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Viel neues - aus Tschechien 04.03.2010 14.39   #94
So, habe hier lange nichts von mir hören lassen. Da ich hier gerade am Flughafen in Ostrava sitze und noch eine Stunde Zeit habe, kann ich hier ja mal den Hotspot nutzen und ein wenig was tipperln!

Also falls jemand den ersten Absatz nicht kapiert hat: Ich bin gerade arbeitstechnisch in Tschechien, bzw. fliege gleich wieder in die Heimat! Tschechien ist eigentlich so wie Deutschland! Die Leute ziehen die gleichen Sachen an, fahren die gleichen Autos, sogar das Benzin ist gleich teuer.
Gut, es gibt die kleinen Unterschiede. Wie z.B. finde ich die Strassenschilder sehr interessant! Habe in Deutschland noch nicht diese komischen Geschwindigkeit aufgehoben Schilder gesehn. Aber auch die Nicht-Strassenschilder sind interessant! Die Firma - wo ich jetzt war - hat ca. 100m nachdem man an den riesen Hallen mit 2m großem Firmenlogo vorbeigefahren ist, ein etwa DinA 4 großes Schild aufgehängt, das besagt, man solle für die Firma jetzt umdrehen! Gut, vielleicht sind ja welche blind ;)
Viel besser ist aber natürlich, dass irgendwer ein Schild mit Pedobär aufgestellt hat! :) Ich glaub in Deutschland wär das schon längst entfernt! Wobei ich nicht weiss, wer überhaupt blickt, worum es da geht *g*

Wem das Benzin zu teuer ist, kann es sich wenigstens mit Essen und Trinken ausgleichen. Gestern Abend schönes Gyros/Suvlaki/Souzouki mit Kroketten, als Nachspeise ein schickes Schokoladen Tartufo und dazu zwei Bier - macht zusammen umgerechnet etwa 12 Euro! Das ist doch was!

Ansonsten ist natürlich in der Welt auch wieder viel passiert. Ganz aktuell wurde vorgestern die Vorratsdatenspeicherung als verfassungswidrig erklärt worden; bzw. leider nur diese Fassung! Hier das Urteil.

Auch nicht viel besser ist, dass der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag überarbeitet werden soll. Darin fordern die Leutchen Altersverifikationen für Webseiten (so ähnlich wie für Filme) und falls man Ü16 wäre, dass man irgendwelche Inhalte nur nach 22 Uhr anbietet!
Bin ich voll dafür! Welche Zeitzone? Oder darf ich mir die aussuchen? Und die Altersverifikation, kann ich doch bestimmt einfach 0 setzen, oder? Alles gut!

Soweit vom Flughafen. Nur noch 45min zum rumbringen ;)
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Armes EMI 11.02.2010 20.42   #93
So als Musikfachmann muss ich ja auch noch meinen Senf dazu abgegeben, dass das Majorlabel EMI langsam pleite ist.
Als Gründe werden natürlich mal wieder die pösen Downloads und rückläufige CD-Verkäufe genannt.
Also die haben jetzt letztes Jahr 1,5 Milliarden Pfund Miese gemacht und schieben das auf Downloads? Ihr seid doch bescheuert! Wenn man jetzt "Milchmädchenrechnung" macht, mit 15 Pfund die CD, dann hätten 100 Millionen CDs verkauft werden müssen, um das reinzubekommen. Mal ganz abgesehen davon, dass von den 15 Pfund ja nicht alles an das Label geht...
Da müssen doch sehr viel gewaltigere "Groschen"gräber in den Bilanzen sein, als nur lächerliche Downloads!

