Ich muss kurz einen kleinen Nachtrag zu meinem vorigen Artikel machen. Es ist mir erst jetzt bekannt geworden, dass noch etwas unglaubliches Spieletechnisches passiert ist ... sozusagen. Vielleicht könnte ich das nur in meine Artikelliste schmeissen, aber dachte ich führe das etwas aus.
Wir gehen nochmal zu Minecraft.
Etwas, was ich noch nicht (für Außenstehende) erzählt habe ist: In Minecraft gibt es neben lustigen, verschiedenen Blöcken auch etwas, das sich "Redstone" nennt. Ich beschreibe es jetzt völlig primitiv und falsch, aber mit Redstone kann man "elektrische Leitungen" direkt in Minecraft verlegen. Zudem gibt es spezielle "Technikblöcke" die damit zusammen arbeiten können, wie z.B. "Vergleicher" oder auch reagierende Blöcke, wie einen "Hubkolben" oder so.
Und damit kann man "Maschinen" bauen. Ein seeeehr einfaches Beispiel wäre z.B.: Man hat einen Knopf, legt hinter dem Knopf eine Redstone-Leitung über 10 Blöcke zu einem Hubkolben. Nun kann man den Knopf drücken und der Hubkolben fährt aus. HUI! ;)
Aber natürlich kann man mit elektrischen Leitungen auch eben ... ähm ... elektrische Leitungen bauen! Und aus elektrischen Leitungen besteht so ziemlich alles an unserer heutigen Technik! Man kann also mit denen sozusagen "programmieren"! Sehr schnell gab es die ersten Leiterplatten in Minecraft und natürlich eskaliert es dann. Ein "Klassiker" waren z.B. Taschenrechner! Das ist etwas, was selbst ich in meinem Informatikstudium mal selber in C++ programmieren musste. Es gibt Leute die machen das in Minecraft! Hier mal ein seeeehr aufwendiges Beispiel mit Erklärungen. Und auch wenn dieses Beispiel wohl einer der besten Rechner in Minecraft ist und unglaublich viel dahinter ist, es geht natürlich mehr!
Eine der IMHO brilliantesten Minecraft-Maschinen ist bereits einige Jahre alt. Und zwar haben wir damals Inception erreicht. Was meine ich damit? Nun, jemand hat Minecraft IN Minecraft programmiert!
Und wenn wir jetzt vor drei Jahren hätten, würde ich dieses Video hier posten, als unglaubliches Spielerlebnis. Aber ist ja schon Vergangenheit.
Der Macher hinter diesem Video war allerdings nicht untätig. Also er sagt zwar schon, dass er pausiert hat, aber nichtsdestotrotz kam erst vor ein paar Monaten ein neues Video raus. Erst klang es wie Clickbait und auch das Intro dazu. Aber nein, es ist real: Ein LLM - also Künstliche Intelligenz - in Minecraft! HOLY FUCK!
Man kann vielleicht darüber reden, aber eigentlich ist relativ sicher, dass das Jahr 2025 nicht gerade ein tolles Jahr für die Welt ansich war!
Aber es gab durchaus positive Entwicklungen in eher "unwichtigeren" Bereichen. Und zwar gab es richtig viele tolle Video-/Computerspiele! Ein paar habt ihr es bei mir mitbekommen. Oder zumindest eines der besten Spiele, Expedition 33, hatte ich auch gekauft und gespielt und geliebt! In meinem letzten Text hatte ich Kingdom Come: Deliverance II erwähnt, das auch sehr viel Hype und Lob eingesteckt hat.
Bei Kingdom Come ist vielleicht diskussionswürdig, wo genau dieses Spiel "steht", aber generell haben eher kleinere Studios und Spiele die Szene das Jahr geprägt. Es gab natürlich einige große Entwickler, wie Nintendo mit Donkey Kong Bonanza oder Capcom mit Monster Hunter Wilds die mit ihren high-end AAA Spielen sehr gute Kritiken und Bewertungen bekommen haben. Aber die wirklichen Highlights waren eher die kleinen Spielen. Es gibt Diskussion, ob Expedition 33 ein "Indie" Spiel ist oder schon "zu groß". Aber z.B. der Puzzle-Hit Blue Prince mit einem einzigen Entwickler kann man wohl als "klein" bezeichnen. Ansonsten gab es auch noch die heiß erwarteten Fortsetzungen zu zwei alten Spielen, die alle Hoffnungen erfüllten: Hollow Knight: Silksong und Hades II. Letzteres Spiel steht auch auf der Bestenliste bei Opencritic auf Platz 1 des Rankings.
Aber - wie üblich - das nur nebenbei! Ja, es kamen sehr viele gute Spiele raus. Aber ich möchte jetzt ein paar andere Spielbezogene Dinge herausheben, die ich viel spannender finde! Drei, um genau zu sein. Zwei davon haben auch mit Spielen zu tun, die ich sehr mag und ich hier erwähnen möchte!
Wir fangen an mit Minecraft!
Hatte ja einiges über Minecraft und speziell den MOD Vaulthunters geschrieben. Nun gehen wir aber zu - wie es sich nennt - Vanilla-Minecraft. Zudem auch noch einiges in die Vergangenheit!
Das ist in Minecraft tatsächlich relativ einfach. Entgegen "modernen" Spielen erlaubt es Minecraft jegliche, beliebige Version die je veröffentlicht wurde zu spielen. Auch jetzt könnte man die Version 1.0 spielen. Aktuell ist Version 1.21. Das klingt jetzt nicht sooo dramatisch. Aber Minecraft ist 2011 (von Beta abgesehen) veröffentlicht worden. Diese Nummern hinter der Eins sind meist große Updates. Heutzutage würde man das für Spiele meist als DLC bezeichnen. Allerdings hat Minecraft noch nie für ein Update extra Geld verlangt. Einmal kaufen, immer spielen und alles Neues kostenlos bekommen! Jetzt, im Jahre 2026, hat man aber tatsächlich beschlossen, dass man diese Nummerierung ändert, um dies besser zu bezeichnen. Nun wird die Jahreszahl benutzt und einfach in diesem Jahr hochgezählt. Es wird bereits das erste Update des Jahres vorbereitet; die Version wird dann V26.1 heißen!
Aber wir wollten zurück gehen. Und zwar gehen wir zu Version Beta-1.7.3 (die dritte Zahl entspricht einem "Miniupdate"). Zum Verständnis: Bei Veröffentlichung von Minecraft - nach dieser Version! - wurde "wieder" mit 1.0 angefangen, deshalb muss ich "Beta" sagen. Auf jeden Fall war in dieser Version noch ein großer Fehler enthalten!
Und zwar ist Minecraft ja eine Blöckchen-Welt. Zum orientieren ist auch ein Block eine Koordinate in der Welt weiter. Was natürlich zur Frage führt: Wie groß ist denn die Welt? Nun, das hängt von der Version ab. Aktuell kann man vom Anfangspunkt (auch gerne als 0/0 bezeichnet) in jede, horizontale Richtung ca. 30.000.000 (Millionen!) Blöcke gehen. Wobei "gehen" natürlich nur theoretisch ist, das dauert viel zu lange. Es gibt Möglichkeiten diese Strecke einfach zu teleportieren oder man kann auch interne Methoden ausnutzen, um die Weltgrenze zu erreichen.
Aber es gibt tatsächlich Leute, die Laufen die Strecke! bzw. habe ich noch nicht gehört, dass jemand wirklich bis 30 Millionen läuft (gibt bestimmt Verrückte). Wohin einige Laufen ist aber in der erwähnte Version Beta-1.7.3: Die Far Lands!
Ich hatte einen Fehler im Spiel erwähnt: In dieser Version wurde die Minecraft-Welt nicht korrekt generiert, wenn man weit vom Startpunkt entfernt war. Wie weit? Ca. 12 Millionen Blöcke! Hier ist die (halbwegs) realistische Welt in komischen Klippen und Formen zerstört. Hier ein Bild, wie das aussieht:
Und diese Bruchstelle wird als Far Lands bezeichnet.
Wie gesagt gibt es einfache Methoden sich das anzuschauen. Aber es gab/gibt auch einige Leute, die möchten das "zu Fuß" machen. Einer der ersten, die die Idee dazu hatten, war der der Minecraft-Youtuber KurtJMac. Er hat dafür einen eigenen Youtube-Kanal aufgemacht unter dem Titel Far Lands Or Bust (oder Kurz: FLoB). Wann war das? Im Jahr 2011!
Ja, das ist lange her. Und er läuft immer noch? Nein! Er ist im Jahr 2025 endlich angekommen! Hier passiert es! GRATULATION!!!
Braucht man wirklich 14 Jahre, um bis dahin zu laufen? Kommt natürlich darauf an, wie intensiv man das betreibt, aber natürlich nicht. Er ist entsprechend auch nicht der erste Spieler, der das schafft. Offiziell ist der Youtuber KilloCrazyMan der Erste, der bis zu den Far Lands gelaufen ist. Entsprechend geht er zwar in dieser Hinsicht in die Geschichte ein, die Serie von KurtJMac ist aber - vielleicht auch wegen der ersten Idee - eine legendärere Story die zu Ende geht. Das KurtJMac mit seinen Videos und Streams auch desöfteren Geld für einen guten Zweck gesammelt hat - anscheinend insgesamt über 500.000$! - ist noch das Tüpfelchen auf dem i!
Nochmals: Gratulation KurtJMac für diese unglaubliche Leistung! Das alles über all die Zeit hinweg! Legende!
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Als nächstes kommen wir zu Souls-Like.
Eine bekannte "schwere Serie" hatte ich bei meinem Bericht über Expedition 33 erwähnt: Demon's Souls und auch die Typisierung von "Souls-like".
Es ist in der Spieleszene verbreitet, dass wenn man von "das ist ein schweres Spiel!" redet, es Leute gibt, die einem das Gegenteil beweisen wollen. Bei den Souls-Spielen ging es natürlich schnell los mit "ich spiele ohne Tode durch". Das haben dann etliche Leute schnell hinbekommen. In Speedrun-Richtung - darüber habe ich ja auch schon öfters geredet - wurde das natürlich "optimiert" und zu "möglichst schnell durch ohne zu sterben". Aber prinzipiell viel zu einfach das Ganze. Also hat man "eskaliert":
Nächste Stufe war: "Ich werde nie getroffen!" Denn in den Souls-Spielen hat man einen Lebensbalken und kann durchaus mal getroffen werden, ohne zu sterben. Das ist aber langweilig, komplett ohne einen Treffer abzubekommen ist aufregender!
