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28.02.2022 08:00 Uhr   #243
Gerade überschlagen sich ja in der Ukraine die Ereignisse. Überall liest man "Krieg in Europa" und auch "Wie konnte es dazu kommen?"
Nun, zu zweitem wollte ich doch mal eine "persönliche Analyse" machen. Vermutlich bekomme ich danach böse Briefe als "Putin-Versteher" (haha, natürlich nicht; wer liest schon meinen Blog?). Aber who cares?
Um das zu verstehen möchte ich auf zwei "Gruppen" hinweisen, die aktuell herumtwittern (da suche ich erst gar nichts zum verlinken...). Die eine Gruppe ist "Ha, hab ich doch immer gesagt, dass Putin böse ist!" und "Das hätte ich niemals gedacht, dass der das macht..." und ich finde beide Gruppen sind Schuld!
Also das klingt jetzt etwas "abstrakt", wie diese Leute jetzt dafür zuständig sind. Zur Erklärung müssen wir "weit" zurück gehen in der Zeit. Zu der Zeit, als Putin zum ersten Mal zum Präsident von Russland gewählt wurde. Und zwar ging es in Russland ähnlich zu, wie in Ostdeutschland. Was ich damit meine, lasst euch das gerne von älteren Ostdeutschen, die die Wende miterlebt haben, erklären! Aber prinzipiell meine ich, dass nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhang Firmen und Ländereien im Osten von Westlichen "Investoren" aufgekauft wurden und da ziemliche Ernüchterung herrschte. Man dachte es geht nun aufwärts (sie wissen schon, Blühende Landschaften), aber so wirklich war das nicht so! Und in Russland ging es ähnlich zu. Aber gerade Putin hat da einiges wieder "geradegerückt" und auch viele Oligarchen, die in den 90ern zu großem Reichtum gekommen sind, ziemlich angegangen. Etliche haben Russland verlassen. Gründe wurden möglicherweise vorgeschoben, aber hauptsächlich ging es um "Westliche Beeinflussung". Vielleicht kommt das bekannt vor in Richtung aktuelleren Ereignissen. Es ist da schon fast "lustig": Erwähnter Medienmagnat, der aus Russland geflüchtet ist, war mit sechs anderen Oligarchen als die "Semibankirowschtschina" bekannt und haben in den Präsidentschaftswahlen 1996 Jelzin unterstützt, weil die Kommunistische Parte erstarkt ist. Ja, auch nach dem Wende waren/sind die Kommunisten die Bösen, die gestoppt werden müssen! Das "lustige" nun, dass Jelzin persönlich Putin als Nachfolger vorgeschlagen hatte ... dieser aber tatsächlich die Kommunistische Vergangenheit von Russland/Sowjetunion in Erinnerung behalten wollte! Entsprechend kann man jetzt "Verschwörungstheorien" aufstellen, dass die "Probleme" mit Russland eigentlich immernoch mit dem alten Vorwurf der "Roten Horden" zusammenhängen.
Was vielleicht endlich wieder zum Thema führt; war etwas abgelenkt... ;) Auf jeden Fall war Putin ansonsten auch noch auf "Tour" im Westen und wollte mit den Ländern mehr zusammenarbeiten. Legendär hierbei unter anderem seine Rede auf Deutsch(!) im Deutschen Bundestag 2001! Lest euch das mal durch, so als "Hausaufgabe"! Im "Windschatten" hier war auch 9/11 und das gemeinsame Vorgehen gegen Terrorismus und Religösen Fundamentalismus ein großes Thema. Weil ich "Hausaufgabe" schrieb, weiterhin eine Analyse, ob denn irgendwas passiert ist; also wie sich da die Zusammenarbeit mit dem "Westen" und Russland entwickelt hat? Falls euer Ergebnis mit "naja..." anfängt, seid ihr Richtig!
Dazu aber nochmal etwas weiter zurück in der Geschichte. Etwas, was ich tatsächlich noch nicht wusste, kam jetzt in den aktuellen Geschehnissen auf. Putin wollte im Jahr 2000 mit Russland der NATO beitreten! In diesem Text kommen aber noch zwei sehr interessante Dinge vor:
Zum einen wird erwähnt, dass Putin da relativ direkt und "großspurig" auftritt
Well, we’re not standing in line with a lot of countries that don’t matter.