Ich find es leider nicht mehr, hab aber in der Diskussion gelesen, dass nur jede zehnte Band, die bei EMI unter Vertrag steht, für EMI Gewinn erwirtschaftet. Nun, das sieht ja jetzt nicht gut aus. Jetzt stellt sich mir die Frage, warum das so ist? Gut, man könnte jetzt positiv argumentieren, dass EMI immerhin "unbekannte" Künstler eine Hand reicht. Hier ist natürlich mal - für die übliche Argumentation, dass illegale Downloads ja so schlimm für die Künstler sind - zu klären, wie es denn den Künstlern jetzt geht? Müssen die sich jetzt bei den Tafeln abstellen, oder wie geht es denen jetzt? Mal ganz ehrlich: Muss jetzt nen Label, das das Internet verschlafen hat, irgendwie Bemitleidet werden?
Gut, das hat EMI als erstes Major mit DRM-Freien mp3s jetzt nicht unbedingt, aber anscheinend ist da die letzten Jahre gute Miss(-)wirtschaft getrieben worden...
Aber zurück zu den 9 von 10 Bands. Ok, die machen also Miese ... Warum? Ich glaube ja (ohne Beweise!), dass sieht so aus, weil diese Bands halt im Katalog drin sind, aber so gut, wie nicht gefördert werden! Kaum geht ne "Cash-Cow" auf Tour oder bringt ne neue CD raus, wird man in allen Medien damit bombardiert; obwohl es doch eigentlich sinnlos ist. Wenn eine große Band eine neue Platte raus bringt braucht man nicht an jeder zweiten Hauswand nen Plakat; das spricht sich auch so ganz einfach rum. Diese "offensive" Variante sollte man mit kleinen Bands machen, die keienr kennt! Doch denen drückt man "5 Euro" für die Tour in die Hand und widmet sich wieder den Rolling Stones oder so! So ist es klar, dass keine neuen Bands anfangen, für das Label Gewinn zu erwirtschaften!

Tja, da ist der erste Schritt! EMI geht, weitere werden wohl folgen. Und ich weine keine Träne. Ich unterstütze weiterhin junge Bands mit Konzertbesuchen und direkten CD-Käufen!
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Progressive Metal 05.02.2010 22.39   #92
So, das neue Jahr beginnt mal wieder mit was neuem hier! Das ich Metal höre ist nichts neues, aber viele kennen sich da nicht aus. Da wird gerne gedacht, dass Metal nur Gegrunze und Lärm ist! Ich schliesse nicht aus, dass es auch sowas gibt, aber es gibt deutlich mehr Facetten, die ich nun mal vorstellen möchte.
Ja, ich möchte verschiedene Metal-Subgenres vorstellen! Das haben schon zig Tausende vor mir gemacht, aber ich ignoriere das alles und mache mir meine eigenen Gedanken. Ob die korrekt oder völliger Humbug sind, ist mir egal! Ich möchte einfach ein wenig Einblick geben!

Wir starten mit einer meiner Lieblingsrichtungen, dem Progressive Metal.

Man fragt sich vielleicht, warum ich keine "Standard-Richtung" des Metals (was ist das schon?) als "Erstwerk" benutze. Aber das ist leicht erklärt: Ich sage immer, ich höre nahezu jede Spielart des Metals. Und wenn es eine Genreübergreifende Richtung gibt, dann ist es Progressive Metal!
"Wie?" denkt ihr jetzt vielleicht "Ich dachte, Progressive Metal ist ein Subgenre und nicht was übergreifendes!?" Das ist nur halb korrekt, der Begriff ist doppeldeutig! Zum einen beschreibt er tatsächlich ein "eigenständiges" Subgenre, zum anderen wird damit "alles" in der Richtung beschrieben. Klingt verwirrend, aber daher schreibe ich ja hier :)
Also: Progressive Metal beschreibt - übergreifend - eine Metal Richtung die "Technisch anspruchsvoll" ist. Ich setze das in Anführungszeichen, dass nicht nur Technischer Anpsruch Zeichen von "Progressivität" ist. Im Allgemeinen bedeutet der Ausdruck, dass mit vielen Soli, Effekten, Taktwechseln etc. gearbeitet wird. Genaueres gleich, aber kurz müssen wir noch auf das Subgenre "Progressive Metal" kommen.

