Es ging mal wieder ins Colos-Saal für ein Konzert. "Heute" war ordentlich auf die Fresse geplant und Death Metal angesagt. Aber erstmal kurz was dazu, als ich ankam:
Also meine letzte Erwähnung vom Colos-Saal war
im April. Und ich könnte schwören, damals gab es vor der Bühne noch keine
Bühnengitter; aber wir hatten sie jetzt! Haben die Angst, dass jetzt beim Death Metal ordentlich abgeht? Also ich war schon bei entprechenden Konzerten da und da gab es das nicht. Komisch... hatte aber noch anderen "nutzen", wie ich herausfand: Die Fotografen sind vor die Gitter gegangen, um ihre Bilder zu machen. Ich hab auch Bilder gemacht, da ich aber ja nicht akkreditiert bin, sondern das immer Privat mache, hab ich das nicht genutzt. Bekommt also die üblichen Hinterköpfe oder so. Oh, wenn mein Text hier nicht interessiert,
hier findet ihr die Bilder.
Ansonsten war vor dem Konzert noch sehr leer und wirklich voll wurde auch am Ende nicht. Sehr lockere Staffelung. Death Metal ist wohl nicht so Massentauglich ;)
Auch muss ich jetzt schon mal das Merchandise erwähnen. Ich kaufe ja bekanntlich immer erst am Ende was, aber mal einen Blick riskieren. Und ... puh! Also gut, dass Konzert-Shirts inzwischen 35EUR aufwärts Kosten ist ja schon nicht so dolle. Aber das ganz simple CDs für 25EUR (35, wenn du Unterschriften drauf willst) angeboten werden. Ernsthaft? Also hab jetzt mal im offiziellen Shop geguckt: 16,99EUR! Fast 10EUR weniger. Das kann ich nicht mit "Livezuschlag" oder sowas verheiraten.
(Spoiler, ich hab mir ne CD gekauft...)
Aber genug der Vorrede. Lasst uns zur Musik kommen!
Rise Of Kronos
Angesagt war Start für 20 Uhr; um 19.55 betraten die Mannen aus Hamburg die Bühne. Hatten auch fleissig ihr Gesicht bemalt. Nicht so Corpsepaint; das ist eher was für Black Metal. Hatte ein wenig
Braveheart Vibe. Aber egal, sie legten sofort los. Der Sänger zog sehr gerne mal
Grimassen und war ständig auf der Bühne unterwegs. Vermutlich auch deshalb nutzte er alle drei Mikrophone auf der Bühne - klassisch aufgebaut Links, Mitte, Rechts. Interessanterweise würde man ja mit dem mittlerem Mikro das Hauptmikro vermuten. Aber außer ich bin völlig bescheuert, kam mir genau dieses in der Mitte irgenwie am leisesten von den Drei vor.
Musikalisch waren sie natürlich im Death Metal unterwegs. Allerdings eher im Midtempo Bereich. Kaum wurde es schneller hatte es mehr anleihen von Thrash Metal. Und prinzipiell muss ich vielleicht für die Musik auch Heavy Metal erwähnen. Denn das man so ziemlich in jeglichem Metal Subgenre mal mit "HEY"-Chören die Musik begleitet ist jetzt nichts besonderes. Aber in Death oder Thrash tatsächlich mal Text mitsingen? In Death eh schon im Allgemeinen sehr schwer. Aber Rise of Kronos haben das Publikum dazu ermuntert! Zwar nicht wirklich Liedzeilen, aber halt einzelne Worte: "Olympus has fallen" und "Titanum" gröhlten wir z.B. fleissig mit. Denn die Band machte Spaß und das langsam - aber eben nicht wirklich füllende - Publikum wachte auf und war durchaus angetan von der Band. Glaube ein paar Gäste waren auch größere Fans, so wie sie Liedernamen kannten und abgegangen sind. Entsprechend machte die Band sogar eine Zugabe. Also naja, die waren ca. 15sek von der Bühne, bevor sie "wollt ihr noch was hören?" fragten. Und natürlich war die Antwort "ja".
Insgesamt versorgten die Jungs uns mit ca. 40min Musik und wir waren warm.