Bestimmt haben schon so einige gehört, dass Russland ein sehr stolzes Land ist und ein sehr stolzes Volk. Das geht gar nicht mal direkt in Nationalismus, aber durchaus auch. Auf jeden Fall ist Putin da auch dabei und zeigt gerne Stärke (wir erinnern uns an die lustigen Bilder von ihm oben ohne auf einem Pferd und anderen). Entsprechend will er behandelt werden, was man hier sieht. Prinzipiell ist das auch gut, wenn man weiss wo man ist und was man wert ist; man kann aber auch über das Ziel hinaus schiessen! Und ich kann das jetzt schwierig prüfen, wie oft Putin in Verhandlungen war und er dachte, man geht mit ihm wie mit einem "Kind" um und nicht mit einem Präsidenten eines riesigen Landes mit großen Rohstoffvorkommen und, ja auch, großer Militärmacht. Ob berechtigt oder nicht. Manchmal in neuerer Zeit komme ich aber auch "von außen" zu dem Schluß, dass da was dran sein kann. Letztlich kam es in den letzten Jahren sehr oft vor, wo Russland/Putin etwas kritisiert hat und "wir im Westen" haben da nur "red du nur" gesagt und ihn ignoriert. Speziell natürlich auch mit der NATO-Osterweiterung.
Was zum zweiten Punkt in dem Text der BBC führt. Und zwar wurde nach 9/11 der NATO-Verteidigungsfall ausgerufen. Der NATO-Generalsekräter hier aus dem Text gibt direkt zu:
[it was]designed for an attack by the Soviet Union across the Fulda Gap in Germany
Ja, die NATO ist ein Bündnis gegen die Sowjetunion. Das ist der Feind! Und heute der "natürliche Nachfolger" ist Russland (wobei das aktuell die Ukrainie nicht "glaubt" ;)). Da kann die NATO noch so viel erzählen, es geht um "Demokratie"! Wer glaubt, die NATO ist heutzutage nicht gegen Russland gerichtet, glaubt wohl an den Mann im Mond (Osterhase ist zu abgedroschen). Entsprechend ungehalten war über die Jahre Russland bei jeder weiteren Runde an neuen "Ostblockstaaten", die der NATO beitraten. Und ja, ich glaube ernsthaft dass Putin tatsächlich in seiner frühen Zeit einfach rein die Verhältnisse zu seinen Nachbarstaaten verbessern wollte. Aber da kam dann sozusagen immer zurück, dass die Angst haben, von Russland wieder eingenommen zu werden. Deshalb wurde alles mit Samthandschuhen angefasst und - vielleicht eben wegen der "Polternden Art" von wegen "ich bin so groß und toll" eher zurück gesteckt und sich lieber mit "dem Westen eingelassen". Das wäre gar nicht so schlimm, wenn Russland da auch vernünftig "mitmischen" dürfte. Aber außer das die Öl und Gas nach Westen liefern, Russland bleibt stehts auf Abstand ... und zwar nicht direkt wegen Russland, sondern weil "wir" jede Hand ausgeschlagen haben! Vermutlich kommen jetzt "alle", dass die russischen Vorstellungen doch alle Blödsinn waren und man nie im Leben hätte machen können ... schonmal was von "Kompromiss" gehört? So, wie ich das meisten aktuell und den letzten Wochen gehört habe, gab es anscheinend nur "nein" und nichts dazwischen! Und die letzten Jahre waren auch nicht besser. Aber hier hat Russland halt einiges geschluckt.
Was zum Anfang des Textes führt. Die "hab ich schon immer gesagt" Gruppe sind eben diese "Russlandfeinde", die jeglichen Versuch, dass man mit Russland mehr zusammenarbeit immer abschmettert. Die haben verhindert, dass Russland in engeren Kontakt mit "dem Westen" kam und sich da vielleicht tatsächlich hätte anpassen müssen. So konnten die etwas "freier" herumwursteln. Und die Gruppe der "Das hätt ich niemals gedacht" haben wir als "Beobachter" von außen. Ja, die letzten Jahre wurde Russland immer abgekanzelt und es wurde gegrummelt, passiert ist aber relativ wenig. Und jetzt hat es gekracht und alle sind völlig verwundert! "Der Krug geht nur solange zum Brunnen, bis er bricht!" Viele dachten anscheinend, wenn Putin 100.000 Soldaten rund um die Ukraine auflaufen lässt, ist das nur ein besseres "Grummeln" und der wird - wie die Jahre zuvor - nix machen. Tja, falsch gedacht! Ganz ehrlich. Für mich hat er damit eine sehr dicke Rote Linie in den Boden gepinselt. Also musste man ihn ernst nehmen. Und dann kommen Europäische Länderchefs, wie Macron und Scholz zu Putin ... und lassen sich nichtmal von russischen Ärzten auf Corona testen! Grund? Angeblich Zeitmangel oder "Furcht vor DNA-Klau". Entschuldigung!? Da will man mit einem Staatspräsidenten reden, um ihn davon abzuhalten einen Krieg anzufangen und hat Angst vor einem Stäbchen in der Nase!? Was soll _das_ denn für einen Eindruck beim Gegenüber hinterlassen, wenn man ihm nichtmal die paar Zentimeter in der Nase über den Weg traut? Da ist es doch mit jeglicher Verhandlungsbasis bereits vorbei! Kein Wunder, dass das nicht viel geholfen hat.
