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04.01.2026 21:39 Uhr   #297
Die Videospielbranche ist heutzutage eine globale Angelegenheit. Es wird überall auf der Welt gedaddelt und natürlich werden auch überall an Spielen entwickelt. Das war einmal eher eine "westliche" Industrie, aber inzwischen überall über die Erde verteilt. Natürlich auch inzwischen China ein immer größer werdener Markt; sowohl als Zielgruppe, als auch Hersteller. Für einen kurzen Blick in die immer größere Spieleindustrie in China kann ich z.B. dieses Video empfehlen.
Aber eigentlich ist das nur am Rande. Wenn "überall" Spiele entwickelt werden, dann ist natürlich auch Deutschland da ein Standort! Es gibt hier einige Entwicklungsstudios, die weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt sind. Die Größten sind vermutlich Crytek mit ihrer Farcry/Crisis Serie und auch ihrer CryEngine als Spiele-Engine. Mit Letzterer wurde eines der besten Spiele des Jahres 2025 entwickelt: Kingdom Come: Deliverance II. Hat etliche Nominierungen für Preise bekommen, allerdings wurde meist jemand anderes Ausgezeichnet.
Oder auch Daedalic Entertainment mit ihren verschiedensten Point-Click-Adventures ist sehr bekannt. Allgemein eines der wenigen, größeren Studios, die sich noch um dieses Genre kümmern. Wobei ihr letztes veröffentlichte Spiel Der Herr der Ringe: Gollum komplett von Kritikern und Spielern zerissen wurde. Aber auch so ist man bekannt :P

Eines der ältesten, deutschen Spielestudios ist Blue Byte. Inzwischen (wie so viele andere auch) gehört es zu Ubisoft. Aber vor allem wurde das Studio bekannt mit ihrer Serie Die Siedler (eng. The Settlers). Ein strategisches Aufbauspiel mit dem berühmten "Wuselfaktor" (das hat sogar eine Wikiseite!). Von der Serie gibt es inzwischen ... ähm, ja, keine Ahnung, wie man das zählen will. Wir nehmen mal Acht Hauptteile.
Zwischen dem siebten und achten Teil gab es eine große Pause: 2010 -> 2023. Und nachdem der siebte Teil in der Szene sehr gut ankam, war der Achte dann sehr enttäuschend. Neben anderen Problemen kam auch etwas wieder auf, das schon öfters in der Siedler-Geschichte für Kritik gab: Das Spiel 2023 war eher ein Echtzeit-Strategiespiel, als ein Aufbauspiel. Und auch der erwähnte Wuselfaktor kam viel zu kurz. Es half natürlich auch nicht, dass noch während der Entwicklung bekannt wurde, dass der "Erfinder" des ursprünglichen Siedler, Volker Wertich, nach langer Zeit (im Prinzip seit Siedler III nicht involviert) wieder an Bord wäre; aber nach berühmt berüchtigten "kreativen Differenzen" doch sein Engagement zurückzog.
Aber es gab da auch was positives: Denn Volker Wertich kündigte kurz nach Veröffentlichung vom achten Siedler Teil an, dass sein aktuelles Studio an einem Spiel arbeitet, dass sich an den alten Siedlern orientieren wird und es auch wieder gewuselt würde! Der Name: Pioneers of Pagonia.

Da auch ich anno dazumal Die Siedler gespielt habe und mich das interessiert hat, habe ich mich auch für die Beta angemeldet gehabt. Habe also auch irgendwo 2024 im Early Access gespielt. Allerdings war ich da nicht sooo viel aktiv. War irgendwie nur eine zufällig generierte Karte und ich war etwas überfordert mit dem Wirtschaftssystem. Da gab es dutzende Sachen die aufeinander aufbauen und man hat sich nicht wirklich zurecht gefunden, was man denn als erstes baut und was irgendwo gebraucht wird etc.
Aber: hab mein Auge noch ein wenig auf das Spiel gehabt; mal schauen, was daraus wird. Und am 11. Dezember 2025 wurde dann das Spiel in Version 1.0 veröffentlicht. Ein wichtiger Part davon war, dass es jetzt nicht nur irgendwelche Zufallskarten gibt, sondern auch eine Kampagne. Auch wurde in den Reviews erwähnt, dass man jetzt nicht mehr von allen Ressourcen erschlagen wird, sondern die langsam freigespielt werden. Diese Hinweise liesen mich überzeugen: Ok, ich kaufe das Spiel jetzt!