Auch das war manchen Leuten noch nicht gut genug. Die Idee des "God Run" kam auf. Was ist damit gemeint? Nun, der Entwickler von Demon's Souls nennt sich From Software und natürlich ist das nicht das einzige Spiel, dass sie haben. Und auch in der Souls-Reihe gibt es Fortsetzungen. Der "God Run" war nun, dass alle From Software Souls-Spiele - Demon's Souls, Dark Souls 1-3 und Bloodborne - durchgespielt werden ohne getroffen zu werden! Man musste also in Fünf verschiedenen Spielen verdammt gut sein dafür. Natürlich wurde das geschafft.
Das ist aber auch schon ein paar Jahre her und From Software hat weitere Spiele rausgebracht. Der "God Run" wurde daher über die Zeit in Fortsetzungen erweitert. Zuerst zu "God Run 2" - hier kam das Spiel Sekiro: Shadows Die Twice in diesem Marathon dazu. Und es gab noch den dritten Teil, "God Run 3" mit Elden Ring. Wir haben nun 7 Spiele, die ohne Treffer durchzuspielen sind. Natürlich wurde auch das geschafft.
Wenn ihr in diesem Link schaut, sehr ihr, das war 2023. Aber hatte ja von Ereignissen von 2025 geredet. Was kann man also noch schwieriger gestalten?
Die ganzen, erwähnten Spiele sind Rollenspiele. Man kann also Erfahrungspunkte sammeln und stärker werden und natürlich bessere Ausrüstung bekommen. Das vereinfacht aber die Spiele viel zu sehr! Lasst uns doch die Spiele auf Level 1 durchspielen! Diese neue Schwierigkeitsstufe war wohl tatsächlich eine Herausforderung. Denn es hat tatsächlich zwei Jahre gedauert, bis es geschafft wurde. Hier kann man das (dritte) Video sehen, in dem der Spieler dinossindgeil dies endlich schafft.
Um mich zu wiederholen: GRATULATION!!! Für diese absolut verrückte Leistung!
Ich glaube es sind nicht alle DLCs für Elden Ring dabei; das ist vermutlich die nächste Stufe. Ich halte euch - vielleicht - auf dem Laufendem.
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Zuletzt komme ich zu meinem - öfter erwähnt - Lieblingsspiel: Super Meat Boy.
Vielleicht - vermutlich nicht - erinnert ihr euch daran, als ich endlich die 106% Komplettierung in Super Meat Boy geschafft hatte. Wir kommen darauf zurück!
Ich hatte ja gerade über die Soulslike Serie erzählt und dass das Rollenspiele sind und man hochleveln kann und bessere Ausrüstung anziehen etc. Und um das zu begrenzen man "ohne getroffen zu werden" als Herausforderung gesetzt hat.
Super Meat Boy ist kein Rollenspiel. Es gibt keine Levels oder Ausrüstung. Wenn man einmal getroffen ist, ist man tot! Wir sind hier in der Eskalationsstufe schon recht weit oben.
Und vielleicht weil das "System" schon so aufgebaut ist, hat sich niemand groß darum gekümmert. Das man mal kurz stirbt war "vorprogrammiert". Demon's Souls kam 2009 in die Läden, Super Meat Boy 2010. Also nur ein Jahr später. Und auch wenn Super Meat Boy ein riesen Erfolg war, gab es nie eine eine ganz große Szene über ähnliche Herausforderungen, wie bei den Souls-Spielen.
Doch ein Super Meat Boy Spieler und Speedrunner Shredberg dachte sich: So geht das nicht! Und machte sich auf, dass zu ändern. Super Meat Boy ohne Tode durchzuspielen gab es relativ schnell. Doch die Herausforderung war mein eigenes Bild oben: 106%!
Ich hatte für diese "Leistung" über 3500 Tode. Ich hab das etliche Zeit später mal nochmal gemacht mit dem Ziel, besser zu sein; bzw. ich wollte unter 1000 landen. Hab ich auch im ersten Versuch direkt geschafft. Tiefer runter zu gehen hatte ich nie die Ambitionen und vermutlich wär ich auch zu schlecht. Shredberg dagegen ist in eigentlich allen Speedrunkategorien ganz weit oben und hat das Spiel entsprechend gut drauf. Und warumauchimmer hat er angefangen an "106% ohne Tode" zu arbeiten.
Habe seine "Arbeit" zufällig gesehen, als er seine Versuche gestreamt hat. Weiß nicht mehr genau wann im Jahr 2025 das war, da war auf jeden Fall gerade sein bestes Ergebnis: 106% und drei Tode! Ich habe das damals schon als abstrus gut empfunden, aber natürlich stand die 0 nicht! Habe das auch ein wenig aus dem Auge verloren, aber sozusagen nichts verpasst. Denn nach vielen, vielen Versuchen ist erst Mitte Dezember endlich dieses Kunststück gelungen.
WOWIE ZOWIE!!! Einfach unglaublich!
Wir können jetzt groß diskutieren, ob diese Souls-God-Run irgendwie anspruchsvoller ist, als Super Meat Boy. (hat ja 16h und nicht nur 2h gedauert) Aber in meinem Herzen brauchen wir das nicht: Super Meat Boy 106% ohne Tode? ABSOLUTE LEGENDE! Da geht nix drüber! GG, next!
SO, das waren nun ein paar tolle Spiele-Highlights des Jahres 2025 von alten Spielen! Mal schauen, was das Spielejahr 2026 für uns alle in Petto hat.
Die Videospielbranche ist heutzutage eine globale Angelegenheit. Es wird überall auf der Welt gedaddelt und natürlich werden auch überall an Spielen entwickelt. Das war einmal eher eine "westliche" Industrie, aber inzwischen überall über die Erde verteilt. Natürlich auch inzwischen China ein immer größer werdener Markt; sowohl als Zielgruppe, als auch Hersteller. Für einen kurzen Blick in die immer größere Spieleindustrie in China kann ich z.B. dieses Video empfehlen.
Aber eigentlich ist das nur am Rande. Wenn "überall" Spiele entwickelt werden, dann ist natürlich auch Deutschland da ein Standort! Es gibt hier einige Entwicklungsstudios, die weit über die Landesgrenzen hinweg bekannt sind. Die Größten sind vermutlich Crytek mit ihrer Farcry/Crisis Serie und auch ihrer CryEngine als Spiele-Engine. Mit Letzterer wurde eines der besten Spiele des Jahres 2025 entwickelt: Kingdom Come: Deliverance II. Hat etliche Nominierungen für Preise bekommen, allerdings wurde meist jemand anderes Ausgezeichnet.
Oder auch Daedalic Entertainment mit ihren verschiedensten Point-Click-Adventures ist sehr bekannt. Allgemein eines der wenigen, größeren Studios, die sich noch um dieses Genre kümmern. Wobei ihr letztes veröffentlichte Spiel Der Herr der Ringe: Gollum komplett von Kritikern und Spielern zerissen wurde. Aber auch so ist man bekannt :P
Eines der ältesten, deutschen Spielestudios ist Blue Byte. Inzwischen (wie so viele andere auch) gehört es zu Ubisoft. Aber vor allem wurde das Studio bekannt mit ihrer Serie Die Siedler (eng. The Settlers). Ein strategisches Aufbauspiel mit dem berühmten "Wuselfaktor" (das hat sogar eine Wikiseite!). Von der Serie gibt es inzwischen ... ähm, ja, keine Ahnung, wie man das zählen will. Wir nehmen mal Acht Hauptteile.
Zwischen dem siebten und achten Teil gab es eine große Pause: 2010 -> 2023. Und nachdem der siebte Teil in der Szene sehr gut ankam, war der Achte dann sehr enttäuschend. Neben anderen Problemen kam auch etwas wieder auf, das schon öfters in der Siedler-Geschichte für Kritik gab: Das Spiel 2023 war eher ein Echtzeit-Strategiespiel, als ein Aufbauspiel. Und auch der erwähnte Wuselfaktor kam viel zu kurz. Es half natürlich auch nicht, dass noch während der Entwicklung bekannt wurde, dass der "Erfinder" des ursprünglichen Siedler, Volker Wertich, nach langer Zeit (im Prinzip seit Siedler III nicht involviert) wieder an Bord wäre; aber nach berühmt berüchtigten "kreativen Differenzen" doch sein Engagement zurückzog.
Aber es gab da auch was positives: Denn Volker Wertich kündigte kurz nach Veröffentlichung vom achten Siedler Teil an, dass sein aktuelles Studio an einem Spiel arbeitet, dass sich an den alten Siedlern orientieren wird und es auch wieder gewuselt würde! Der Name: Pioneers of Pagonia.
Da auch ich anno dazumal Die Siedler gespielt habe und mich das interessiert hat, habe ich mich auch für die Beta angemeldet gehabt. Habe also auch irgendwo 2024 im Early Access gespielt. Allerdings war ich da nicht sooo viel aktiv. War irgendwie nur eine zufällig generierte Karte und ich war etwas überfordert mit dem Wirtschaftssystem. Da gab es dutzende Sachen die aufeinander aufbauen und man hat sich nicht wirklich zurecht gefunden, was man denn als erstes baut und was irgendwo gebraucht wird etc.
Aber: hab mein Auge noch ein wenig auf das Spiel gehabt; mal schauen, was daraus wird. Und am 11. Dezember 2025 wurde dann das Spiel in Version 1.0 veröffentlicht. Ein wichtiger Part davon war, dass es jetzt nicht nur irgendwelche Zufallskarten gibt, sondern auch eine Kampagne. Auch wurde in den Reviews erwähnt, dass man jetzt nicht mehr von allen Ressourcen erschlagen wird, sondern die langsam freigespielt werden. Diese Hinweise liesen mich überzeugen: Ok, ich kaufe das Spiel jetzt!
Ja, all der bisherige Text ist nur Vorarbeit zu einem Spielereview ;)
Aaaaalso. Das Spiel ist, wie gesagt, Aufbaustrategie und Wirtschaftssimulation. Und "jetzt" ist es so, dass man nicht alles sofort bauen kann, sondern muss sich Dinge freischalten. Ganz am Anfang kann man nur einfache Lager bauen, die dann loses Holz und Steine sammeln. Damit kann man erste Gebäude bauen, wie einen Holzfäller oder einfache Wohngebäude für die Pioniere. Aber dann kann man "hochrüsten": Statt einfachen Steinen werden von Spezialisten nun Steinblöcke hergestellt. Oder in einem Sägewerk werden die Baumstämme aus dem Wald zu Holzbalken gemacht. Damit kann man bessere Gebäude bauen.
Erstes Eisenerz und Kohle wird im Tagebau abgebaut und in einer Schmelzerei zu Eisenbarren veredelt. Damit kann man nun Schwerter für bessere Krieger herstellen; bis dahin müssen die mit Holzspeeren arbeiten.