Dieses ist sehr angelehnt an den Heavy Metal und den Hard Rock. Aber, wie schon gesagt, sehr technisch anspruchsvoll. Da der Progressive Metal schon sehr früh, Anfang der 80er Jahre, aufkam hat er nicht so viele andere Wurzeln haben können :) Vor allem im Rock gab es ja schon einige sehr anspruchsvolle Bands. Auch Gitarrenvirtuosen, wie Van Halen usw., prägten die damalige Zeit mit ihrem aussergewöhnlichem Instrumentenkönnen. Da lag es nahe, dass wirklich gute Musiker, die sich "aber" (Metal galt damals als "asoziale" Musik für den "Abschaum der Gesellschaft" und wurde als vollkommen simpel bezeichnet) für Metal begeistern, in den Metal technischen Anspruch legten.
Die Kritiker hat das natürlich nicht sonderlich interessiert. Selbst heute noch sind da genug Vorurteile da. Ein sehr aktuelles Beispiel für solche Vorurteile war z.B. Cantus Buranus. Hier haben Corvus Corax (gut, das sind eigentlich keine Metalband, aber ein gutes Szenebeispiel) mit einem Symphonieorchester zusammen gearbeitet. Der Organist des Orchesters erwähnt in einem Interview, dass er erst Zweifel hatte, mit ein paar "Dudelsackquetschern" zusammen zu arbeiten. Erst, als die Band da war, sich "präsentiert" hat und die Musiker im Orchester merkten: "Hoppla! Das sind ja im Prinzip auch Profimusiker!" änderte sich das Ansehen radikal!
Aber ich schweife ab. Auf jeden Fall ist das "klassische" Subgenre Progressive Metal auf der Basis von Heavy Metal und wenn man von "Progressive Metal" redet, meint man im Normalfall auch dieses. Hier gibt es auch die meisten Vertreter dieser Stilart. Als Hauptvertreter der ganz frühen (auch aktuellen) Stunden und vermutlich die wohl prägenste Band für den ganzen Progressive Metal Bereich sind zweifellos Dream Theater! Somit habt ihr schonmal einen Hörtipp, aber ich möchte beim Genre verbleiben. Vielleicht stell ich die Band mal ein anderes Mal ausführlicher vor!

Musikalisch ging es dann erstmal weiter, dass die Technik auch in anderen Subgenres ankam. Wie sich aus dem Heavy Metal die anderen Genres entwickelt haben (manche mit durchaus anderen Einflüssen) hat sich auch das Progressive verbreitet. Wer genau als nächstes kam/ging/oder sowas möchte ich lieber nicht "raten". Die frühesten, die mir aber durch den Kopf gehen sind aber Opeth mit dem sogenannten "Extreme Progressive Metal[/url] und Death. Letztere verwundert vielleicht manche, denn Death sind ja eigentlich eher als "Erfinder" des Death Metals bekannt. Doch der frühe Death Metal war eigentlich ein "technisch anspruchsvoller Thrash Metal". Und so bezeichnen auch manche noch die Musik von Death: Technical Death Metal!
Womit wir auch bei den Bezeichnungen sind. Wohl weil Progressive Metal schon "vergeben" ist, werden technisch anspruchsvolle Metal-Subgenres teilweise mit anderen Begriffen bezeichnet. Also z.B. "Technical Death Metal" oder (wohl die seltenste Spielart des Progressive Metals) "Experimental Black Metal".
Interessanterweise ist erstere progressive Richtung gleich hinter Progressive Metal (also dem technisch anspruchsvollen Heavy Metal) die größte, progressive Richtung. Meine Lieblingsband in dieser Richtung, Lykathea Aflame, hab ich ja schonmal vorgestellt.

Gut, ich hab es ja kurz angerissen: Woran erkennt man denn nun, dass man Progressive Metal bzw. eine Metalrichtung mit progressiven Einflüssen vor sich hat?!
Erstes Zeichen sind Soli! Wenn die Lieder sehr viel Wert auf lange, ausdrucksvolle und intensive Soli werfen, kann das schon als progressiv betrachtet werden.
Zweites Zeichen sind die Effekte. Einspieler aus Film und Fernsehn oder eigene "Kompositionen", die Instrumente sind ein wenig verzerrt, Soundeffekte im Hintergrund, etc. sind ein weiteres Merkmal von progressivem Metal.
Drittes Zeichen sind Taktwechsel oder "gefühlte" Taktwechsel. Wenn des öfteren mal der Takt gewechselt wird, oder fast nur "Offbeat" gespielt wird ist dies ein weiteres wichtiges Zeichen.

So. Damit erkennt man progressiven Metal. Bemerken muss man natürlich, dass es da auch in allen Richtungen zur Sache gehen kann. Es gibt einige Bands, deren Lieder bestehen nur noch aus Soli, haben "Metalfremde Instrumente" im Einsatz, haben überall Effekte im Einsatz und einen Takt kann man schon lange nicht mehr raushören! Den "übelsten" Bands wird dann auch das Musikgenre "Jazzfusion" aufgedrückt. Derek Sherinian mit seinen Projekten ist da sehr gut dabei. Aber auch ein I Wrestled a Bear once hat jenseitige Effekte und Instrumentalteile.