Ja, all der bisherige Text ist nur Vorarbeit zu einem Spielereview ;)

Aaaaalso. Das Spiel ist, wie gesagt, Aufbaustrategie und Wirtschaftssimulation. Und "jetzt" ist es so, dass man nicht alles sofort bauen kann, sondern muss sich Dinge freischalten. Ganz am Anfang kann man nur einfache Lager bauen, die dann loses Holz und Steine sammeln. Damit kann man erste Gebäude bauen, wie einen Holzfäller oder einfache Wohngebäude für die Pioniere. Aber dann kann man "hochrüsten": Statt einfachen Steinen werden von Spezialisten nun Steinblöcke hergestellt. Oder in einem Sägewerk werden die Baumstämme aus dem Wald zu Holzbalken gemacht. Damit kann man bessere Gebäude bauen.
Erstes Eisenerz und Kohle wird im Tagebau abgebaut und in einer Schmelzerei zu Eisenbarren veredelt. Damit kann man nun Schwerter für bessere Krieger herstellen; bis dahin müssen die mit Holzspeeren arbeiten.
Und so weiter und so fort. Ich möchte hier nicht die kompletten Wirtschaftsbäume beschreiben. Zudem gibt es ja noch "Sonder"gebäude. Wie Handelsposten, in denen man mit Nachbarn Handel treiben kann. Oder Schatzsucher, die in Ruinen nach kostbaren Funden graben. Deine Bewohner müssen auch Essen. Also sollte man Getreidefarmen anlegen oder Fischereien bauen. Und die Arbeit in den Minen ist harte Arbeit; da brauchen die Arbeiter spezielle Stärkungsmahlzeiten, die nur ein Proviantmacher herstellen kann. Und irgendwer muss das ganze auch noch von Gebäude zu Gebäude tragen.
Und... ich höre mal in der Richtung auf. Man sieht aber: Es wird komplex! Wenn man etwas vernachlässigt brummt die Wirtschaft einfach nicht mehr. Ich weiss nicht, ob es möglich ist sich in irgendeiner Form komplett "zu blockieren", weil man irgendwas nicht mehr hat. Ich muss zugeben, einmal dachte ich das; bzw. die Methode zum weitermachen wäre total nervig und langwierig gewesen. Da hatte ich dann keine Lust mehr und hab die Runde neu gestartet.

Aber das ist so das große "Problem" und der große "Vorteil" des Spiels: Es ist manchmal durchaus Wartezeitlastig. Man kann die Spielgeschwindigkeit auf bis zu x5 hochschrauben, aber ich war eigentlich fast nur auf Normaltempo. Hat auch mal was gemütliches. Zumindest auf der Schwierigkeitsstufe, die ich gespielt habe, kam auch kein Stress mit Gegnern oder Zielen auf. Spiele jetzt aktuell nochmal mit höherer Schwierigkeitsgrad, das ist vielleicht etwas "schneller" aber geht noch.
Es kann aber auch mal nervig werden! Beispiel: In einer Karte musste man alle gegnerischen Lager zerstören. Und die Lager waren wirklich ins die hintersten Ecken der Karte geschoben worden. Sehr nervig, aber gut. Es wurde aber schlimmer: Man kann nur in seiner eigenen Region Gebäude bauen und diese Zone natürlich auch vergrößern. Soldaten können aber bis zu einer gewissen Reichweite beliebig über die Karte laufen. In dieser Karte habe ich das letzte Lager mit einem direkten Angriff meiner Soldaten zerstört. Auch ein Boss war da vor Ort, hat aber nur wenig Gegenwehr gegeben. Ich so: "Puh, endlich diese Karte geschafft!" ... leider nein: Dieser Boss hat ein magisches Artefakt dabei gehabt, das ich untersuchen muss. Ich kann aber dieses Artefakt nur aufsammeln, wenn auch mein Gebiet so weit ausgebreitet ist! Und wenn es aufgesammelt werden kann, dann muss ein Träger kommen und es dann zu einem speziellen Gebäude zur Untersuchung tragen. AAARGGGHH! Das war der Fall von x5 Geschwindigkeit und Toilette gehen und einfach warten ... das Spiel war eigentlich gelaufen, keine Feinde mehr, alles rum. Ich hab keine Ahnung, welchen Entwickler ich eins über die Rübe geben muss für diese sinnlose Aktion! Das hätte man in der Story dann erzählen können.

Was vielleicht mal dazu führt: Worum geht es denn in der Kampagne? Nun, Pagonia war eine vielseitige, friedliche Welt mit verschiedenen Nationen, die Handel getrieben haben. Natürlich gab es kleinere Reibereien, aber prinzipiell war alles recht gemütlich. Doch dann kam plötzlich ein Nebel auf. Und die Welt wurde zerstört und ausseinander gerissen in kleinere Inseln. Durch den Nebel ist Navigation auf dem Meer nahezu unmöglich! Doch "ihr" Pioniere des Schiffes Venture habt ein Artefakt gefunden, dass den Nebel lichten kann. Deshalb brecht ihr nun auf, andere Inseln zu finden und herauszufinden, was eigentlich passiert ist.
Das man von Insel zu Insel fährt "erklärt auch" weshalb man immer mehr oder weniger von vorne mit seiner Siedlung anfangen muss. Kann auf dem Schiff ja nicht alles mitnehmen.