Und so weiter und so fort. Ich möchte hier nicht die kompletten Wirtschaftsbäume beschreiben. Zudem gibt es ja noch "Sonder"gebäude. Wie Handelsposten, in denen man mit Nachbarn Handel treiben kann. Oder Schatzsucher, die in Ruinen nach kostbaren Funden graben. Deine Bewohner müssen auch Essen. Also sollte man Getreidefarmen anlegen oder Fischereien bauen. Und die Arbeit in den Minen ist harte Arbeit; da brauchen die Arbeiter spezielle Stärkungsmahlzeiten, die nur ein Proviantmacher herstellen kann. Und irgendwer muss das ganze auch noch von Gebäude zu Gebäude tragen.
Und... ich höre mal in der Richtung auf. Man sieht aber: Es wird komplex! Wenn man etwas vernachlässigt brummt die Wirtschaft einfach nicht mehr. Ich weiss nicht, ob es möglich ist sich in irgendeiner Form komplett "zu blockieren", weil man irgendwas nicht mehr hat. Ich muss zugeben, einmal dachte ich das; bzw. die Methode zum weitermachen wäre total nervig und langwierig gewesen. Da hatte ich dann keine Lust mehr und hab die Runde neu gestartet.
Aber das ist so das große "Problem" und der große "Vorteil" des Spiels: Es ist manchmal durchaus Wartezeitlastig. Man kann die Spielgeschwindigkeit auf bis zu x5 hochschrauben, aber ich war eigentlich fast nur auf Normaltempo. Hat auch mal was gemütliches. Zumindest auf der Schwierigkeitsstufe, die ich gespielt habe, kam auch kein Stress mit Gegnern oder Zielen auf. Spiele jetzt aktuell nochmal mit höherer Schwierigkeitsgrad, das ist vielleicht etwas "schneller" aber geht noch.
Es kann aber auch mal nervig werden! Beispiel: In einer Karte musste man alle gegnerischen Lager zerstören. Und die Lager waren wirklich ins die hintersten Ecken der Karte geschoben worden. Sehr nervig, aber gut. Es wurde aber schlimmer: Man kann nur in seiner eigenen Region Gebäude bauen und diese Zone natürlich auch vergrößern. Soldaten können aber bis zu einer gewissen Reichweite beliebig über die Karte laufen. In dieser Karte habe ich das letzte Lager mit einem direkten Angriff meiner Soldaten zerstört. Auch ein Boss war da vor Ort, hat aber nur wenig Gegenwehr gegeben. Ich so: "Puh, endlich diese Karte geschafft!" ... leider nein: Dieser Boss hat ein magisches Artefakt dabei gehabt, das ich untersuchen muss. Ich kann aber dieses Artefakt nur aufsammeln, wenn auch mein Gebiet so weit ausgebreitet ist! Und wenn es aufgesammelt werden kann, dann muss ein Träger kommen und es dann zu einem speziellen Gebäude zur Untersuchung tragen. AAARGGGHH! Das war der Fall von x5 Geschwindigkeit und Toilette gehen und einfach warten ... das Spiel war eigentlich gelaufen, keine Feinde mehr, alles rum. Ich hab keine Ahnung, welchen Entwickler ich eins über die Rübe geben muss für diese sinnlose Aktion! Das hätte man in der Story dann erzählen können.
Was vielleicht mal dazu führt: Worum geht es denn in der Kampagne? Nun, Pagonia war eine vielseitige, friedliche Welt mit verschiedenen Nationen, die Handel getrieben haben. Natürlich gab es kleinere Reibereien, aber prinzipiell war alles recht gemütlich. Doch dann kam plötzlich ein Nebel auf. Und die Welt wurde zerstört und ausseinander gerissen in kleinere Inseln. Durch den Nebel ist Navigation auf dem Meer nahezu unmöglich! Doch "ihr" Pioniere des Schiffes Venture habt ein Artefakt gefunden, dass den Nebel lichten kann. Deshalb brecht ihr nun auf, andere Inseln zu finden und herauszufinden, was eigentlich passiert ist.
Das man von Insel zu Insel fährt "erklärt auch" weshalb man immer mehr oder weniger von vorne mit seiner Siedlung anfangen muss. Kann auf dem Schiff ja nicht alles mitnehmen.
Ich hatte ja die Kämpfe und Gegner erwähnt. Es gibt hier eine vielzahl von verschiedenen Kämpfern. Generische Soldaten bis hin zu mächtigen Zauberinnen. Ähnlich wie die Gebäude und Upgrades muss man hier auch darauf achten, was die Gegner sind und welche Kämpfer am besten dagegen setzt. Wobei das ein wenig im Laufe der Karten verloren geht. Es gibt Krieger, die super sind "gegen Werwölfe". Die Werwölfe gibt es aber nur in einem Level der gesamten Kampagne! Man kann die natürlich auch gegen andere Einheiten einsetzen, aber da fehlt dann der Bonus. Auch die "bösen Pagonier" kommen nur ein einziges Mal vor. Für die Szenariokarten ist das vermutlich wieder interessant, aber die Kampagne hätte gerne mehr Variation an Gegnern gehabt. Es ist da im Normalfall "Diebe und X" und X variiert. Hätte man mehr draus machen können.
Was auch allgemein für Kämpfe von Kritikern moniert wird ist, dass man da einfach nur Soldaten irgendwo hinschickt und die hauen sich mit dem Gegner dann halt die Köpfe ein. Aber man kann keinen näheren Einfluss nehmen. Aber ich überlege, ob das nicht eh die original Siedler-Idee war. Hier hat man auch nicht viel gemacht im Kampf. Daher kein Problem für mich; wie obig gesagt: Wir wollen hier kein Echtzeitstrategie, sondern Wusel-Aufbau! Wenn ich was "jetzt", wo ich auf höherem Schwierigkeitsgrad spiele, monieren muss: Gerade in den früheren Karten hat man z.B. Wachtürme, da können maximal 10 Soldaten rein. Und dann soll man Gegnerische Lager mit 20 Kriegern besiegen. Auf "Schwierigkeit: Einfach" hat das gut geklappt. Aber nun muss man seinen Wachturm dreimal hintereinander auffüllen, um endlich durchzukommen. Oder - was ich auch manchmal mache - mehrere Wachtürme nebeinander bauen. Ich vermute, auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad ist es noch schlimmer! Das ist irgendwie nicht ausbalanciert und nur nervig.
Ich bin, wie gesagt, durch und spiele gerade auf höherem Niveu durch. Das sollte schon zeigen, dass mir das Spiel sehr viel Spaß macht! Ich denke, diese "Freischaltung" für höhere Gebäude kommt mir sehr entgegen. Ich bin ja eigentlich kein großer Planer. Aber ich gehe davon aus, dass es da Fans von Aufbaustrategie gibt, die sich da in Perfektion versuchen können mit all den Materialien und Wirtschaftskreisläufen. Grafisch ist es jetzt nicht absolut herausragend, aber man kann schon tief in die Karte hereinzoomen und die generellen Bewegungen der Pioniere beobachten, wenn man will. Die Story ist in Standbilder gemacht, vielleicht hätte man ein wenig 3D bzw. Animation machen können.
Musik/Sound: Äh ... ja, also es gibt im Prinzip keine Sprachausgabe, sondern nur Text. Das was als "Sprache" interpretiert werden kann ist eher Steinzeit-Grunzgeräusche: "hey!" "oho!" oder sowas. Musik ist vielleicht etwas Fahrstuhlmusik im Hintergrund, aber nichts, worüber man reden braucht. Man kann hören, wie Bäume gefällt werden oder wenn Schwerter aufeinander krachen und das passt mehr für das allgemeine Spielsystem.
Denn eigentlich ist das alles nicht so wichtig. Man wollte ja kein Spiel haben dessen herausragende Eigenschaft "high-end Grafik und epischer Soundtrack" ist, sondern ein eher gemütliches, aber komplexes, Aufbauspiel. Ziel erfüllt muss ich sagen!
Jeder der früher gerne Die Siedler gespielt hat, sollte sich dieses Spiel definitv mal anschauen! Macht sehr viel Spaß und für Freunde von Aufbaustrategie gibt es viel Optimierungsmöglichkeiten, wo man sich austoben kann.
Vielleicht aus Nostalgiegründen möchte ich eine recht hohe Wertung geben: 8/10! Vielleicht spiele ich mal noch ein paar Szenarien zum prüfen, ob es da Pluspunkte! Aber: Kaufempfehlung!
Ich hatte hier schon öfters über DotA2 geschrieben. Hier z.B. eine ausführliche Analyse und Verbesserungsidee vom Turniersystem (das es gar nicht mehr gibt). Erwähnt habe ich dabei auch schonmal League of Legends (LoL) als "ähnliches" Spiel wie DotA. Und ich wollte mal darüber reden.
Ganz kurz (ihr kennt mich :P) zur Geschichte. Wie DotA2 schon ansagt, gibt es auch ein DotA1 (meist ohne 1 geschrieben). Das war eigentlich nur eine sogenannte "Custom Map" in Warcraft III. Warcraft III hat einen enorm mächtigen Editor, um eigene Karten zu erstellen. Und auch im noch älteren Echtzeit-Strategiespiel Starcraft gab es einen Editor, wo eine Karte namens "Aeon of Strife" veröffentlicht wurde, die der Grundstein von DotA werden sollte.
DotA wurde sehr aktiv verbessert, neue Dinge eingeführt und man kann vermutlich gar nicht mehr genau nachvollziehen, dass es immer mehr Spieler in diese spezielle Karte zog, anstatt das eigentliche Spiel (Warcraft) zu spielen. Aber prinzipiell hat ja anno dazumal auch Counter-Strike als Modulation von Half-Life angefangen und das Hauptspiel überflügelt und gilt heutzutage als größtes Online Multiplayer Spiel der Welt (aber das ist eine andere Geschichte).
Auf jeden Fall ging die Entwicklung von DotA durch mehrere Hände und einige von ihnen, die da schon nicht mehr dabei aktiv waren, gründeten Riot Games, um eben League of Legends als eigenständiges Spiel zu veröffentlichen. DotA wurde dann lange von "Icefrog" weiterentwickelt - niemand weiss, wer das tatsächlich ist! - der dann auch zusammen mit Valve (Half-Life und so...) DotA2 als eigenständiges Spiel veröffentlichte.
Prinzipiell sind beide Spiele auf der gleichen Idee basiert, haben aber sehr unterschiedliche Wege genommen. LoL ist recht geradlinig, DotA geht dagegen sehr in die Tiefe und ist auch über die letzten Jahre immer komplexer geworden. Vermutlich deshalb ist LoL auch um einiges erfolgreicher als DotA, weil es einen sehr viel leichteren Einstieg bietet. Es kam auch einiges früher als DotA2 raus (2009 vs. 2013); für DotA(1) benötigte man bis zur Veröffentlichung der "Fortsetzung" eben das Spiel Warcraft III! Und auch die Komplexität schreckt eben möglicherweise ab. DotA hat z.B. ein legendäres "Handbuch" das sich ganz einfach nennt: Welcome to Dota, You Suck. Es gibt auch einen "running gag" dazu: Es gibt verschiedene Ränge in DotA (so wie z.B. im Fussball die verschiedenen Ligen), die höchste wird Immortal/Unsterblich genannt. Wenn man das erreicht, wird gerne gesagt "Yeah, hab es aus dem Tutorial geschafft!".