Die Welt des Metals ist groß, doch überall stöbert das Progressive, Technische herum. Wer also neu für "Alles" ist, der sollte Progressive Metal hören, denn das ist bei "Alles" was es gibt dabei! Eine Spielart nicht für jeden, aber wer sie hört, der weiss was er an ihr hat: Spass, Neues, Verrücktes, Unergründliches, Geniales, Technisches! Hört halt mal rein!
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Lesestoff 26.12.2009 15.43   #91
Wann soll ich das denn alles lesen...

http://www.geisterkarle.net/bilder/news/lesen.jpg
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Vieles Neues 10.12.2009 16.10   #90
Fast nen Monat her, seit meinem letzten Eintrag hier. Zeit, mal wieder etwas länger zu blubbern! Schliesslich muss man ja einiges verarbeiten, was man so erlebt!

Fangen auch ganz aktuell an:
Die Ministerpräsidenten der Länder planen die Rundfunkgebühren für "neuartige Rundfunkgeräte" (also z.B. Computer) auf die volle Höhe von knapp 18 Euro zu erhöhen.
Finde ich mal wieder genail, dass die Politik sich in die ÖR einmischt; dachte, die ÖR sollen von der Politik unabhängig sein... naja, anscheinend glaub ich ja auch noch an den Weihnachtsmann!
Gut, wenn man die Historie betrachtet, waren die ÖRs sehr wichtig. Nach dem 2. Weltkrieg eine "vierte Macht" zu erstellen und den Bürger frei und weitreichend zu informieren war eine sehr sinnvolle Idee! Und sie hat auch lange gut funktioniert!
Der erste "Sargnagel" waren dann die Privaten Fernsehsender, zu Beginn also die zwei "neuen" RTL und Sat1. Plötzlich sprangen ARD und ZDF auch auf die "Quotenzählerei" auf. Bisher hatten sie das ja nicht nötig, da keine Konkurrenz. Dadurch wurde aber auch ihr Programm verwässert und um mithalten zu können, mussten sie selber groß investieren! Um das zu finanzieren "musste" man das Angebot erweiteren und die Gebühren erhöht werden (damit etwaige Fussball-WMs für 180 Millionen komplett bei der ARD und ZDF gezeigt werden durfte)
So schwoll der Wasserkopf langsam an und auch die Politik versuchte weiter Einfluss zu nehmen, womit wir wieder am Anfang sind, bzw. in der Gegenwart. Heute haben wir nämlich das Internet, das WorldWideWeb. Jeder kann einfach mit einem Internetzugang auf das Wissen der Welt (nein, ich meine jetzt nicht im speziellen die Wikipedia) zugreifen. Kostenlos, schnell, und aus verschiedensten Quellen kann sich eine Meinung gebildet werden! Bei solchen Zuständen braucht man einfach keine ÖRs mehr. Das haben die auch geblickt und den Abgang der Leute vom Fernseher zum PC mitbekommen. Gegensteuern heisst daher: Abgabe auf PCs, Internetfähige Handys etc. Warum? Na, wie wir seit Luther wissen: Wissen ist Macht! Immer mehr Leute strömen ins Internet und können sich nun tatsächlich unabhängig von verschiensten Argumenten und Berichten ihre Meinung bilden.
Mist, was?! Plötzlich doch nicht mehr der "Pöbel", der Abends Tagesschau guckt und sich somit über die Welt informiert hat. Nein, das kann nun jeder selber, wann und wo er will! Und die "Propagandamaschinerie" der Politik bekommt Probleme. In der Hinsicht sind die möglichen Internetsperren und Websperren vielleicht in einem anderen Sichtfeld zu sehen! Naja, die Verschwörungstheorie wird sich beweisen oder nicht...

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Weiter (hab ja gesagt, es wird lang :P) ist ja der Bildungsstreik. Hier muss ich auch mal meinen Senf dazu geben:
Vor einiger Zeit hat auf SPON ein amerikanischer Blogger gemeint, wir Deutschen Blogger wären zu "friedlich" und sollten mal was kritisches sagen! Habe damals schon mit dem Gedanken gespielt, das umzusetzen, nun mache ich es endlich für dieses Thema.