Und die ganze NATO-Westlich-Geschichte für die Ukraine ... also wenn ich in einer Nachbarschaft wohne und ein Nachbar beschwert sich jedesmal, wenn einer im Sommer den Grill anschmeisst über den Rauch und das man das gefälligst zu unterlassen habe. Dann kann ich natürlich den als "Spiesser" abtun und so. Aber muss ich dann auch mit Grillen anfangen, wenn ich eigentlich gesehen habe, dass er mit jedem weiteren Griller "hysterischer" wurde? Wer weiss, was "mich" dann erwartet? Die einfachste Methode, den Zorn des Grillfeindes zu entgehen ist: Nicht zu grillen! Entgeht mir was? Ja, ein gutes Steak. Aber ist es das Wert? Was? Das kann man mit einem NATO-Beitritt nicht vergleichen? Achso... ja, was hilft denn der NATO-Beitritt? ... aha, hm, achso! "Schutz vor Russland" ... öhm ja, da beisst sich die Katze in den Schwanz: "Die NATO schützt einen vor Russland und Russland mag mich gleich um einiges weniger, wenn ich der NATO beitrete" und was mit "Ankündigungen" wie in der Ukraine passiert sieht man ja direkt.
Habt ihr sonst noch Vorteile der NATO? Ah, cool! Man soll mindestens 2% seines BIP in Rüstung investieren, wenn man in der NATO ist! Na _das_ ist doch ein Friedens- und Demokratieverein! Super!
Was übrigens zu so Flachpfeifen wie den Merz führt, die meinen das ist ein "Angriff auf die Demokratie". Ehrlich: Putin isses ziemlich egal wie Demokratisch seine Nachbarländer sind. Hauptsächlich will er, dass Russland auf Augenhöhe begegnet wird und das keine Militärbasen und Truppen, die explizit gegen ihn/Russland gerichtet sind, da die Kanonen auf ihn richten. DAS ist ihm wichtig! Wie autokratisch oder nicht ein Präsident im Nachbarland "gewählt" ist, ist ihm ziemlich gleich! Klingt natürlich nur sehr viel besser, wenn man da "Demokratie" vorschiebt und halt nicht ein einziges Mal den Russen entgegen kommt, sondern so weiter macht, wie immer...
Man hätte die NATO mit dem Ende des Eisernen Vorhangs einfach beeerdigen sollen. Ich glaube, wir wären hier in Europe deutliche friedlicher und besser verbunden unterwegs! Da werden mir viele widersprechen und letztlich kann man die Geschichte nicht ändern.

So, keine Ahnung, ob ihr jetzt auch zum "Putin-Versteher" geworden seid oder nicht. Letztlich geht es mir auch nur um das "Verstehen"; etwas ganz anderes ist "Verständnis"! Falls sich jemand aufregt also sollte die Person den Unterschied kennen, bevor ich böse Emails bekomme! Denn ich finde Gewaltanwendung eigentlich generell Falsch! Es gibt für mich auch keine "Gruppierungen", die Gewalt verdient hätten. Selbst wenn das Gewalttätige Leute sind. Ja, das ist die Herausforderung "der Guten", sich nicht auf die Ebene "der Bösen" herab zu lassen. Das mag manchmal schwer sein, aber wenigstens hat man den "moral high-ground" für sich! Den verliert man, wenn man sich darauf einlässt! Wie heisst es so schön: "Mit dummen Leuten kann man nicht diskutieren. Sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dort mit ihrer Erfahrung". Das gilt auch für Gewalt!

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