Das dies hunderte oder gar tausende Stunden an DotA-Spielen bedeutet ist egal. Erst jetzt ist man im "richtigen" Spiel.
Aber ebenso auch wegen dieser Komplexität gilt DotA bei so ziemlich allen halbwegs objektiven Leuten als das bessere Spiel! Viel spannender, abwechslungsreicher, mehr zu entdecken und ausprobieren etc. Und in meinen Augen (pun intended) auch optisch einfach schöner anzusehen. In jeglicher Kategorie wird DotA gewinnen; außer eben in "Erfolg". Wobei das natürlich auch heulen auf hohem Niveau ist, da DotA auch unglaublich erfolgreich ist.
Wie "langweilig" ist LoL im Gegensatz zu DotA? Nun viele Dinge, aber wir können mal auf ein sehr "interessanten Wert" schauen. Und zwar war erst vor kurzem die LoL Weltmeisterschaft. Auch hier geht LoL eigene Wege und hat ein deutlich anderes Turniersystem als DotA. Eine der Hauptunterschiede ist das Finale bzw. der Weg dahin. DotA hat einen sogenannten Double-Elimination Turnierbaum. Das bedeutet, dass die acht Teams, die es bis in die Playoffs schaffen, nach einer Niederlage noch eine zweite Chance haben, alles zu gewinnen. In LoL gibt es nur Sieg oder man ist raus. Da ist jetzt erstmal nichts besser oder schlechter, nur ein anderes System. Aber ich habe von einem "Wert" geredet. Dieser Wert ist mal ganz "doof": Spielzeit bis ein Spiel beendet ist.
Ich liste mal die kompletten Spielzeiten auf aus Viertel-, Halb- und
(großes) Finale. Bei DotA nicht wirklich das Finale, zudem hier alle Spiele Bo3 und nicht Bo5, aber egal für das, worauf ich hinaus will. Ich schreibe auch mal nur die Minuten und nicht die Sekunden hintendran.
Seht ihr den Unterschied? Bei LoL gab es einmal einen Außreisser von 58min, vielleicht noch den 46min, ansonsten ist alles in einem sehr engen Fenster. DotA2 ist da eine viel weitere Bandbreite.
Das liegt wiederum am Spielprinzip von LoL. Ich beschreibe euch mal ein LoL Spiel. Keine Angst, ist nicht sehr kompliziert. Also:
Wenn das Spiel losgeht, sind die Spieler in ihren Lanes/Bahnen. Es werden hauptsächlich die neutralen/gegnerischen Mobs gekillt, ein wenig den gegnerischen Helden angegriffen, vielleicht passiert mal ein plötzlicher Angriff aus dem Hinterhalt. Viel mehr ist aber nicht. Man versucht halt kleine Vorteile zu ergattern. Denn nach einer gewissen Zeit (fragt mich nicht wie viele Minuten) versammeln sich beide Teams in der Mitte der Karte; ein spezieller Bossmob ist da gespawnt und beide Teams möchten diesen besiegen, denn der gibt irgendwelche Verstärkungen für das Team. Es ist ein ziemlich "taktisches" hin und her und man versucht den Gegner aus der Reserve zu locken, dass ein Spieler einen Schritt zu weit macht und man dadurch diesen Teamkampf gewinnt und den Boss legt. Denn wenn ein Team halbwegs deutlich als Sieger hervorgeht dann geht dieses in die mittlere Bahn, in Richtung der gegnerischen Basis und in 90% der Zeit ist das dann der Sieg!
Ernsthaft! So sieht ein LoL Spiel aus! Es gibt nahezu keine Comebacks oder wirkliche Gegenwehr mehr, die das verlierende Team starten könnte. Es ist vorüber. Deshalb sehen die Zeiten so aus wie sie aussehen.
In DotA2 gibt es auch einen Boss, der sehr wichtig ist zu bekommen. Allerdings anders: Man bekommt einen Gegenstand, der einem Helden ein zweites Leben gibt. Man känpft also 6 gegen 5 und nicht 5 gegen 5. Sehr großer Vorteil! ... Vielleicht, aber vielleicht auch nicht. Wenn das gegnerische Team einen guten Kampf nimmt, kann das vielleicht ausgeglichen werden. Es ist kein "Ich gewinne"-Button, wie dieser Boss in LoL der wasweissich macht als Buff und sonstiges, wo ich keine Ahnung habe. Das man in DotA auch seine Basis nicht so schnell verliert ist natürlich auch von Vorteil: Beide Spiele haben z.B. feste Verteidigungstürme. In DotA kann es im späteren Verlauf und mit einem entsprechenden Helden durchaus sein, dass Kommentatoren das als "Oh mein Gott, wie schnell ist der Turm zerstört?" kommentieren ... Aber es ist eine absolute Schnecke gegen LoL. Hier denkt man, die Türme sind einfache Streichhölzer und sind schneller weg, als man gucken kann. Fast alles ist in LoL auf diesen, einen Kampf ausgelegt. Das ist natürlich auch in irgendeiner Form sehr spannend, das hin und her und testen, wie weit man gehen kann und dann vielleicht mit einem überragenden Teamplay den Sieg davon tragen... DotA dagegen gibt es zwar spannende Teamkämpfe, aber sehr oft kann auch ein Team ein Comeback starten. Es ist nicht so der EINE HÖHEPUNKT, sondern eher mehrere Kleine. Legendäre Teamfights wie The Play oder der 6mio Echo Slam mal als Ausnahmen aus der Geschichte. Aber bei DotA kann immer wieder was passieren, bei LoL kann man aufs Telefon gucken, dann mal für diesen Teamfight hinschauen und dann eigentlich was trinken gehen. Da passiert nur in seltensten Ausnahmefällen - diesem 58min Spiel vielleicht? - noch irgendwas spannendes, der Keks ist eigentlich gegessen.
Aber genug gelästert über LoL und warum das ein schlechtes Spiel ist.
Ihr kennt mich, ich wechsle gerne das Thema. Allerdings ist tatsächlich mal wieder das Ganze im Zusammenhang mit dem Folgenden:
Wir gehen zurück zu Riot, den Machern von LoL.
Lange Zeit hat Riot nichts anders gemacht außer LoL. Einige Jahre später halfen sie als Publisher einigen anderen Entwicklern kleinere Spiele rauszubringen. Und es kamen dann auch drei Minispiele raus, die sie anscheinend in 48 Stunden programmiert haben. Aber das war alles nichts ernstes.
Erst 2019 brachten sie mit Teamfight Tactics (TFT) ein "wirkliches" Spiel raus. Illustrerweise wieder "geklaut" von Dota Auto Chess, also DotA :P Es ist ein Auto Battler, also eher ein Taktik- und auch ein wenig "Glück"spiel, basierend auf LoL. Schnelle Reaktionen sind hier nicht gefragt. Aber das Spielsystem ist sehr beliebt, es gibt inzwischen "unzählige" Auto Battler und TFT kam unglaublich gut an und ist auch jetzt noch viel gespielt und es gibt regelmäßig Updates. Hervorragendes Spiel!
Das war, wie gesagt, 2019. Im Jahr 2020 legte Riot richtig los. Erst kam League of Legends: Wild Rift auf den Markt. Das ist im Prinzip LoL, nur als Version für euer Mobiltelefon. Es hat sehr gute Kritiken erhalten, wird auch noch fleissig gespielt, aber hat inzwischen auch gemischte Feedbacks bekommen. Aber prinzipiell anscheinend eine tolle Umsetzung von LoL auf Mobil.
Weiter ging es dann mit Legends of Runeterra. Ein digitales Sammelkartenspiel, inspiriert natürlich von Magic: The Gathering über das ich auch schon öfters geschieben habe. Hier aber auch natürlich wieder basierend auf LoL; nur als Sammelkarten. Interessantes Nebenkonzept: Es ist nicht nur Spieler gegen Spieler, sondern auch Spieler gegen ... "Spiel"!? Also PvP und PvE Modi.
Mal was anderes für dieses Spielprinzip. Und auch hier wiederum: Sehr gutes Feedback von Fans und Kritikern und kam gut an. Sehr aktuell (Jahr 2025) etwas zurückgestutzt und nicht mehr so erfolgreich, wie früher, aber gutes Konzept und kann auf eine gute Zeit zurückblicken.
Als nächstes kam eine absolute Überraschung: Valorant! Ein First-Person Hero Shooter. Generelles Spielprinzip inspiriert von Counter-Strike und der Heldenmodus von Spielen wie Overwatch. Soweit so üblich. Aber: Es ist nicht basierend auf LoL! Alle Helden sind neue Ideen und haben ihre eigene Geschichte. Das kam aus dem Nichts von Riot.
Doch die haben gute Arbeit geleistet, wieder gute Kritiken, gutes Spielsystem und erfreut sich auch heute noch einer starken Spielerbasis und regelmäßigen professionellen Turnieren. Going strong! Weiter so!
Nach diesem fleissigen Jahr war erstmal wieder etwas Pause, von ein paar kleineren, casual-games Spielen abgesehen. Aber 2025 ist wieder ein interessantes Jahr!
In der Beta-Test-Phase ist gerade 2XKO. Ein Kampfspiel wie man es von Tekken oder Street Fighter sogar außerhalb der "Gaming-Blase" wohl kennt. Wie gesagt noch Beta und daher kann man noch nicht absehen, wie es sich entwickelt. Aber die ersten Meinungen geben durchaus Daumen hoch und viele Fighting-Fans sind sehr gespannt, ob sie hier ein spannendes zu Hause finden könnten. Viel mehr kann man aktuell aber nicht berichten.
Auch ganz frisch auf dem Markt (Oktober 2025) ist Riftbound.
Erinnert ihr euch ein paar Zeilen hier oben drüber an Legends of Runeterra? Ein Online Sammelkartenspiel, inspiriert von MTG in der Welt von LoL? Nun, Riftbound ist ein Tabletop Sammelkartenspiel inspiriert von MtG in der Welt von LoL bzw. Legends of Runeterra. Ich habe Runeterra nie gespielt, aber so wie ich es verstanden habe ist das Spielprinzip von Riftbound anders als bei der "Onlinevariante". Ich erwähnte ja, dass Runeterra gerade auf dem Absteigenden Ast ist. Die "Echtwelt" Variante scheint aber locker in die Fußstapfen treten zu können. Ich lese ja die MtG Szene ein wenig und sehr viele Leute da sprechen über Riftbound, spielen Riftbound oder bei einem der ersten Riftboundturniere macht gar eine Mitarbeiterin von MtG mit und gewinnt das Ding auch noch. Aktuell sieht Riftbound nach einem vollen Erfolg aus!
