Und anscheinend gibt es in Nashville keinen Bass! Denn auf der Bühne waren nur der Schlagzeuger, zwei Gitarristen und der Sänger. Erst war ich etwas verwirrt: Haben die Basssaiten auf die Gitarre gemacht und vielleicht noch mit Effekteinstellungen da was angepasst? Aber nein, irgendwie kein Bass dabei. Dabei steht einer in ihrer Mitgliederliste. Auf der anderen Seite ist das Bandfoto nur mit vier Leuten... egal, zum Auftritt!
Von der vorigen Band wurde das gemütliche runtergefahren, dafür der Regler für das Technische weit nach rechts gedreht! Technical Death Metal erfreute meine Ohren. Viele Breaks, Taktwechsel, Synkopischer Sound. Ah ja, genau mein Scheiß! Ob ich die Effekte auf dem eigentlich recht guten Gesang gebraucht hätte, so dass es nur noch ein Rauschen/Krächzen war... eher nicht! Keine Ahnung, was das der Musik gebracht hat. Zwar mag ich progressives Zeug, aber soll auch Sinn machen. Was ich definitiv nicht brauche: Stroboskop Licht! Also ja, ok, das ist ein Effekt in der Lichttechnik und öfters auf Konzerten anzutreffen. Auch hat es hier zur technischen Musik auch prinzipiell gut gepasst. Aber es wurde fast ständig vom Lichttechniker rausgehauen. Ich musste echt teilweise wegschauen, weil es mir zu viel wurde. Licht war eh allgemein sehr dunkel. Dann da reinblinken... nope!
Ansonsten, was kann man erzählen: Sänger sehr aktiv auf der Bühne. Präsent und gute, lockere Ansagen. Die Gitarren waren sehr stark in Lead- und Rhythmusgitarre geteilt und Ersterer hatte natürlich einige Soli. Aber auch die Rhythmusgitarre durfte einmal ran - spätestens hier war klar, dass es kein Bass ist :P Oh, weiß nicht ob es nicht eh logisch ist, aber: Beide Gitarren waren 7-Saiter!
Ansonsten hatten die auch so 45min (vielleicht ein klein wenig länger) Spielzeit, ich war sehr angetan und warm - hatte mitgebangt. Ner Freundin, die dabei war, war es "zu hektisch". Kein Geschmack die Dame :P Ich dagegen hatte schon beschlossen, dass da nachher noch eine CD rausspringt!
Omnium Gatherum
Doch zuerst kam der eigentliche Headliner das Abends, Omnium Gatherum. Wir hatten bei Fallujah das Technische von der ersten Band, nun kam der weg und wir kommen zu einem recht geradliniegen, melodischem Death Metal. Gerne auch mal als
Göteborg Sound bezeichnet (auch wenn die Band aus Finnland ist). Da ich am Anfang die drei weißen Gitarren hingewiesen habe, muss ich hier wohl auch diese "Zebragitarre" des Leadgitarristen erwähnen. Aber ansonsten kam die Band mit viel Energie auf die Bühne und irgendwie waren wir im Publikum auch gleich dabei. Großen Anteil hatte auch der Sänger, der viel über die Bühne sprang and Power verbreitete. Auch sein körperlicher Einsatz schon beim ersten Gitarrensolo, wo er sich neben den Gitarristen gelegt hat, um ihn abzulenken(?) muss gewürdigt werden. Das ganze von ihm im besonderen! Denn ich hatte bemerkt, dass die Band alle so Westen an hatten, mit verschiedenen Nummern. Und interessanterweise hat die 003 gefehlt. Das klärte dann die 001/Lead Gitarrist auf: Ihr eigentlicher Sänger ist leider erkrankt (sie haben es nicht im Detail am Konzert gesagt, aber ich hab es mal ergoogelt: Leider beschissener Krebs! :( ) und das ist nur ein Ersatzsänger! ... Wirklich? Der hat das gerockt wie nochmal was! Hoffe der eigentliche Sänger wird wieder soweit fit, dass ich die mal vergleichen kann!
Zurück zur Musik. Aber so viel ist nicht zu erzählen. Einfach guter Death Metal mit Spaß und Energie. Und wir im Publikum mussten ordentlich mitmachen. Anfeuerungen der anderen Bands waren sehr spärlich, wenn überhaupt vorhanden. Hier mussten wir doch bisle Einsatz zeigen. Das machten wir gerne, denn die Stimmung war gut. Das auch nicht nur bei uns, sondern auch auf der Bühne. Es wurde gescherzt und endlich hat eine von den Bands auch mal mal ein Bier getrunken. Das gute Deutsche Bier hat ihnen anscheinend gut geschmeckt und auch sonst konnten sie mit Deutschkenntnissen glänzen, als der Gitarrist alle Leute vorstellte: Mit "Schnauzbart" wurde der Schlagzeuger vorgestellt; ihr könnt euch vorstellen, wie er aussah ;) Ich hab übrigens gerade nicht "Band" geschrieben, wer vorgestellt wurde. Es wurde auch noch ihr Stagehand und Sound- und Lichttechniker erwähnt. Immer schön zu sehen, dass diese Leute auch honoriert werden.
Zum Schluss ging die Band dann von der Bühne, aber kamen natürlich nochmal für eine exzessive Zugabe auf die Bühne. Als es wirklich Schluss war, lies sich die Band noch recht ausführlich auf der Bühne feiern, bevor sie dann auch noch am Merchstand ein wenig für Selfies zur Verfügung standen.
Ich hatte mich aber da zugegeben zu Fallujah aufgemacht für ne CD, TShirt und noch bisle Smalltalk mit dem Sänger.
Auf jeden Fall war es ein lustiger Abend mit guter Musik von allen Bands und Empfehlung die auch mal Live zu besuchen. Ich war am nächsten Tag irgendwie verdammt müde auf Arbeit, aber war es wert! ;)