Geisterkarle's Homepage
Besucher Heute: 1
Besucher insgesamt: 422526

Neueste Lesetipps:

On the paradox of tolerance in relation ...
A scorpion and a frog.
Creativity Things

HOME MENU NewsArtikelAbout MeGalerienGästebuchLinks

28.06.2022 11:08 Uhr   #249
Man, schon wieder ein Konzertbericht? Was reisst da ein? Geht's wieder los?

Anyway... war am Montag, den 20.6.2022 mal wieder im lokalen Colos-Saal für einen Metalabend! Headliner waren im Prinzip eine Coverband! Wir kommen noch dazu. Aber den Abend eröffnen durften:

Angelus Apatrida

apatrida bedeutet "heimatlos". Also "Heimatloser Engel" oder sowas? Aber sehr Engelgleich kamen die Spanier nicht auf die Bühne. Sondern sie spulten einen brutalen Thrash Metal auf der Überholspur ab!
Ein weiteres Adjektiv, das ich da benutzen möchte, wäre: laut! Die haben die Boxen ordentlich aufgedreht. Was sogar mich(!) bewogen hat, mir Papier (hatte nix besseres) in die Ohren zu stecken und hab auch etliche Leute um mich rum gesehen, die - meist mit richtigen Ohrstöpseln - ähnliches gemacht haben. Gut, warum steh ich auch 3m neben der Box? Aber auch wenn ein anderer Fotograf in einem kurzen Plausch meinte "heute ist nicht so voll", war es doch schon ganz ordentlich und ein guter Platz ist da wichtig! Auch wenn das nur die "Homebase" war, wo man sein Bier abstellt, während man Bilder macht.
Zurück zum Auftritt: Vielleicht der Herkunft geschadet - möglicherweise auch der eingeschränkten Spielzeit - gab es nicht viele Ansagen. Halt das übliche "Thank you" und so kleinere Dinge. z.B. erwähnten sie, dass sie vor 11 Jahren schonmal hier im Colos-Saal waren. Da hab ich zwar schon hier gewohnt, aber hab ich wohl verpasst. Sie rockten auf jeden Fall die Bühne und knüppelten uns ihre Songs in die Ohren. Wusste zu gefallen! Mir viel auch auf, dass bei manchen Solo-Parts die beiden Gitarissten sich fliessend Solo und Begleitung untereinander "austauschten"! Das ist richtig gut gemacht!
Insgesamt ein toller Auftritt von ca. 45min, der das Publikum gut aufgewärmt hat und mich schon an die Planung eines CD-Kaufs brachte. Beim kurzen Pausen-Trip zu deren Merchstand hatte auch eine weitere Überraschung zu bieten. Dazu am Ende mehr!
Jetzt erstmal zum Headliner, der nach einer raschen Umbaupause von gerade mal 20min auf die Bühne kam!


Death To All (DTA)