So, habt ihr etwas gemerkt?
Am Anfang hab ich sehr über League of Legends gelästert und das es ein schlechtes, langweiliges Spiel wäre (was es IMHO auch ist). Aber dann, bei Riots' anderen Aktivitäten und Spieleveröffentlichungen, hab ich andauernd gelobt und gute Kritiken erwähnt. Und das ist diese komische "Verbindung": LoL ist zweifellos der Platzhirsch und der Goldesel für Riot. Aber sie nutzen ihre Möglichkeiten in ihren anderen Spielen, um hier ein richtig tolles Ergebnis zu bringen, obwohl der Goldesel eigentlich nur hechelnd herantrottet.
LoL werde ich wohl nie wirklich mögen. Aber ich muss tatsächlich anerkennen, dass Riot richtig gutes Zeug rausbringt! Ich bin gespannt, ob LoL irgendwann mal gut wird und natürlich was für Ideen die sonst noch haben. Wie man auf der verlinkten Wikiseite sieht, gibt es noch zwei "geheime" Projekte, die sie haben:
Ein MMORPG - Ob World Of Warcraft oder Final Fantasy XIV Angst bekommen müssen?
Und ein "Projekt F", das als Action-Adventure beschrieben wird. Das klingt in Richtung Diablo.
Ich bin in beiden Spieletypen nicht mehr soo tief drin, aber ich habe viel WoW und Diablo in meiner (ein-zwei Jahre zurückliegenden) Jugend gespielt. Entsprechend werde ich das genau verfolgen, was die nächsten Schritte von Riot sind! Hoffentlich weit weg von LoL...
;)
Wir haben mal wieder ein Spielereview! Heute geht es um das Spiel Keeper. Das Spiel ist vom Hersteller Double Fine. Kommt vielleicht bekannt vor, deren Spiel Psychonauts hatte ich mal besprochen - und im Crowdfunding unterstützt. Dies ist aber ein ganz anderes Spiel. Und dafür muss ich noch einen anderen Hersteller erwähnen: Amanita Design. Auch diese hab ich schonmal erwähnt, im Zusammenhang mit dem Happy Game.
Warum "kombiniere" ich hier diese beiden Spielehersteller? Nun, Amanita Design macht wunderschöne Point-and-Click Adventure, die ohne irgendwelche Sprache oder Texte auskommt. Keeper nun ist ein wunderschönes Point-and-Click Adventure, das ohne irgendwelche Sprache und Texte auskommt! Prinzipiell, wenn mir wer Keeper ohne Kontext gezeigt hätte, hätte ich schon fast vermutet, dass es von Amanita Design kommt und nicht Double Fine. Da das Spiel in 3D ist und nicht 2D (oder so 2,5D) und auch die Grafik nicht Handgezeichnet haben wir zwar Zeichen, dass es nicht passt. Aber das grundlegende Spielsystem ist voll "geklaut"! Und wie ich im Happy Game Eintrag erwähnt hab, bin ich großer Fan von dieser Art von Spiel. Deshalb war Keeper auch ein Pflichtkauf!
Das Spielprinzip hab ich sozusagen schon verraten, aber mal im Detail. Worum geht es?
Nun, in einem magischen(?) Sturm fällt ein Leuchtturm um. Schlechter Leuchtturm, wenn das passiert... aber keine Angst: Dem Leuchtturm wachsen Beine (die halbwegs nach Spinnenbeinen aussehen, so dass das Spiel beim Start eine Arachnophobiawarnung gibt :P) und man macht sich auf die "Reise". Man befreundet schnell einen Vogel(Drache?) der einen bei Hindernissen(Puzzlen) unterstützt. Wohin geht es? Ein verschneiter Berggipfel ist das angezeigte Ziel. Warum dahin? Keine Ahnung! MacGuffin. Aber bei so einem Spiel auch nicht soooo relevant. Hauptsächlich geht es um die Puzzles und vor allem die Welt. Die ist zwar eben nicht handgezeichnet, aber sieht unglaublich toll aus!
Leider kann man das nicht ganz so genießen. Denn die Kamera ist fest vorgegeben und "ich schau mich einfach etwas um" ist nicht möglich; zudem ist die Kamera hin und wieder ein übeles Ärgernis, wenn man nicht "nach vorne" läuft, sondern mal in andere Richtungen. Teilweise sieht man gar nichts. Das ist einfach schade. Ich vermute es liegt daran, dass das Spiel empfiehlt einen Controller zum Spielen zu benutzen und ganz oft in Spielen ist dann der linke Stick zum herumlaufen und rechte für die Kamera. Hier ist der rechte Stick aber für etwas anderes benutzt.
Was eine gute Überleitung zum Spielsystem ist. Denn wir sind ein Leuchtturm; was für Möglichkeiten haben wir überhaupt für Puzzle? Nun, wir haben natürlich eine starke Lampe! Wir merken recht schnell im Spiel, dass Licht sehr wichtig ist und viel Effekt in der Welt hat. Vielfach für allgemeine Reaktionen, wie das Blumen sich öffnen oder Tiere(? Wesen) reagieren darauf. Aber natürlich auch für die Puzzle. Und um die Lampe auf ein Ziel auszurichten wird eben der "Kamerastick" benutzt. Da muss man eben die mindere, automatische Kameraführung hinnehmen.
Weitere Puzzlemöglichkeit ist unser Vogel, der dann Kurbeln drehen oder Schalter auslösen kann. Hier ist ein "Lichtreflex" auf dem Bildschirm zu sehen, der dann einem sagt, dass man den Vogel losschicken kann. Dazu aber gleich noch was.
Es gibt dann im Spiel noch ein paar "Twists" dazu, aber das ist eigentlich alles an Puzzlelösungsmöglichkeiten, die wir zur Verfügung haben. Das Ganze ist ähnlich bei den Amanita Design Spielen nicht ausgelegt knüppelhart zu sein und die Lösungen machen deutlich mehr Sinn als bei Monkey Island und ähnlichen Spielen. Entsprechend ist es eher ein "Wohlfühlspiel" mit ein wenig herumkniffeln.
Musik haben wir natürlich auch. Die ist Atmosphärisch und passend, aber auch etwas Aufzugsmusik und nichts, an das man sich erinnert.
Ich erwähnte, dass ich noch was zu diesem Vogel losschicken sagen wollte. Oder andersherum und von vorne: Wie gesagt sind die Puzzle nicht sehr schwierig. Bevor ich das Spiel gekauft hatte, hab ich ein wenig Berichte gelesen und jemand meinte, man soll in den Optionen einstellen, dass man nicht überall Hinweise bekommt, dass man eine Taste drücken soll, damit man wenigstens ein wenig was tun muss. Also dachte ich, so mach ich das auch und hab das direkt am Anfang eingestellt. Das hat sehr "interessante" Auswirkungen gehabt: Denn diese "Hinweise" waren schlecht gemacht! Was mein ich damit? Nun, ganz am Anfang, wo man da als Leuchtturm "aufsteht", erscheint unten im Bildschirm der Hinweis, dass man eben mit dem Linken Stick herumlaufen kann; etwas später, dass man mit Rechts die Lampe herumschwenken kann; und nochmal später, dass man mit einer Schultertaste das Licht fokussieren kann.
Es gibt also trotz "ausgeschalteten Hinweisen" Angaben, was man machen soll. Leider wird das nicht durchgezogen. z.B. auch relativ am Anfang stand ich vor so "Baumstämmen" die im Weg waren und ich kam nicht durch. "Aha, muss vermutlich irgendwas anleuchten oder so, dann gehen die weg..." und alles mögliche versucht und herumgelaufen (mit der besch...eidenen Kameraführung). Nichts geholfen. Ok, ich mach mal die Anweisungen an. ... oh! Ich soll einen Button drücken und dann macht der Leuchtturm einen "Sprint" und kann das Durchbrechen! ... ???
Ok, es macht verdammt viel Sinn, dass man in einem Spiel die Bedienung durch Kontext im Verlauf dem Spieler beibringt. Wie die erwähnten Beispiele: "Wir müssen das jetzt zum ersten Mal machen, also erwähnen wir einmal, was wir machen müssen!".
Aber dann macht es auch! Zieht es durch! Weil hier passiert das nicht. Da werden ein paar Sachen erwähnt, aber dieser "Sprint" oder auch dieses Vogel losschicken hatte mich da erwischt. Hier hab ich dann in die Tastenbelegung geschaut und dann ausprobiert und ein Aha-Erlebnis. Aber warum wird das beim ersten Fall nicht dem Spieler angezeigt? Dieses halb-halb hier ist echt nervig!
Ok, es ist wieder mal, wie üblich bei diesen Reviews, passiert: Habe jetzt viel über das Negative geredet. Was ist den das Positive und wie gefällt mir das Spiel? Aber eigentlich hab ich das schon gesagt: Mir gefällt die farbendfrohe Welt und die liebevoll gestalteten "Charaktere" und auch die Puzzle sind gut gemacht. Aber viel mehr ist in dem Spiel jetzt nicht! Muss es das? Nö! Vielleicht für manche:
Ein negativer Kommentar - hatte da ja etwas gelesen - meinte, dass Spiel sei ein "Walking Simulator". Das ist es jetzt nicht für mich, dafür hat man zu viele Puzzle zu lösen. Es gibt ja sogar einen Endboss! Sowas haben Walking Simulator nicht.
Insgesamt also ein nettes Spielchen. Hat halt das übliche "Problem" von Spielen, deren Hauptinhalt Puzzle sind, dass man nicht wirklich nochmal Lust hat nochmal zu spielen. Denn jetzt kennt man ja die Lösungen - sofern sie überhaupt zum Nachdenken angeregt hatten. Man könnte jetzt anfangen Speedruns zu machen; mit der besch..eidenen Kameraführung und da selbst ich zwischendurch mal irgendwie den normalen Pfad verlassen habe und außerhalb der Spielwelt herumgewandert bin, sehe ich da Potenzial!
Ich gebe ja immer noch eine Endbewertung ab. Ich gebe mal für das hübsche Design und Puzzle 7 von 10 Punkten! Wenn die eine vernünftige Kameraführung hätten, würde ich wohl 8 geben, aber eben Abzüge hier.
Prinzipiell für alle, die gemütliches Puzzlen mögen, zu empfehlen!
