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08.02.2026 13:34 Uhr   #301
Es ging mal wieder ins übliche Colos-Saal für ein wenig Livemusik. Allerdings diesesmal verdammt Anspruchsvoll: 5(FÜNF) Bands standen an einem Mittwoch Abend auf dem Programm! Manchmal denke ich schon bei drei Bands, dass der Abend voll ist. Hier wird es noch schlimmer. Wir haben also harte Taktung vor uns.

Einlass 18 Uhr, Beginn 18.15 - natürlich sehr pünktlich, wir haben ja was vor - betritt die erste Band die Bühne:

Lady Ahnabel kommen aus Frankreich und machen - laut dem Link - Heavy Metal/Hard Rock. Ich würde auch noch Elemente von Power Metal hinzufügen wollen. Aber vielleicht ist das auch nur das Liveerlebnis. Ich bin auf jeden Fall überrascht, dass es die Band erst seit kurzem gibt und irgendwie keine weitere Bands angegeben werden. Denn zumindest Sängerin und Gitarrist sind nicht mehr wirklich 20 und hätte erwartet, dass die schon einiges an Erfahrung haben. Denn ihre Bühnenpräsenz und Instrumentalisierung ist sehr gut und irgendwas muss da noch im Hintergrund sein...
Aber ich schweife ab, kommen wir zum Auftritt: Das erste Lied war schrecklich! Lag nicht an der Band, sondern die Abmischung war schlimm! Ich habe eigentlich nichts von der Sängerin gehört, Gitarren und Schlagzeug meiner Meinung nach übersteuert und zu laut... Brr, nicht gut! Die Dame wurde dann hochgedreht und zumindest ab zweitem Lied habe ich dann auch Gesang gehört. Vielleicht hat es auch geholfen, dass das erste Lied auch mit ihr härtestes Stück war, dass sie gespielt haben. Die ruhigeren Phasen in den weiteren Liedern kam dem Gesang entgegen. Immerhin hatte man was zum gucken, die Dame hat sich da auf der Bühne herumge"schlängelt". Und bevor wer was falsches denkt: Nein, es war nicht Lasziv! Eher so allgemeine, eher Metal untypische Bewegungen. Die Dame könnte ne gute Tänzerin sein ;)
Ansonsten wurde ein wenig zum Mitmachen aufgefordert - natürlich - und bisle geklatscht und ge"Hei"t. Aber auch wenn das Publikum da mitgemacht hat, es kam zumindest mir vor, dass es eher halbherzig war, Band unterstützend, aber nicht wirklich "von Herzen" (philosophisch gemeint). Entsprechendes Fazit für den ca. 30min Auftritt: War ok, nachdem der Sound besser wurde, aber auch nicht arg beeindruckend! Aber Abend hat begonnen.

Nach flotter 15min Umbaupause kam die nächste Band:

My Own Ghost. Aus dem kleinen Ländchen Luxemburg - ich erwähne das bewusst - kommt hier der "ruhige" Part des Abends, denn die Band ist eher im Hard Rock zu verorten und kann euch keinen Metal-Archives Link geben, denn sie sind keine Metalband ;) Das sie eher rockig sind, konnte man auch direkt am Gitarristen sehen, der in einem Cowboy-Outfit auf der Bühne stand. Ja, auch Lemmy hat hin und wieder Cowboy Hut getragen aber der ist da eher Ausnahme! Auf der Seite erwähnen sie zwar auch Pop und elektronische Einflüsse, aber anscheinend für diesen Auftritt wurde das ziemlich runtergefahren!
Die Soundmischer haben auf jeden Fall ihren Job gemacht und wir hatten hier sofort super Sound, leiser abgestimmte Instrumente und die tolle Stimme der Sängerin kam direkt richtig gut durch! Vielleicht kam auch deshalb direkt gute Stimmung auf. Entsprechend wurde Mitsingen und -klatschen auch deutlich "euphorischer" ausgeführt. Ich schreibe das in Anführungszeichen, weil ja, man war dabei und und es wurde gut warm, aber wir haben noch keinen "omg wie geil war das denn??" Zustand.
Im Prinzip war das jetzt schon das Fazit, aber möchte noch erwähnen, dass anscheinend der normale Drummer nicht konnte und ein befreundeter Schlagzeuger eingesprungen ist und das sein zweiter Auftritt mit der Band war. Bei einem Lied, das mit einem Gitarrensolo startete, kam es mir leicht neben dem Takt vom Schlagzeug vor. Vermutlich lag es genau daran. Aber ansonsten wirklich gute Arbeit von dem Herren! Spontane Instrumentaleinsätze sind immer so ne Sache und er hat seine sehr top gemeistert!
Alles in Allem - also doch nochmal gesondertes Fazit - ein schöner Auftritt, uns im Publikum wurde in den 30min Spielzeit wärmer und waren bereit für die nächste Band.

Wieder ging es schnell und 15min später kam nach dem "ruhigen" Part nun das Geknüppel!

