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23.10.2023 13:16 Uhr   #268
Ich hatte u.a. in meinem Artikel über DotA2 erwähnt, dass es im sogenannten eSport inzwischen um viel Geld geht. Und wenn es um so viel Geld geht, wird es auch recht professionell! Soll heißen, es ist nicht so wie zu "meiner Zeit", dass man halt daheim paar Stunden herumdaddelt. Sondern inzwischen ist man als Spieler nicht einfach "allein gelassen", sondern da is bei vielen eine Team drumherum für Organisation, Marketing etc. und natürlich: Trainer!

Kennt man natürlich aus dem "normalen Sport", dass es Trainer gibt. Auch im eSport gibt es sie seit einiger Zeit. bzw. gab es tatsächlich schon zu "meiner Zeit" sowas. Allerdings hauptächlich "nur" in Südkorea. Hier hatte sich vor allem um Starcraft eine sehr große eSport-Szene entwickelt. Und da ging es schon richtig Profimäßig zu: Die Teams wohnten in Trainingshäusern. Dort wurden sie betreut mit Köchen, Psychologen und natürlich auch wieder: Trainer. Da es solch eine Organisation im Prinzip nur da gab, sind einige "Westliche Spieler" zeitweise nach Südkorea gezogen und haben in den lokalen Ligen gespielt. Meist mit eher zweifelhaften Erfolg, aber es gab auch ein paar Ausnahmen. Aber das nur am Rande.

Heutzutage sieht das alles ganz anders aus bzw. genauso. Die meisten größeren Teams sind eben nicht nur einfach ein Spieler oder Team, sondern sind eine Organisation. Es gibt Management und Marketing und Trainingslocations und vieles mehr. Für Letzteres hätten wir hier ein Beispiel. Moneyquote: "A full-time executive chef to provide nutritious dining offerings". Jup, die Spieler müssen nicht verhungern. Und natürlich haben die Spieler: Trainer.

Ihr merkt vielleicht, worauf ich hinaus will: Trainer! Im eSport! Weil ich das durchaus Interessant finde, wie das gehandhabt wird! Und wir wollen mal nicht Hinter die Kulissen schauen. Was ich damit meine: So im "regulären Sport" (wir nehmen mal "klassisch" Fussball als Beispiel) gibt es ja im - meist - nicht-öffentlichen Training verschiedene Trainer für verschiedene Aufgaben. Am bekanntesten vielleicht der Torwarttrainer. Aber vermutlich gibt es auch Experten für Freistöße oder auch allgemeine Fitnesstrainer, die dann irgendwelche Laufrunden und Konditionsübungen machen. Aber wir wollen direkt zum Spiel gucken! Da steht der "Haupttrainer" am Rand und brüllt was aufs Feld oder nimmt mal einen Spieler beiseite für Anweisungen. Genau "diesen" Trainer will ich im eSport betrachten. Weil ich es interessant finde, wie das verschiedene Spiele handhaben.

Wir bleiben mal bei DotA2. Eines der wichtigsten Dinge in DotA ist die sogenannte "Draftphase" vor dem eigentlichen Spiel. Hier werden die Helden für die Spieler ausgewählt. Da ist sehr viel Taktik und Besprechung drin. Und klassischerweise unterstützen hier die Trainer die Spieler. Man sieht dann öfters in Kameras, wie der Trainer mit mehreren Zetteln dasteht und das analysiert. Doch "irgendwann" ist das Draften abgeschlossen und das Spiel geht los. Der Trainer? Überlässt den Platz seinen Spielern. Das wird bei Turnieren gerne dafür genutzt, dass man einen der Trainer kurz für ein Interview abgreift.
Meistens geht es in DotA nicht nur um ein Spiel, sondern Best-Of-3 - also zwei Gewinnpunkte - in vielen Turnier-Finals dann BO5. Zwischen den (sogenannten) Maps gehen die Teams dann von ihren Plätzen und haben eine kurze Pause. Hier wird besprochen, was gut/schlecht gelaufen ist im Spiel. Natürlich ist der Trainer auch dabei, der seine Kommentare gibt. Dieser hat ja aus der "Beobachterperspektive" das Spiel verfolgt und auch die gegnerischen Bewegungen gesehen. Durchaus relevant für eine Analyse. Danach geht es wieder gemeinsam rein, denn der Trainer ist ja beim nächsten Draft dabei!