Es ging mal wieder ins Colos-Saal für ein Konzert. "Heute" war ordentlich auf die Fresse geplant und Death Metal angesagt. Aber erstmal kurz was dazu, als ich ankam:
Also meine letzte Erwähnung vom Colos-Saal war im April. Und ich könnte schwören, damals gab es vor der Bühne noch keine Bühnengitter; aber wir hatten sie jetzt! Haben die Angst, dass jetzt beim Death Metal ordentlich abgeht? Also ich war schon bei entprechenden Konzerten da und da gab es das nicht. Komisch... hatte aber noch anderen "nutzen", wie ich herausfand: Die Fotografen sind vor die Gitter gegangen, um ihre Bilder zu machen. Ich hab auch Bilder gemacht, da ich aber ja nicht akkreditiert bin, sondern das immer Privat mache, hab ich das nicht genutzt. Bekommt also die üblichen Hinterköpfe oder so. Oh, wenn mein Text hier nicht interessiert, hier findet ihr die Bilder.
Ansonsten war vor dem Konzert noch sehr leer und wirklich voll wurde auch am Ende nicht. Sehr lockere Staffelung. Death Metal ist wohl nicht so Massentauglich ;)
Auch muss ich jetzt schon mal das Merchandise erwähnen. Ich kaufe ja bekanntlich immer erst am Ende was, aber mal einen Blick riskieren. Und ... puh! Also gut, dass Konzert-Shirts inzwischen 35EUR aufwärts Kosten ist ja schon nicht so dolle. Aber das ganz simple CDs für 25EUR (35, wenn du Unterschriften drauf willst) angeboten werden. Ernsthaft? Also hab jetzt mal im offiziellen Shop geguckt: 16,99EUR! Fast 10EUR weniger. Das kann ich nicht mit "Livezuschlag" oder sowas verheiraten.
(Spoiler, ich hab mir ne CD gekauft...)
Aber genug der Vorrede. Lasst uns zur Musik kommen!
Angesagt war Start für 20 Uhr; um 19.55 betraten die Mannen aus Hamburg die Bühne. Hatten auch fleissig ihr Gesicht bemalt. Nicht so Corpsepaint; das ist eher was für Black Metal. Hatte ein wenig Braveheart Vibe. Aber egal, sie legten sofort los. Der Sänger zog sehr gerne mal Grimassen und war ständig auf der Bühne unterwegs. Vermutlich auch deshalb nutzte er alle drei Mikrophone auf der Bühne - klassisch aufgebaut Links, Mitte, Rechts. Interessanterweise würde man ja mit dem mittlerem Mikro das Hauptmikro vermuten. Aber außer ich bin völlig bescheuert, kam mir genau dieses in der Mitte irgenwie am leisesten von den Drei vor.
Musikalisch waren sie natürlich im Death Metal unterwegs. Allerdings eher im Midtempo Bereich. Kaum wurde es schneller hatte es mehr anleihen von Thrash Metal. Und prinzipiell muss ich vielleicht für die Musik auch Heavy Metal erwähnen. Denn das man so ziemlich in jeglichem Metal Subgenre mal mit "HEY"-Chören die Musik begleitet ist jetzt nichts besonderes. Aber in Death oder Thrash tatsächlich mal Text mitsingen? In Death eh schon im Allgemeinen sehr schwer. Aber Rise of Kronos haben das Publikum dazu ermuntert! Zwar nicht wirklich Liedzeilen, aber halt einzelne Worte: "Olympus has fallen" und "Titanum" gröhlten wir z.B. fleissig mit. Denn die Band machte Spaß und das langsam - aber eben nicht wirklich füllende - Publikum wachte auf und war durchaus angetan von der Band. Glaube ein paar Gäste waren auch größere Fans, so wie sie Liedernamen kannten und abgegangen sind. Entsprechend machte die Band sogar eine Zugabe. Also naja, die waren ca. 15sek von der Bühne, bevor sie "wollt ihr noch was hören?" fragten. Und natürlich war die Antwort "ja".
Insgesamt versorgten die Jungs uns mit ca. 40min Musik und wir waren warm.
Wer Crypta nicht kennt - und zu faul ist, oben auf den Link zu klicken - das ist eine Band aus Brazilien und eine reine Frauenband. Je nachdem wie sexistisch ihr seid, hättet ihr das nicht vermutet, wenn ihr vor der Bühne mit geschlossenen Augen standet. Denn Crypta dachte nicht daran langsam anzufangen, sondern knüppelte direkt mit dem ersten Song ordentlich auf die Möhre! Ich hatte ja erwähnt, dass Rise of Kronos eher Midtempo sind. Crypta sind high-speed und voll auf die 12! In ähnlicher Manier allerdings zog auch hier die Sängerin gerne mal Grimassen; die sahen allerdings leicht anders aus. Und auch hier mussten wir mitsingen. Das war aber dann klassisch eher auf "Hey" beschränkt. Aber irgendwie fingen auch irgendwelche Hardcorefans(?) an, mitten in Liedern "OhohoHoh..." mitzusingen und der Rest zog mit. Sorry, kann diesen "Gesang" schwer in Textform packen. Glaubt einfach, dass es cool war.
Das war auch das einzig Kalte drumerhum. Denn die Band rockte (pun intended) einfach ab und Stimmung war einfach nur am kochen. Es wurden kleinere Pogopits gestartet und die Band und Musik absolut abgefeiert.
Ich muss aber mal kurz von der Band die Schlagzeugerin herausgreifen. Diese Leute da hinten auf der Bühne bekommen eh zu selten das Spotlight, wie es ihnen gebührt. Vor allem dieser Dame hat es verdient. Denn - und das klingt jetzt schon fast Gegensätzlich - die Frau schaute die meiste Zeit recht gelangweilt aus. Die knüppelt da übele Kombinationen in erwähnter, hoher Geschwindigkeit runter - an zwei Stellen kam es mir sogar vor, dass sie zu schnell für den Rest der Band wurde und sich dann zügeln musste - und schaut so aus wie "kann mir wer noch nen Bier bringen?" Absolute Kontrolle über ihr Instrument! Genial! Und ich hätte echt gern gewusst, wo das herkommt, dass sie ihre Basedrum von ihr weg nach oben gestellt hat (sieht man auch im Bild)!? Ich kann mich nicht erinnern, dass ich das schonmal bei einer Band gesehen habe. Hat bestimmt eine Bedeutung. Ich werde es vielleicht irgendwann erfahren, dieser Abend war es leider nicht.
Oh, weil ich gerade "Bier" erwähnt habe: Recht ungewohnt war das die ihre Bühnentrinkversorgung nicht in irgendwelchen Flaschen hatten, sondern alle hatten so Plastiktrinkflaschen (sowas in der Art). Auch das, was ich so noch nicht gesehen habe. Tag der Neuigkeiten!
Auf meinem Zettel, wo ich mir Dinge vom Konzert notiere, damit ich es nicht für diese Berichte vergesse, steht auch noch "Slam Death". Ich weiß nicht, wie genau ich das jetzt in den Text einpflege, aber ich erwähne einfach halt mal, dass die Band zwischendurch (also in einem Song) auch mal vom high-speed runter und am anderen Ende des Spektrums heraus kam.
All die Stimmung und Action konnte allerdings nicht helfen, dass die Band dann am Ende groß umjubelt ohne Zugabe von der Bühne ging. Allerdings auch nicht völlig überraschend. Denn die Band war ca. 70min auf der Bühne. Und diese junge Band hat erst zwei Alben draußen. Wenn sie jeden Song von denen direkt nach einander spielen würde, wären 90min rum. Und es waren recht wenige Ansagen mitdabei, haben also durchaus einen Großteil ihres bisherigen Schaffens erlebt.
Großartiger Auftritt, der mal das Gehin freigerüttelt hat!
Nach dem Auftritt war die Sängerin noch vor der Bühne für ein wenig geplauder und Selfies; leider keine Schlagzeugerin für mich ;)
Und ich hatte es ja gespoilert und nahm tatsächlich noch ne überteuerte CD und auch noch das Tourshirt von Crypta mit. Bei Rise of Kronos hab ich auch noch CD mitgenommen. Hier waren es übrigends nur 15EUR ;)
Erfolgreicher und unterhaltsamer Abend! Wenn ihr die Chance habt, Crypta zu sehen, tut es! Die rocken euch weg!
Ich hatte anno dazumal einen recht langen Artikel über Magic: The Gathering (MTG) geschrieben, obwohl ich das gar nicht aktiv spiele, aber irgendwie Fan davon bin.
Ansonsten hatte ich - hauptsächlich bei irgendwelchen Spielereviews - die Final Fantasy Serie erwähnt. Auch hier: Ich bin sehr großer Fan, aber eigentlich spiele ich das nicht mehr. Da ich keinen wirklichen Artikel dazu habe, nur ganz kurz (ihr kennt mich ;) )dazu:
Wie wohl sehr viele aus meiner Generation war Final Fantasy VII(7) auf der originalen Playstation ein großer Startpunkt in die Serie. Seitdem habe ich alle Teile von 1-9 gespielt. Wir sind allerdings inzwischen bei Ausgabe 16! Aber die Spiele sind meist nur auf Konsole zu haben und ich hab seit erwähnter Playstation keine neue Konsole mehr gekauft. Teil 10 war schon Playstation 2, hatte ich nicht. Daher kenne ich seitdem fast alles nur von außen. Aber, wie gesagt, immernoch großer Fan! Liegt vielleicht auch daran, dass ich mit ein paar Freunden ziemlich Fanatisch bin (Insider ;) )
Auf jeden Fall begab es sich, dass diese zwei eigentlich völlig verschiedenen Spiele - Videospiel<->Kartenspiel - in Kooperation gingen und ein MTG Set auf Basis von Final Fantasy rauskam. Nicht nur ich war da tatsächlich sehr gehyped und es wurde erwartet - und auch passiert - dass viele Final Fantasy Fans sich mal MTG anschauen. Und damit zusammenhängend sind schon vor Veröffentlichung die (Vorverkaufs)Preise der Booster und Boxen übel in die Höhe geschossen. Auf der verlinkten Seite hier sieht man etwas weiter unten so farbige Chocobos. Besonders das Goldene oben ist zu beachten. Es gibt nur 77 Stück davon Weltweit. Und Sammler geben da gerne mal um die 50.000+$ dafür aus! Das hat auch die Preise in die Höhe getrieben.
Ich hab nur "normale" Karten gekauft und die Commanderdecks. ja, ich hatte mich der üblichen "ich kaufe ein Boosterpäckchen pro neuer Edition" Aktion abgewandt und tatsächlich etwas Geld ausgegeben. Allerdings alles unverbindliche Preisempfehlung und nichts zu teuer gekauft. Das dürfen andere machen.
Keine Überraschung: Das Set war ein absoluter Gewinn für MTG und die Macher von Wizard of the Coast und ihre Besitzer von Hasbro. Diese "Universes Beyond" Reihe, wo MTG mit anderen, sehr bekannten, Thematiken kooperiert ist auch weiter am laufen. In nur einem Monat wird MTG mit Spiderman verknüpft. Für Ende des Jahres ist auch noch was mit Avatar: The Last Airbender angekündigt. Letzteres müssen wir schauen, Spiderman ist auf jeden Fall schon ordentlich am Kochen und auch hier sind die Vorverkaufspreise meist schon weit über der Preisempfehlung.