Crypta
Wer Crypta nicht kennt - und zu faul ist, oben auf den Link zu klicken - das ist eine Band aus Brazilien und eine reine Frauenband. Je nachdem wie sexistisch ihr seid, hättet ihr das nicht vermutet, wenn ihr vor der Bühne mit geschlossenen Augen standet. Denn Crypta dachte nicht daran langsam anzufangen, sondern knüppelte direkt mit dem ersten Song ordentlich auf die Möhre! Ich hatte ja erwähnt, dass Rise of Kronos eher Midtempo sind. Crypta sind high-speed und voll auf die 12! In ähnlicher Manier allerdings zog auch hier die Sängerin gerne mal Grimassen; die sahen allerdings leicht
anders aus. Und auch hier mussten wir mitsingen. Das war aber dann klassisch eher auf "Hey" beschränkt. Aber irgendwie fingen auch irgendwelche Hardcorefans(?) an, mitten in Liedern "OhohoHoh..." mitzusingen und der Rest zog mit. Sorry, kann diesen "Gesang" schwer in Textform packen. Glaubt einfach, dass es cool war.
Das war auch das einzig Kalte drumerhum. Denn die Band rockte (pun intended) einfach ab und Stimmung war einfach nur am kochen. Es wurden kleinere Pogopits gestartet und die Band und Musik absolut abgefeiert.
Ich muss aber mal kurz von der Band die Schlagzeugerin herausgreifen. Diese Leute da hinten auf der Bühne bekommen eh zu selten das Spotlight, wie es ihnen gebührt. Vor allem dieser Dame hat es verdient. Denn - und das klingt jetzt schon fast Gegensätzlich - die Frau schaute die meiste Zeit
recht gelangweilt aus. Die knüppelt da übele Kombinationen in erwähnter, hoher Geschwindigkeit runter - an zwei Stellen kam es mir sogar vor, dass sie zu schnell für den Rest der Band wurde und sich dann zügeln musste - und schaut so aus wie "kann mir wer noch nen Bier bringen?" Absolute Kontrolle über ihr Instrument! Genial! Und ich hätte echt gern gewusst, wo das herkommt, dass sie ihre Basedrum von ihr weg nach oben gestellt hat (sieht man auch im Bild)!? Ich kann mich nicht erinnern, dass ich das schonmal bei einer Band gesehen habe. Hat bestimmt eine Bedeutung. Ich werde es vielleicht irgendwann erfahren, dieser Abend war es leider nicht.
Oh, weil ich gerade "Bier" erwähnt habe: Recht ungewohnt war das die ihre Bühnentrinkversorgung nicht in irgendwelchen Flaschen hatten, sondern alle hatten so Plastiktrinkflaschen (
sowas in der Art). Auch das, was ich so noch nicht gesehen habe. Tag der Neuigkeiten!
Auf meinem Zettel, wo ich mir Dinge vom Konzert notiere, damit ich es nicht für diese Berichte vergesse, steht auch noch "Slam Death". Ich weiß nicht, wie genau ich das jetzt in den Text einpflege, aber ich erwähne einfach halt mal, dass die Band zwischendurch (also in einem Song) auch mal vom high-speed runter und am anderen Ende des Spektrums heraus kam.
All die Stimmung und Action konnte allerdings nicht helfen, dass die Band dann am Ende groß umjubelt ohne Zugabe von der Bühne ging. Allerdings auch nicht völlig überraschend. Denn die Band war ca. 70min auf der Bühne. Und diese junge Band hat erst zwei Alben draußen. Wenn sie jeden Song von denen direkt nach einander spielen würde, wären 90min rum. Und es waren recht wenige Ansagen mitdabei, haben also durchaus einen Großteil ihres bisherigen Schaffens erlebt.
Großartiger Auftritt, der mal das Gehin freigerüttelt hat!
Nach dem Auftritt war die Sängerin noch vor der Bühne für ein wenig geplauder und Selfies; leider keine Schlagzeugerin für mich ;)
Und ich hatte es ja gespoilert und nahm tatsächlich noch ne überteuerte CD und auch noch das Tourshirt von Crypta mit. Bei Rise of Kronos hab ich auch noch CD mitgenommen. Hier waren es übrigends nur 15EUR ;)
Erfolgreicher und unterhaltsamer Abend! Wenn ihr die Chance habt, Crypta zu sehen, tut es! Die rocken euch weg!
Hier nochmal die Bilder