Wir gehen so 100 Jahre (vielleicht ein bisle weniger) zurück. Was haben wir: Kinderarbeit, Leute, die an Förderbändern drei Schrauben anziehen (herrlich interpretiert von Charlie Chaplin in Modern Times), etc. Ich weiss nicht, wie die Erwerbslosenquote damals war, aber eins ist wohl sicher: Wenn damals bereits - wie heute - Kinderarbeit verboten gewesen wäre, wäre wohl Vollbeschäftigung gewesen! Warum? Nun, drei Schrauben anziehen oder im Bergwerk hacken kann halt wirklich jeder Idiot! Und das ist das "Problem" von heute. Diese "niederen Arbeiten" haben heute Maschinen übernommen. Die Vollpfosten, die so "intelligent" wie zwei Wackersteine sind, haben wir aber immernoch!

Werden wir mal nun "Geometrisch". Damals gab es die sogenannte "Alterspyramide". Soll heissen: Sehr viele Kinder und nur sehr wenige alte Leute. Ähnlich könnte man den Anspruch der Arbeit aufzeichnen: Sehr viele "niedere Arbeiten" und nur sehr wenige, die hohe Qualifikation erfordern. Weiter die Intelligenz: Der IQ ist wie eine Gausssche Glocke geformt: 100 ist der definierte Mittelpunkt, dann flacht es nach links ("dümmer") und rechts ("intelligenter") ab. Drehen wir das ganze um 90° und spiegeln das ganze an der unteren (nun "rechten") Kante, haben wir wieder so eine Art Pyramide - sofern wir ab 100 aufwärts schauen. Das passt alles toll zusammen. Mal die Alterspyramide aussen vor, verbinden wir doch mal die Intelligenz mit den anstehenden Arbeiten: Wir haben sehr viele, einfache Arbeiten und viele mit durchschnittlicher (oder niedriger) Intelligenz, wenige komplexe Aufgabe für wenige Hochbegabte.

Es geht nun in die Gegenwart. Nehmen wir wieder diese Altersansicht. "Pyramide" kann man das ja nicht mehr nennen, eher ist es ein "Rechteck mit Spitze". Woran das liegt (höhere Lebenserwartung, gestiegene Gesundheitsversorgung, etc.) beachten wir nicht weiter, sondern nutzen dieses Bild nun, um wieder den Anspruch der Arbeit zu verbildlichen: Viele einfache Arbeiten sind im Rahmen der Modernisierung und Automatisierung weggefallen. Man braucht nun mehr Leute in "herausfordernden" Jobs und weniger in den einfachen Arbeiten.
Problem nun: Die Intelligenz sieht - auch aufgrunddessen, dass der IQ ein variabler Maßstab ist und sich der "Natur" anpasst - genauso aus, wie vor 100 Jahren. Wie gesagt, ist der IQ ein variabler Wert und verschiebt sich. Nun könnte man sagen: "Nun ist das ganze im Vergleich nach rechts verschoben, also sind wir heute relativ intelligenter, als vor 100 Jahren!". So wirklich stimmt das aber nicht. Wir haben mehr Wissen, ja, das hat aber nichts mit Intelligenz zu tun. Wenn man "gestandene Lehrer" (also schon >20 Jahre Schulerfahrung) fragt, werden sie wohl alle das sagen, was meine Eltern (ebenfalls Lehrer) auch sagen: "Was wir früher den Schülern beigebracht haben, würden wir heute nicht mehr schaffen!". Einer in einem Forum meinte auch mal, für sein Mathestudium hätte er ein 25 Jahre altes Schul-Mathebuch genutzt. So gesehn sind die Leute eher blöder geworden! Da aber halt mehr "klügere" Leute gebraucht werden, haben wir ein "Problem". Mit einer sehr guten Ausbildung kann man dem entgegen treten. Wer die Zustände auf unseren Schulen kennt, weiss, dass man das nicht als "sehr Gut" bezeichnen kann...