Aber das juckt mich nicht! Spiderman bekommt von mir vermutlich wieder ein(1) Boosterpack weggekauft. Interessiert mich nicht.
Was mich zum Nachdenken angeregt hat: Welches andere "Universum" außer Final Fantasy würde mich erneut bewegen, Magic-Karten zu kaufen?
Wir haben ja, wie erwähnt, Spiderman von Marvel. Was gibt es sonst noch so von Marvel? Guardians of the Galaxy? Fantastic Four? Deadpool (gibt es schon als Secret Lair)? Könnte noch viel auflisten. Aber auch wenn ich manche sehr gern habe, es reicht nicht für meinen MTG-Kauf!
Was liebe ich denn? Nun, immer noch mein absolutes Lieblinsspiel ist Super Meat Boy. Aber das hat viel zu wenig Welt und Charaktere, als da ein Set gemacht werden könnte. Vielleicht ein Secret Lair? Ok, das würde ich sowas von abgreifen!
Was gibt es noch an großen Universen? Star Wars? Hm... nicht wirklich. Ja, das würde auch Kohle ohne Ende geben für MTG. Aber glaube nicht von mir. In den letzten Jahren irgendwie den Flair verloren für mich auch. Star Trek hat so für mich vielleicht bessere Chancen, mich zu überzeugen. Und nein, wir fangen jetzt nicht die Diskussion Star TREK vs. Star WARS an. Prinzipiell sind beide auch relativ "ähnlich" (oh Gott, jetzt bekomme ich Hassmail); zumindest in Hinsicht für ein MTG set.
Oh, Perry Rhodan! Ja, hier würde ich tatsächlich nochmal zugreifen! Ob die Amis überhaupt wissen, dass es "Die größte Science-Fiction-Serie" der Welt überhaupt gibt ist vielleicht was anderes. Zudem gibt es auch nur geringe Englische Übersetzung von Perry Rhodan und müsste hier verdammt viel Übersetzungsarbeit in die "andere Richtung" machen. Daher wohl eher geringe Chancen, dass das passiert.
All diese sind auch Sci-Fi (in gewissen Maße) und je nachdem man es sieht, nicht gerade die Hauptthematik, die MTG normalerweise hat. Und ja, es gab schon MTG Karten mit Doctor Who - allerdings kein komplettes Set. Zudem ist das aktuelle "In-Universe" Set, ohne externen Bezug, im Weltraum, was aber so manche auch schon komisch finden. Fantasy (wie in Final Fantasy) kommt da um einiges besser.
Was wären denn große Fantasy Welten? Game of Thrones. Hm, das klingt interessant! Da hätte ich vielleicht Interesse! Allerdings auch hier ein recht unwahrscheinliches Szenario. GoT ist ja gerne mal sehr Blutrünstig oder zeigt viel nackte Haut. Die Zeiten, wo bei MTG Bilder wie Earthbind genutzt wurden, sind lange vorbei. Natürlich muss man das alles nicht verbildlichen, aber als auch nur der Charakter Negan aus der Walking Dead Serie eine Karte bekam, gab es kritische Stimmen, aufgrund seiner Brutalität in der Serie. Das es auch in MTG es unglaublich böse Wesen gibt, scheint "egal" zu sein. Vielleicht weil viele davon eben eher auf "ich übernehme die Welt und töte erstmal alles" nicht so schlimm (...) ist, wie jemand der andere mit Baseballschlägern, eingewickelt in Stacheldraht, verprügelt, weil sie ihm nicht gut genug sind. Anderes Level der Bösartigkeit.
Aber wir brauchen jetzt nicht alle Welten durchzugehen, die existieren. Fakt ist: Mich nochmal zum Kauf von MTG-Karten zu bewegen wird sehr sehr schwierig. Vielleicht werde ich ja von irgendwas überrascht. Aber aktuell wünsche ich glaub allen viel Spaß mit Spiderman und Avatar und ihren leicht günstigen Boostern. Um herauszufinden, ob sich das lohnt, empfehle ich die weitschweifenden Ausführungen vom Professor. Viel Spaß!
Es hatte sich abgezeichnet, aber es ist nun tatsächlich passiert!
Der "prince of darkness", Ozzy Osbourne, ist von uns gegangen.
Erst vor ein paar Wochen hat er noch sein Abschiedskonzert gegeben. In original Black Sabbath Besetzung. Zudem etliche andere Bands waren mit dabei.
Nun ist er tot. Es kam schon der böse Kommentar: "Für das, was er alles an Drogen und Sonstigem genommen hat, hat er lange durchgehalten!"
Prinzipiell korrekt. Er hat sich einiges reingestopft und 76 ist nicht dirket junges Alter. Aber trotzdem das Ende einer Ära!
Black Sabbath gelten in Metalkreisen als "Ausgangspunkt" dieser Musikrichtung. Entsprechend muss man den Einfluss dieser Band honorieren. Ozzy ist zwar da nur ein Teil der Band. Aber seine Attitüde und Performance als Frontmann hat auch in der Richtung einiges geprägt. Man kann das alles nicht zu gering einschätzen!
Kondulationen müssen auch in Richtung von seiner Frau Sharon gehen. Seit 1982 verheiratet hat sie ziemliche viele Höhen und Tiefen mit ihm mit- und durchgemacht. Und wie auch oben im verlinkten Nachruf zu lesen: Vermutlich ist sie als "Erdung" der Grund, dass Ozzy überhaupt so lange durchgehalten hat.
Was ich gespannt bin ist, was der Rest von Black Sabbath nun so musikalisch machen wird. Die Band ansich gab es ja schon lange nicht mehr und nur für das Abschiedskonzert zusammengefunden. Aber wird man z.B. den Gitarristen - und Treibende Kraft hinter Black Sabbath - Tony Iommi in anderer Form mal wieder sehen können?
Ich würde es hoffen! Würde gerne auch mal noch was Live erleben wollen!
Keine Ahnung ob Ozzy nun im Himmel und der Hölle ist, aber eine Legende ist von uns gegangen!
Die Älteren unter uns werden sich noch an die Zeit erinnern, als Mobiltelefone überhaupt erst aufkamen. Und im Speziellen dazu vielleicht, als es möglich wurde über das Telefon Musik abzuspielen. Man wurde überall, bevorzugt in Bus und Bahn, von Leuten genervt, die dann schlechte Musik über ihr Telefon laufen ließen. Ich hatte anno dazu mal überlegt, eine "Studie" zu machen, was für Leute das sind bzw. also welchem Musikgenre die angehören. Denn gefühlt war das immer Rap/Hiphop. Hin und wieder Techno. Rock/Metal musste ich glaub nie extern ertragen. Und ich schreibe hier jetzt selbst bei Rock/Metal "ertragen", denn selbst die beste Musik kann auf den schlechten Mobiltelefonlautsprechern von damals nicht vernünftig klingen.
Aber diese Statistik ist jetzt nicht so wichtig. Prinzipiell ist das ja alles vorbei und passiert kaum noch. Vielleicht muss ich Ausnahmsweise mal Apple danken, als sie ihre AirPods rausbrachten, so dass es "Hip" wurde, Ohrstöpsel zu tragen. ... Aber mach ich mal nicht, sondern schiebe es mehr auf "Headphone Enthusiasten", die - auch hier etwas "Hip" - anfingen richtige Kopfhörer als "Statusobjekt" zu tragen. Man sieht seit dem viele Leute auf den Straßen, die Kopfhörer tragen.
Heutzutage wird Musik ja gerne über Bluetoothboxen gespielt und nicht direkt über sein Telefon. Aber vielleicht, weil es "unhandlicher" ist, wird man hier seltener belästigt. Wenn das irgendwelche Leute einfach so auf den Boxen rausblasen, sind die im Normalfall irgendwo in der "Landschaft" unterwegs. Aber tatsächlich in Bussen und Bahnen eigentlich nie zu erfahren. Manchmal vielleicht an Fasching, steigt wer mit Box ein und nervt, aber ist sehr selten.
Was ich aber aktuell aber öfters beobachte bzw. überhöre ist was "Neues":
Videotelefonie!
Ich weiß nicht warum, aber wenn jemand mit seinem Mobiltelefon im Zug (z.B.) telefoniert, stört mich das nicht wirklich. Aber wenn jemand ein Videotelefonat hat und dann die andere Stimme wie "früher" aus eigentlich jetzt besseren Lautsprechern kommt ... absolut schrecklich und nervtötend!
Vor allem: Warum????
Meist, wenn ich das bei einer Zugfahrt abbekomme, sind das auch Gespräche über 30+min! Was erzählt ihr euch da? Vor allem, warum braucht es da Video? Zudem beobachte ich das eben häufiger und ganz oft ist das Telefon gar nicht auf einen wirklich gerichtet. Vermutlich zu anstrengend nach 5min des ewigen Gesprächs. Vermutlich benutze ich in den seltenen Videotelefonaten das falsch. Ich benutze das - sowieso sehr selten - um wirklich den Gegenüber zu sehen und mich sehen lassen warumauchimmer. Oder, fast noch öfters, um dem Gegenüber was zu zeigen. Also etwas außer mir. Einfach so gelangweilt und 2/3 der Zeit nicht auf das Telefon gucken ... da könnt ich auch ganz normal anrufen und brauch kein Video.
Ich schreibe diese Blogartikel ja auch meist nicht in 5min runter, sondern das ist ein "Prozess". Daher kann ich ganz aktuelles Beispiel beschreiben: War im Supermarkt einkaufen. Und ein recht junger Mann hat auch nen Videotelefonat mit seiner Freundin/Frau gehabt! Also ich kenn das ja so ein wenig, wenn man seinen Partner schreibt, was man noch so einkaufen soll. In dringenden Fällen vielleicht Telefonat. Aber wieder Videoübertragung? Ok, kann man was zeigen, wie oben erwähnt. Aber braucht man das? ... gut, hier vielleicht tatsächlich. Denn zufälligerweise war der Kerl dann direkt hinter mir an der Kasse. ... und hatte irgendwie nur 6 verschiedene Energydrinks auf das Band gelegt! Dafür muss man jemanden anrufen? Die Freundin scheint sehr Kontrollwahn zu haben oder so...
Wie gesagt kommt das ganze irgendwie immer mehr auf. Ich bin gespannt, ob wir in ein paar Jahren uns erinnern, dass wir mit Leuten telefoniert haben ohne sie zu sehen. Das ist dann wie vom Krieg zu erzählen. Schon jetzt ist ja schon der "Gag", dass man erwähnt, dass mit Mobiltelefonen auch telefoniert werden kann und nicht nur Nachrichten geschrieben und Musik gehört werden kann!
Ein "kleiner Bruder" von alldem ist im übrigen: Sprachnachrichten!