Ich hatte ja die Kämpfe und Gegner erwähnt. Es gibt hier eine vielzahl von verschiedenen Kämpfern. Generische Soldaten bis hin zu mächtigen Zauberinnen. Ähnlich wie die Gebäude und Upgrades muss man hier auch darauf achten, was die Gegner sind und welche Kämpfer am besten dagegen setzt. Wobei das ein wenig im Laufe der Karten verloren geht. Es gibt Krieger, die super sind "gegen Werwölfe". Die Werwölfe gibt es aber nur in einem Level der gesamten Kampagne! Man kann die natürlich auch gegen andere Einheiten einsetzen, aber da fehlt dann der Bonus. Auch die "bösen Pagonier" kommen nur ein einziges Mal vor. Für die Szenariokarten ist das vermutlich wieder interessant, aber die Kampagne hätte gerne mehr Variation an Gegnern gehabt. Es ist da im Normalfall "Diebe und X" und X variiert. Hätte man mehr draus machen können.
Was auch allgemein für Kämpfe von Kritikern moniert wird ist, dass man da einfach nur Soldaten irgendwo hinschickt und die hauen sich mit dem Gegner dann halt die Köpfe ein. Aber man kann keinen näheren Einfluss nehmen. Aber ich überlege, ob das nicht eh die original Siedler-Idee war. Hier hat man auch nicht viel gemacht im Kampf. Daher kein Problem für mich; wie obig gesagt: Wir wollen hier kein Echtzeitstrategie, sondern Wusel-Aufbau! Wenn ich was "jetzt", wo ich auf höherem Schwierigkeitsgrad spiele, monieren muss: Gerade in den früheren Karten hat man z.B. Wachtürme, da können maximal 10 Soldaten rein. Und dann soll man Gegnerische Lager mit 20 Kriegern besiegen. Auf "Schwierigkeit: Einfach" hat das gut geklappt. Aber nun muss man seinen Wachturm dreimal hintereinander auffüllen, um endlich durchzukommen. Oder - was ich auch manchmal mache - mehrere Wachtürme nebeinander bauen. Ich vermute, auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ist es noch schlimmer! Das ist irgendwie nicht ausbalanciert und nur nervig.

Ich bin, wie gesagt, durch und spiele gerade auf höherem Niveu durch. Das sollte schon zeigen, dass mir das Spiel sehr viel Spaß macht! Ich denke, diese "Freischaltung" für höhere Gebäude kommt mir sehr entgegen. Ich bin ja eigentlich kein großer Planer. Aber ich gehe davon aus, dass es da Fans von Aufbaustrategie gibt, die sich da in Perfektion versuchen können mit all den Materialien und Wirtschaftskreisläufen. Grafisch ist es jetzt nicht absolut herausragend, aber man kann schon tief in die Karte hereinzoomen und die generellen Bewegungen der Pioniere beobachten, wenn man will. Die Story ist in Standbilder gemacht, vielleicht hätte man ein wenig 3D bzw. Animation machen können.
Musik/Sound: Äh ... ja, also es gibt im Prinzip keine Sprachausgabe, sondern nur Text. Das was als "Sprache" interpretiert werden kann ist eher Steinzeit-Grunzgeräusche: "hey!" "oho!" oder sowas. Musik ist vielleicht etwas Fahrstuhlmusik im Hintergrund, aber nichts, worüber man reden braucht. Man kann hören, wie Bäume gefällt werden oder wenn Schwerter aufeinander krachen und das passt mehr für das allgemeine Spielsystem.
Denn eigentlich ist das alles nicht so wichtig. Man wollte ja kein Spiel haben dessen herausragende Eigenschaft "high-end Grafik und epischer Soundtrack" ist, sondern ein eher gemütliches, aber komplexes, Aufbauspiel. Ziel erfüllt muss ich sagen!

Jeder der früher gerne Die Siedler gespielt hat, sollte sich dieses Spiel definitv mal anschauen! Macht sehr viel Spaß und für Freunde von Aufbaustrategie gibt es viel Optimierungsmöglichkeiten, wo man sich austoben kann.
Vielleicht aus Nostalgiegründen möchte ich eine recht hohe Wertung geben: 8/10! Vielleicht spiele ich mal noch ein paar Szenarien zum prüfen, ob es da Pluspunkte! Aber: Kaufempfehlung!
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