Cold Snap aus Kroatien betraten nun die Bühne. Harter Nu-Metal wurde uns direkt von Sekunde Eins in die Gehörgänge geblasen. Und falls ihr auf den Link geklickt habt, muss ich euch enttäuschen: Leider hatte die Band nicht diese Outfits an, sondern waren "normal" eher in dunkler Kleidung unterwegs. Aber Äußerlichkeiten ignorierend sind Cold Snap schon seit über 20 Jahren auf Bühnen unterwegs, haben viel Erfahrung (laut Webseite über 400 Konzerte) und schafften es eigentlich sofort, dass Stimmung im Publikum aufkam. Großen Anteil daran hatte auch der sehr aktive Sänger, der mit seiner Bühnenpräsenz sofort unsere Aufmerksamkeit erhielt.
Wie gesagt ging es hier härter zur Sache. Entsprechend flogen schnell die Köpfe und Haare und der Körper fängt mehr an sich zu bewegen, als nur ein wenig Klatschen. Das mussten wir sowieso nicht so viel, viel mehr mussten wir mitgrölen und prinzipiell wurden wir auch zum Headbanging angeleitet - obwohl wir das ja bereits gemacht haben. Als dann ein Song namens(nicht 100% sicher gemerkt) "Moshpit Destruction" kam, habe ich und auch ein paar Kumpels kurz geguckt, ob da jetzt tatsächlich einer losgeht. Denn wir standen ziemlich weit vorne und Mittig, wo normalerweise die Moshpits abgehen. Aber die Leute waren zwar fleissig am headbangen, aber Moshen gab es nicht. Das fand der Sänger dann auch nicht so toll und gegen Ende des Sets machte er sich dann mitten ins Publikum auf und wollte einen Circle Pit um ihn herum. Das passierte auch, aber normalerweise ist ein Circle Pit eine Actionreiche Aktion auf engem Raum. Aber es war nicht soooo voll im Colos und die Leute, die nicht mitrannten, machten Platz und ... naja, ich meinte dann zu nem Kollegen "wenigstens habt ihr jetzt bisle Sport gemacht" und anderer Kommentar war "der kleine Circle Pit will aus der Kinderabteilung abgeholt werden!". Der war nicht sehr beeindruckend.
Aber das mal ignorierend war es ein exzellenter Auftritt, mit toller Stimmung und Nackenaction und wem jetzt im Publikum noch nicht warm war, kann ich auch nicht mehr helfen. Groß umfeiert ging die Band von der Bühne.

Ihr erratet es: Cold Snap haben 30min gespielt und 15min Umbaupause gab es bis zum Co-Headliner - wobei die weiterhin auf dem vorgezogenem Schlagzeug und entsprechend kleinem Raum spielen mussten:

Uuhai sind glaube die erste Metalband aus der Mongolei, die ich je gesehen habe! Und weil ich den Platz erwähnte: Neben der Standard-Metal-Besetzung - Sänger, Schlagzeug, Gitarre, Bass - gab es noch einen Percussionist (hauptsächlich zwei große Trommeln) und zwei Leute mit Pferdekopfgeigen! Die meisten auch in traditonellerer Kleidung. Es war also voll auf der Bühne. Und diese Geigen habe ich auch noch nicht in Verbindung mit Metal gesehen. Zudem sind die beiden Geiger wohl auch allgemein Profis in mongolischer Musik und steuerten auch noch Kehlgesang (in Mongolien charchiraa genannt) bei. Das gibt der Band einen gewissen, eigenen Sound. Und der wusste zu gefallen!
Nach dem vorigen hartem Geknüppel jetzt eher Heavy Metal mit "Folk" Einflüssen kam gut an und regte zum Tanzen ein. Wir im Publikum mussten sehr viel mitsingen, klatschen und anfeuern. Ich bin auch irgendwie "belustigt", dass sie auch ihren Bandname da genutzt haben: UUH - HAI kann man richtig gut mitgrölen. Aber grölen war nicht alles, was wir mussten: Ein sozusagen Klassiker im Metal/Rock ist desöftern, dass (meist) der Sänger etwas einfaches vorsingt und das Publikum das nachsingt. z.B. "HEEEEEI-OOOOH" und das "HEEEEI" ist in einer höheren Tonlage, als das "OOOOH". Und das wird dann gerne mal komplexer. Sowas mussten wir "andauernd" machen. Lag vielleicht auch an Sprachhindernissen. "Thank you! ... Next song!" war so der Hauptteil, was der Sänger uns mitteilte. Einmal hat der Bassist ein wenig mit uns auf Englisch gesprochen "...we will be back in Germany! ... if you buy our CD at the merch table! ;)" (wir kommen darauf zurück). Aber ansonsten lies die Band Musik sprechen.
Und das war sowas von OK für mich und wohl auch den Rest des Publikums. Einfach coole Musik mit traditionellen Einflüssen, Folk-üblicher Tanzspaß gute Bühnenpräsenz, mega geil! Da konnten auch kleine, technische Probleme mit einer Geige aufkommen, ohne das wir den Spaß verloren. Etwas verwirrt hat mich der Sänger, denn der kam mit - was ich dachte - einer Flöte auf die Bühne und dachte der spielt dann mal noch was. Aber anscheinend war es keine Flöte? Denn er hat damit am Anfang viel rumgefuchelt, dann an seinen Mikrophonständer gehängt, dann ignoriert, am Ende wieder in die Hand genommen - "ah, jetzt kommt der Flötenpart" - aber doch nur wieder rumgefuchtelt und dann der Auftritt rum! Ja, der Auftritt war toll, aber irgendwie muss mir das Ding wer erklären... Egal! Super Auftritt und Spaß gehabt! Mongolei kann Metal bestätigt!