Viel erzählen die hohen Politiker, dass Bildung unglaublich wichtig ist. Ich kann das nur unterstützen! Da das Budget für die Bildung stetig sinkt und nun sogar vom Bürger getragen werden muss (Stichwort: Studiengebühren) spricht aber nicht dafür, dass da was ernsthaftes geplant ist. Die Ausrede "Wie soll das finanziert werden?" kann im Angesicht von 500 Milliarden "Bailout-Money" für Banken - im Schnellverfahren bereitgestellt - in die Tonne gekloppt werden!
Was wir brauchen:
- kleinere Klassen (~15 Personen)
- spezielle Förderung von "Problemkindern"
- generell mehr Personal in allen Bereichen (Lehrer, Schulpsychologen, speziell geschulte Sozialpädagogen, ...)
- möglicherweise eine Änderung des "Drei-Schul-Systems" (das braucht aber genauere Untersuchungen)
- weniger "Verbesserungs"geblubber von Leuten, die eine Schule nur noch aus ihrer Kinderzeit kennen, aber "Ideen" umsetzen wollen
- ...

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So, falls ihr es tatsächlich durch diese langen Texte gelesen habt, hier zum Schluss noch eine lustige Anekdote, die ich eben im Autoradio gehört habe. Es ging um den neuen Ice Age Film und der Sid-Sprecher Otto wurde gefragt, was er so toll an den Filmen findet. Er antwortet darauf, dass da schön gezeigt wird, wie eine "Familie" völlig unterschiedlich (hier ja: Mammut, Faultier, Tiger) sein kann, sich aber zusammenrauft. Und nun sein Zitat - man muss es vielleicht in dem Kontext und mit dem trockenem Humor von Otto rüberbringen, aber ich hab spontan lauthals gelacht; vielleicht ihr ja auch ;):
"... Erst, wenn man so eine Familie hat, weiss man, wo man am liebsten ist! In der Kneipe!"

Schöne Weihnachtszeit!
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Musikbilder 13.11.2009 15.35   #89
Da ich sonst nichts zu erzählen habe, hier mal meine neueste Erwerbung aus dem Musikbereich:
Das Fanpacket (um genau zu sein: Fanpacket Nummer 53!) zum neuen Album der Band Eden Weint Im Grab (kurz: EWIG). Das Album heisst "Der Herbst des Einsamen" und das Packet besteht aus:
- CD
- Aufnäher
- Tragetasche
- T-Shirt
- Postkarte
- Nummerierung des Fanpacket

Hier in der Übersicht:
http://geisterv2.geisterkarle.net/galerien/galerie/news/ewig_thumb.jpg


Der wohlgebildete Leser wird beim Albumtitel vielleicht gedacht haben "Das kenn ich doch irgendwo her!?" Ja, kann sein! "Der Herbst des Einsamen" ist ein Gedicht von Georg Trakl! Das Album hat auch den Untertitel: "Eine Dekomposition der Lyrik Georg Trakels"! Auf gut Deutsch: ALLE Lieder auf dem Album sind eigentlich Gedichte von Georg Trakel und EWIG hat diese sozusagen vertont!
Keine leichte Kost natürlich! Aber man kennt mich ja: Einen Tellerrand gibt es bei mir nicht!
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*Shuhuuuuuuuuu* 02.11.2009 16.37   #88
Der 31.10. ist mal wieder vorbei. Ich hoffe ihr hattet mehr Zeit als ich und habt zum Weltspartag eure Sparbüchsen abgegeben! Wobei, haben die Banken überhaupt Samstags offen?
... Wie? Ihr meint "Wen interessiert Weltspartag!? Da war ein viel besseres Event!" Ja, es war Reformationstag. Aber nen Feiertag am Samstag ist doch langweilig!
... Was? Das wusstet ihr nicht? Worum geht es denn dann? ... Halloween? Was soll das sein? ... Aha, Fasching für Arme oder wie?