Habt ihr vielleicht schonmal gesehen, wie Leute ihr Telefon so horizontal an ihr Ohr halten. Die haben ne Sprachnachricht bekommen und möchten die abhören und die "Töne" kommen aus dem Lautsprecher unten, der auch für Musik etc. benutzt wird.
Leider haben diese Leute noch nicht kapiert, dass die meisten Apps, die Sprachnachrichten unterstützen, so klug sind die Haltung des Telefons zu erkennen. Soll heißen: Wenn man sein Telefon an sein Ohr hält, wie wenn man ganz normal telefoniert, dann wird die Ausgabe der Sprachnachricht auf den entsprechenden Telefonlautsprecher "umgelegt". Dann kann man die Nachricht viel besser hören, als wenn man das ganze so horizontal an sein Ohr hält. Die Belästigung der "Umwelt" ist zum Glück selbst in der ersten, dummen Variante nicht so schlimm. Aber könnte man eben auch recht einfach abstellen.
So, genug zu nervtötendem Lärm. Ich mach jetzt erstmal ein wenig Metal in die Anlage... ;)
Ich muss nochmal über Clair Obscur reden. Das Spiel ist einfach soooo gut!
Wobei ich über etwas ... hm ... "negative" Dinge reden möchte. Zudem kommen wir zu Details des Spiels. Also SPOILERWARNUNG oder so.
Ihr seid gewarnt!
OK. Also worüber ich reden wollte ist, das "Endgame". Mit Akt 3 im Spiel bekommt man die Fähigkeit über die Weltkarte zu fliegen. Das bedeutet: "The world is your oyster" und man kann überall hin und alles mögliche machen, was (mehr oder weniger) nichts damit zu tun hat, das Spiel abzuschliessen.
Das ist für Rollenspiele nicht ungewöhnlich. Sehr oft gibt es sehr viel optionales zu tun. Was auch sehr üblich ist: Vieles, was man durch optionale Quests (o.ä.) macht und Gegenstände, die man bekommt, sind unglaublich mächtig und machen den Rest des eigentlichen Spiels einfacher. Je nach Spiel ist es extremer oder nicht. Um mal drei Beispiele von anderen Spielen zu nutzen:
In Chrono Trigger gibt es zwar sehr viel alternative Ausrüstung. Und ja, es macht die Sache einfacher. Aber der Endboss ist immernoch eine recht große Herausforderung! Hier gibt es also nur kleine Verbesserungen für die Charaktere. Allgemein kann man natürlich dann den Schwierigkeitsgrad anmeckern.
Final Fantasy VII(7) hat (z.B.) eine recht aufwendige, optionale Questreihe, wo man Chocobos brüten muss. Am Ende winkt dafür aber die mächtigste Beschwörung im Spiel "Knights of the Round" (Ritter der Tafelrunde). Dieser magische Spruch tötet nahezu alle Gegner im Spiel mit einem einzelnen Spruch. Doch natürlich wussten das die Macher des Spiels. Daher: Der Endgegner hat zwei Phasen. Wenn in der erste Phase die Ritter genutzt werden, bekommt die zweite Phase einfach mal die doppelte Lebenspunktezahl! Es ist also eigentlich von Vorteil, für den Endboss diese Magie nicht zu benutzen! (zugegeben: Man kann das Spiel durchaus "kaputt machen" und übermächtig werden; aber direkt an den optionalen Quests liegt es nicht)
Im achten Teil von Final Fantasy dachten sich die Programmierer: "Ist doof, wenn die Spieler so viel Optionales machen und stark werden." und daher skaliert das Spiel mit! Je stärker man wird, desto stärker werden auch die Gegner. Es ist daher tatsächlich eine Taktik möglichst schwach ins Endgame zu gehen, um es einfacher zu haben. Speedrunner, die möglichst wenige Gegner bekämpfen wollen, freut das!
Das sind Beispiele für Ideen, was die Spielemacher so machen, um das Ende des Spiels interessant zu halten für all die optionalen Quests.
Clair Obscur macht nichts davon! In dem Moment, wo man in Akt 3 kommt, kann man richtung Endboss laufen. Macht man das da direkt ist es vielleicht ziemlich anspruchsvoll, aber sollte gehen. Ein, zwei Sachen abseits machen und dann ist man noch besser gerüstet.
Was aber auch bedeutet: Wenn man alles optionale macht und auch das höchste Level der Charaktere - 99 - erreicht, dann ist der Endgegner ein absoluter Fliegenschiss! Sorry, dass so auszudrücken. Aber ich hab alles gemacht, was möglich war und der Endboss ist in glaube 3 Angriffen gefallen. Und ich bin sicher ich hätte das auch in zwei oder gar einem Angriff erledigen können, wenn ich gewollt hätte. Es ist extrem, wie übermächtig man hier ist! Ich könnt grad kein anderes Spiel nenne, das so ein Gefälle hat.
Aber warum ist der Unterschied eigentlich so groß? Muss man für den "Rest" so stark sein? Oh, hell yeah! Da sind Gegner jenseits von Gut und Böse dabei!
Im Prinzip ist es richtig gut gemacht: Es gibt enorm viel zu tun, wenn man will. Und man findet dann eine Gegend mit Gegnern, die zwar sehr knackig sind, aber halbwegs machbar. Da kämpft man sich durch und am Ende ist man stärker. So dass man zum nächsten Gebiet aufbrechen kann, dass davor einfach nahezu unmöglich war; jetzt aber geht es wieder halbwegs. So hangelt man sich von Gegner zu Gegner und immer härteren Aufgaben. Auch die eigenen Fähigkeiten werden stärker und einige Aufgaben werden teilweise durch übermächtige Angriffe fast trivial.
... und dann plötzlich rennt man gegen eine Wand!
Es gibt einen optionalen Superboss. Simon nennt sich der so primitiv. Und es ist unmenschlich!
Er hat drei Phasen. Die erste Phase ist - wenn man ein wenig die Mechaniken geübt und sich optimiert hat - eigentlich in ein-zwei Runden rum. Ernst wird es in Phase 2. Seine Angriffe werden stärker und schneller. Doch hier bei ca. 25% Lebenspunkte kommt Phase 3. Die beginnt damit, dass alle aktuell lebenden Charaktere sterben! Punkt. Sie sind weg! "Ok, wie spielt man dann weiter??" Nun, man hat maximal 5 spielbare Charaktere. Drei davon sind dein aktuelles Team. Wenn diese - irgendwo - alle sterben, wird man gefragt, ob man seine Reserve - also die anderen beiden - versuchen lassen will, den Rest zu erledigen. Das passiert hier "automatisch" und gehört prinzipiell zum Kampf dazu. Wenn man vor dem Trigger mit einem enormen Angriff genug Schaden verursacht, dass Simon stirbt, dann passiert es nicht. Das ist, wie viele anderen Spieler ihn besiegt haben. Ich habe nie wirklich rausfinden können, wie ich das hinbekomme. Ich musste richtig arbeiten! Vor allem, da seine Angriffe in Phase 3 nochmal gefährlicher und stärker und mehr werden.
Ich erwähnte, dass Phase 1 sehr schnell rum ist. Das war, als ich wirklich anfing ernsthaft Simon besiegen zu wollen, gar nicht so, sondern hab durchaus mal wen verloren (und hoffentlich noch Wiederbeleben können). Aber gegen "Ende" war es so einfach. Dann die zweite Phase. Es war auch hier richtig cool zu sehen, wie ich am Anfang vielleicht ein Fünftel seiner Lebenspunkte - er hat verdammt viele - entfernen konnte, bevor ich tot war. Doch mit Arbeit an den Mechaniken wurde ich besser und 50% wurde normal. Dann erreichte ich halbwegs regelmäßig die 3. Phase. Eigentlich brauchte ich die nicht so oft. Ich glaube ich hab beim 4. oder 5. mal dann den Sieg davon tragen können. Er hat ja nur noch <25% Leben.
Man hab ich mich da gefreut! So sehr, dass ich vergessen habe, einen Screenshot zu machen. Aber ich habe ja ganz oben erwähnt, dass ich alles gemacht habe. Damit meine ich die Achievements, die man erreichen kann; und ich habe alle. Mein Beweis also!
Aber auch hat mich diese Freude an etwas erinnert (ihr Leser hier kennt das ja von mir: Der blubbert irgendwas herum, damit er auf das eigentliche Thema kommt):
Ich nenne sie mal etws bescheuert "YAAAAAAAAHHHH"-Momente in Spielen.
Was meine ich damit? Nun, ich spiele nicht unbedingt immer extra schwere Spiele. Aber in vielen Spielen gibt es Hürden, wo man sich freut, wenn man es endlich schafft.
Einen solchen Moment hab ich hier vor Ewigkeiten mit euch geteilt: Als ich endlich alles in Super Meat Boy geschafft hatte. Man sieht es am Caps Lock Text in meinem Eintrag ;)
Oder ich kann mich erinnern, als ich auf einer LAN-Party war. Irgendwie Nachts um 2 Uhr kam ich auf die Idee endlich in VVVVVV das letzte Trinket zu schaffen. Ich habe gespielt, gespielt, gespielt. Ein Versuch nach dem anderen. Und dann endlich bestimmt nach 1 1/2 Stunden hab ich es tatsächlich geschafft, das Veni,Vidi,Vici Trinket zu holen! Und ich hab direkt laut "YAAAAHHH" gerufen, was die Leute um mich herum verwirrt hat, was gerade abgeht :D
Ich kann definitiv jetzt Simon zu dieser Liste hinzufügen!
Habe dann aber überlegt, wo ich das noch so hatte. Und so wirklich kaum was gefunden. Die optionalen Superbosse von Final Fantasy 7/8/9 waren übele Herausforderung. Aber kann mich nicht an einen Freudenschrei erinnern, als ich sie gelegt habe. (Hab ich Ozma in FF9 überhaupt besiegt? Und kleines Ding, was mir gerade auffällt: Der letzte Boss in dem - recht neuen - Spiel The First Berserker heisst auch Ozma und gilt auch als Ultraschwer)
Mal nen Blick in meine Spieleliste, was ich so habe (und oh Gott, wie viele ich habe und nie durchgespielt habe...) und es fällt nichts ins Auge! Solche Momente scheinen seltener zu sein, als man denkt! Was natürlich cool ist. Dann erinnert man sich mehr daran. Vielleicht sieht man hier auch, wo man so richtig mit dabei ist und "Energie" reinsteckt. Ob das eine Art Spiele-Version eines Runner's High ist? Oder allgemein im Sport, wenn jemand eine ganz hohe, meist persönliche, Messlatte (in jeglicher Richtung) überspringt?
Ich finde es auf jeden Fall interessant, an solche Momente zu denken. Es klingt vielleicht völlig bescheuert, aber es sind irgendwie "Höhepunkte im Leben". In einem Videospiel ;)