Was ist das? Ich verlinke für die Band nicht deren metal-archive Eintrag? Geht nicht, sind nicht drin; ich meinte ja: Coverband! Aber ich verlinke mal, wen sie Covern. Eine sehr legendäre Metalband, die auch in ihrem Namen vorkommt: Death!
Ja, ein simpler Name für eine nicht sehr simple Band! Sie war eine der ersten Bands, die den Death Metal populär machten - mit dem Name natürlich keine Überraschung. Aber man muss bedenken, dass so ziemlich alle Bands aus der Zeit aus dem Thrash Metal kamen und die frühstens Death Metal Songs eigentlich mindestens 50% Thrash Metal waren/sind. Nichtsdestotrotz gilt ihr erstes Album "Scream Bloody Gore" als erstes richtige Death Metal Album.
Aber warum ist so eine Coverband Headliner und nicht die echte Band hier? Nun, sie existiert nicht mehr, da der Mastermind und auch das einzig konstante Bandmitglied Chuck Schuldiner im Jahr 2001 an einem Gehirntumor verstorben ist und die Band gar nicht mehr existiert. Death To All war ursprünglich nur als "Benefizprojekt" gedacht, aber geht seit letztem Jahr ein wenig auf Tour. Die Mitglieder sind etwas wechselnd und großteils Musiker, die tatsächlich bei Death gespielt haben. Da Chuck auch der Sänger war, muss hier natürlich auf alternativen umgestiegen werden, aber Max Phelps macht am Mikrofon eine sehr gute Figur! Was vielleicht endlich zurück ins Colos-Saal führt nach so viel Geschichte!
Schon mit dem ersten Song, obwohl eher langsamerer Natur, feierte das Publikum gut mit. Und, um auf die Erwähnung von "gutem Platz" zurück zu kommen ... wo verdammt kommen die ganzen Leute her? Es war vielleicht nicht absolut brechend voll; aber es war durchaus eng und vor der Bühne kaum ein Durchkommen! Habe mich für die Fotos entsprechend ein Lied auf einer Seite positioniert und so gut es ging Bilder gemacht. Dann in der "Songpause" auf die andere Seite gedrängelt, da geknipst und dann ging es wieder zurück ans Bier und erstmal fertig! Aber sind trotzdem wieder ganz gute Bilder dabei! (hoffe ich zumindest)
Gegen Anfang des Auftritts gab es eher weniger Ansagen. Das änderte sich halbwegs damit, als einer der Bühnentechniker(!) ans Mikrofon ging und meinte, dass sie am Schlagzeug kurz was korrigieren mussten. Da musste die Band ein wenig Sprechunterhaltung machen :D Aber sie (meistens der Bassist) machten ihre Sache da ganz gut. Erklärten, dass sie hier in Erinnerung an Chuck auftreten, freuen sich das sie wieder auf der Bühne stehen trotz Corona - was den Bassist dazu brachte, uns Publikum zum "FUCK THIS SHIT" Rufen zu animieren - und stellten auch nach und nach die Band vor. Hauptsächlich mit der Erwähnung bei welchen Alben diese Musiker dabei waren und dann wurde natürlich auch aus diesem Album etwas gespielt. Ja, sie spielten Lieder von allen Alben! Sehr geil! Was mich vielleicht nochmal ein wenig zur Bandgeschichte führt. Und zwar erwähnte ich ja, dass am Anfang der Death Metal sehr Thrashig war. Und vor allem Death machten über die Jahre - auch hauptsächlich Dank Chuck - eine gewisse, musikalische Wandlung zu dem, was wir heute "Technical Death Metal" nennen. Technisch anspruchsvolle Lieder mit komplexen Gitarrenriffs und Harmonien. Nach einem Lied musste die Band sogar gestehen, dass sie hier in der Komplexität nicht mehr 100% zusammen passten (man merkte das etwas nicht harmoniert). Aber auf jeden Fall führt diese Entwicklung dazu das die Lieder nicht mehr ganz so Thrash-Schnell waren. Entsprechend haben wir über das Set verteilt alles von "recht langsam" bis hin zu "Überholspur". Und spezielle Highlights herauspicken ist schwierig; alles sehr geil. Zu erwähnen aber definitiv das Lied "Perennial Quest", das - laut Ansage - nie von Death live performt wurde. Hier bekamen wir den vollen 8(!)min Song auf die Ohren! Und natürlich eines der legendärsten Lieder von Death und ihrer ersten Scheibe: "Zombie Ritual"! Bei diesem Lied passierte das, worauf ich eigentlich die ganze Zeit gewartet habe: Es gab (zumindest einen kleinen) Pogopit vor der Bühne! Und wir reden hier von einem Song, der erst in der "Zugabe" gespielt wurde! Ich habe "Zugabe" in Anführungszeichen gesetzt. Denn die Musiker gingen mal kurz von der Bühne; aber anstatt so "Standardmäßig" halt dann noch nen Lied zu machen und dann vielleicht nochmal runter und wieder rauf, gab es eine kleine Ansage: "We still have a TON of songs for you!" und das war korrekt: Die Zugabe waren sechs Lieder!
Danach waren ca. 2h Spielzeit rum und DTA gingen umjubelt und noch Fistbumpend von der Bühne! Ein hervorragender Auftritt mit viel Spaß und Energie und natürlich tollen Songs!


Nun ging es dann "endlich" zum Merchstand; hatte ja erwähnt, da kommt noch was. Natürlich nichts besonderes die CD von Angelus Apatrida und das Tour T-Shirt zu kaufen (DTA hatten unverwunderlicherweise keine CDs dabei :D). Aber: Angelus Apatrida hatten auch etwas dabei, was ich glaube noch nie bei einem Band Merchstand gesehen habe, aber mir total entgegen kam: Eine Hot-Chili-Sauce! Da konnte ich natürlich nicht "nein" sagen und musste auch noch in meine Tasche wandern! Inzwischen habe ich sie auch schon probiert. Man spürt Schärfe; ist aber kein purer Schärfeextrakt oder sowas, sondern tatsächlich was man etwas mehr auf das Essen hauen kann. Schmeckt gut! Definitiv mal was anderes!

Auf jeden Fall war das ein toller Abend mit zwei hervorragenden Bands mit viel Spaß und auch großem Publikum! So muss das sein! Und kann gerne so weiter gehen!

Und wer da in der Mitte den direkten Link verpasst hat: Hier gibt es meine Fotos
Comments:
Eigenen Comment hinzufügen
 
Impressum