Nun wurde endlich die Bühne etwas freigeräumt - zweites Schlagzeug weg und so - aber ging schnell von statten und das große Finale stand an!

Nanowar aus Italien machten sich mit humorvollen Metalsongs - gerne als Cover - einen Namen und gelten als großartige Liveband. Ich kenne die Band und hab auch ein paar CDs, aber Live noch nie gesehen. Daher mal schauen, ob sie das einhalten konnten! Spoilers: JA!
Erste Reaktion für Leute, die die Band nicht kennen: "Ich dachte, dass ist eine Metal Band? Warum haben die so komische Kostüme und Perücken an?" Na, das ist Nanowar! Die haben Spaß und machen Blödsinn! Ich meinte ja bei Uuhai, dass die kaum Ansagen gemacht haben. Bei Nanowar gehört es dazu, dass viel geredet wird und dumme Sprüche gemacht und/oder Witze erzählt werden ("Can you tell us a joke?" - "Please talk to my lawyer!"). Dazwischen werden Lieder gespielt, die meist den gleichen Stil haben, wie andere Bands, aber andere - meist sehr bescheuerte - Texte. z.B. wurde hier am Abend "Pasadena 1994" gespielt, das Anspielung/Stilistisch an die Lieder von Sabaton erinnert. Oder "Norwegian Reggaeton" ist im Prinzip eine Metalvariante von Despacito (ja, DER Song!). Und mal den Blödsinn beiseite: All diese Stile authentisch und in hoher Qualität und auch meist noch mit Show auf der Bühne rüberzubekommen ... das sind einfach Profis!
Dazwischen lernen wir etwas Italienisch - natürlich - aber singen auch mal auf Deutsch über den Schwanzwald (nein, kein Tippfehler, sorry! und "Bitte sprechen sie mit meinem Anwalt!"). Dann lernen wie man mit den Füssen den Boden klatscht - und nein, es ist nicht hüpfen irgendwie - und singen natürlich viel mit. Einfach herrlich! Kurzweilig! Blödsinn! Und einfach Spaß! So muss das sein! Es ist zum niederknien! ... was wir natürlich zum Abschluß auch gemacht haben; haben noch gemeinsam (zu Odin) gebetet.
Hier kurz mal noch zum Publikum: etwas links vor mir mir war ein Mann, der ziemlich Groß, Breit ... und "Tief" war. Und irgendwie hatte er Angst beim Knien nicht mehr hochzukommen oder so, deshalb ist er nur etwas in die Hocke gegangen und da hat seine Hose und T-Shirt nicht mehr ganz mitgespielt wennsiewissenwasichmeine. Und eine Dame die mehr oder weniger hinter ihm (also auch direkt bei mir) war, hätte sich gerne hingekniet aber die Positionierung und Blickwinkel... nunja ;)
Aber danach war dann das letzte Lied verklungen! Schluß war allerdings noch nicht ganz: Die ganze Band ging in den Zuschauerraum und führte das Publikum ... in eine Polonaise! Man, ich weiss nicht, wann ich das letzte mal eine Polonaise gemacht habe. Normalerweise entferne ich mich da dann ganz schnell aus der Menge, aber die Stimmung war gut und eine "Metal"polonaise(der Song dazu war tatsächlich irgendein normaler Popsong) macht man ja nicht so oft. Also mitgelaufen. Keine Ahnung, was mich geritten hat!

Schön war's!
Das Negativste war etwas, was ich noch erwähnen wollte: Uuhai waren geil und ich wollte so ganz am Ende - ich hab normalerweise keine Lust CDs/Shirts während des Konzerts herumzuschleppen - noch Merchendise von denen Kaufen: "CDs sind leider alle weg! T-Shirt nur noch in M" ... also kein Uuhai Material mein eigen. Ich werd aber vermutlich zumindest das Album online kaufen!
Entsprechend nur ganz langweilig noch ne CD von Nanowar, die ich noch nicht habe, gekauft und noch von My Own Ghost. Die haben mich auch sehr positiv beeindruckt. Prinzipiell auch Cold Snap. Allerdings waren die und ihr Merch schon weg (und ob ich wirklich ne Nu-Metal CD gekauft hätte... ;) ) und Sorry an Lady Ahnabel, aber hat mich nicht CD-Kauf-Technisch überzeugt.

Aber das war der lange Abend! Fünf Bands, aus fünf verschiedenen Ländern und prinzipiell fünf verschiedene Musikstile. Wahnsinn! Um genauer zu sein: Wahnsinnig Toll!
Und nächsten Tag wieder früh raus :( Hat aber gelohnt!
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