So sieht es bei DotA aus. Wir wechseln das Spiel. Hatte ja oben Starcraft erwähnt. Hier passieren andere Dinge:
Wir sind ja hier nicht in einem Teamspiel, sondern 1 gegen 1. Die Spieler gehen auch alleine an ihren Platz und bereiten sich vor. Da ich leider nicht mehr ganz so aktiv Starcraft schaue, bin ich nicht sicher, wie es aktuell mit der Kartenauswahl aussieht. Im Gegensatz zu DotA gibt es nämlich nicht nur eine Karte und viele Helden zum Spielen. Sondern es gibt eine ständig wechselnde Auswahl an Karten (und nur die drei Spielfraktionen). Ich kenne es "aus meiner Zeit" dann noch so ungefähr: Bei einem Spiel wird die erste Karte vorgegeben. Der Verlierer des Spiels wählt dann aus der Auswahl eine andere Karte zum Spielen aus. Und der Verlierer dieser Karte wählt eine Dritte.
Ich schreibe "Verlierer" hier aus Sicht "Spieler". Was ich meine: Etwaige Trainer sind absolut nicht involviert! Vermutlich wurde bereits im Vorfeld des Spiels die entsprechende Auswahl mit einem Trainer festgelegt - zudem weiß ja auch der Spieler, wo er denn seine Stärken hat. Aber es wird nirgends mit einer anderen Person konferiert! Selbst zwischen den Karten ist eigentlich keine Pause! Schaut euch mal ein Spiel da an: Karte beendet. Kurz was trinken, Hände durchdrücken, weiter geht's! Wenn da mehr als 3min zwischen zwei Karten ist, ist es schon besonders!
Hat bei DotA ein Trainer noch Einfluß auf das Spiel ansich und kann dann Feedback für die nächste Karte geben, ist in Starcraft alles - hoffentlich - im Vorfeld beschlossen und der Spieler kann/muss alleine entscheiden. Wobei das auch etwas Sinn macht: Während dieser Helden-Draft bei DotA jedes Spiel anders macht, ist bei Starcraft alles klar, wie das Spiel beginnt! Denn jeder Spieler hat seine bevorzugte Rasse und da ist keine Überraschung da. So nach dem Motto "Wir wissen gegen was ich spiele, haben möglicherweise alte Spiele analysiert und ich weiß, was ich zu tun habe". Ein Trainer kann einem Spieler das noch schön vorkauen, aber ansonsten ist der Plan ja sowieso schon da. Wobei das für so ziemlich alle Spiele gilt. Denn man geht ja "Blind" gegen den Gegner. Also: "Ich mache am Anfang was!" und erst mit dem "ersten Feindkontakt" muss man kreativ werden und sich anpassen. In DotA mit seinem Draft gibt es schon vor dem Spiel Entscheidungen zu fällen!

Aber wir wechseln nochmal das Spiel: Counterstrike! Eines der bekanntesten Videospiele da draußen. Und natürlich gibt es auch hier eine Profiszene.
Hier wird es sehr interessant! Zwar gibt es auch hier eine kleine Kartenauswahl am Anfang - Counterstrike hat im Gegensatz zu Starcraft eine deutlich kleinere und nicht rotierende Auswahl an Karten - aber meist gibt es da tatsächlich eine Art Draftphase, wo man Maps "verbieten" kann. (da ich, wie erwähnt, nicht mehr ganz so in Starcraft drin bin, kann es sein, dass die das ähnlich handhaben. Bei Counterstrike weiß ich es definitiv). Hier ist zwar wenig Auswahl, aber der Trainer wird da entsprechende Analysen des Gegners haben. Danach geht es ins Spiel ... und der Trainer mit dabei! Ja, das erste Mal steht der Trainer nicht am Rand, sondern ist Mittendrin!
Ich habe keine Ahnung, welches Team irgendwann mal das angefangen hat, dass ein Trainer hinter dem Team steht und auch aktiv in der Kommunikation dabei ist. Aber es ist heutzutage Standard: der Trainer ist mit im Spiel dabei und gibt Ratschläge oder entscheidet Taktiken. Er sieht zwar auch nicht mehr, als die Spieler - er steht normalerweise hinter ihnen und kann auf ihre Bildschirme schauen - aber kann trotzdem aktiv eingreifen.
Er kann auch während des Spiels eine "Auszeit" anfordern! Das kennt man ansonsten eher von klassischen Sportarten, wie Basketball oder Handball. Ich kenne auch kein anderes Videospiel, wo es Auszeiten gibt. Aber ich weiß es gibt Halo, Rainbow Six, ... Turniere - also auch Ego-Shooter - vielleicht haben die das System von Counterstrike abgeschaut.

So, das wären jetzt drei verschiedene Szenarien, wie Trainer mit in das aktive Spiel "eingebunden" werden (oder auch nicht). Wenn sich etwas etabliert hat, ist es schwer das zu ändern. Aber es ist auch ein Gedankengang: "Was wäre wenn?" sich das ändert?
Counterstrike könnte z.B. diese "externe" Hilfe verbieten! Jetzt müssen die Spieler selber Taktiken entscheiden! Welche Teams würden dadurch stärker/schwächer werden?
In Starcraft sitzt der Trainer dagegen Counterstrike-mäßig mit dabei und gibt Tipps. Es gibt in SC unglaublich viel zu beachten. Wenn da einer mithilft Nichts zu vergessen... definitiv ein Vorteil!

Aber das sind nur theoretische Spielereien! Es entwickelt sich immer weiter. Ich bin gespannt, wohin die eSport-Reise hingeht in den nächsten Jahren! Wird ja immer mehr geben!
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