Mal ehrlich. Wen hat vor 10 Jahren Halloween interessiert bzw. überhaupt gewusst, was das ist? So gut wie niemand! Warum ist also ein europäisch, heidnisches Fest, dass auch heute noch niemanden interessiert bzw. kennt, über den Umweg in die USA, wo es völlig verkommerzialisiert wurde (wen wundert's) wieder hierher zurück "geschwappt"? Letztlich gibt es (habe ich da) zwei Theorien:
1. Die harmlose Variante:
Durch die Kinder! Mal ehrlich: Welches Kind freut sich nicht über "Verkleiden, Süßigkeiten, Türen (wo man keine Süßigkeiten bekommt) mit Eiern beschmeissen"? Die Kinder sind auf Halloween über irgendwelche amerikanischen Serien (z.B. Simpsons) gekommen und wollten das hier auch machen. Und wie es so ist, geben die Eltern irgendwann nach und das verbreitet sich dann wie die Schweinegrippe äh -pest.
2. "Cool, nen Grund zum saufen!"
... Im Land, das auf Platz 3 in der Liste des Pro-Kopf-Bierverbrauch ist (Platz 1 ist Tschechien, nur so zur Info) kein Wunder. Da spielt allerdings die Ansicht dagegen, dass bei einem, der an einem völlig normalen Mittwoch besoffen ist, der Kopf geschüttelt wird, wenn an Fasching einer über die Strasse stolpert aber gelacht wird. Meist deshalb, weil man selber voll ist. Wie ich als Student gelernt habe: "Ich kann auch ohne einen Grund saufen!". Ich hab noch nie die Leute verstanden, die das ganze Jahr über "keinen" Alkohol trinken, an Fasching aber drei Tage lang in Batman-Kostüm rumrennen und dauerdicht sind! Wird dann immer begründet mit "Man muss mal einfach einmal die Sau rauslassen, um sich vom Arbeitsstress zu erholen!"-BlaBla. Ich habe vermutlich (derzeit) mehr Arbeitsstress als die meisten dieser Blubberer und "lockere" mich einfach so mal am Abend/Wochenende auf. Da brauch ich kein spezielles "Event" dafür!
Und das gleiche haben wir nun auch mit Halloween. Mit dem Unterschied, dass das, was da getrieben wird, wohl nichts "Traditionelles" ist.

Vielleicht kommt meine Abneigung auch daher, dass ich ja einer Musiksparte zugewand bin, bei der die meisten "Halloweenies" auch so das Gruseln bekommen! Ich bin sozusagen mein eigenes Halloween! Wenn ich Halloween möchte, dann leg ich Helloween in den CD-Spieler!
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Neue Bilder 14.10.2009 11.24   #87
So, das letzte Wochenende wurde die neue Kamera mal getestet. Die ersten Bilder - von einem Metalkonzert - gibt es nun in meiner Galerie.
Noch nicht wirklich glücklich... Muss ich noch ein wenig dran arbeiten, dass es besser wird. Bilder vom diesjährigen Tanzseminar gibt es dann auch bald hier; auch von der Kamera geschossen!
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Netzbürger 06.11.2009 08.39   #86
Wir Piraten sind im "Mainstream" angekommen! Wie sonst kann es sein, dass es nun ein eigenes Buch über uns gibt?
Der Contumax Verlag hat eine Buchreihe unter dem Obertitel "Netzbürger" gestartet. Derzeit gibt es hier drei Bücher:

Band 1 Henning Bartels: Die Piratenpartei - Entstehung, Forderungen und Perspektiven
Band 2 Klaus Graf: Urheberrechtsfibel - nicht nur für Piraten
Band 3 Richard F. Simonson: Dünnes Eis

Alle drei Bücher gibt es - wohl gerade weil es sich mit den Piraten bzw. dem Internet beschäftigt - unter einer CC-by-SA Lizenz zu haben, so dass ich die digitale Version auch einfach mal auf meinen Webspace zum Download packe. Es ist aber - so wie die beiden anderen Bücher - auch "herkömmlich" in Druckform zu bestellen. Wenn ihr dem Autor was gutes tun wollt, dann kauft es euch doch gleich in "Analogform". Eine Empfehlung kann ich aussprechen:

Das erste Buch beschäftigt sich, wie gesagt, mit der Piratenpartei:
- Es gibt einen RÜckblick, wie die Bewegung entstanden ist - blickt also erstmal nach Schweden - und beleuchtet die Hintergründe
- Es folgt eine detailierte Ausseinandersetzung mit den deutschen Piraten, warum weshalb wieso und ein Vergleich zum schwedischen Vorbild
- Weiter gibt es dann auch einen geschichtlichen Verlauf der Partei, (Miss-)Erfolge, Probleme, Aktionen, etc.
- Die Piraten werden mit den etablierten Parteien verglichen und wie viel sie mit ihnen gemeinsam haben
- Zuletzt versucht der Autor einen Ausblick zu bieten, wohin sich die Partei entwickelt

Insgesamt ein gutes Buch, das einen guten Überblick über die Piratenpartei bietet. Missfallen hat mir aber, dass so ausufernd über das "Problem" philosophiert wurde, dass wir Rechts(radikal) wären. Die (gefühlten) 137 Seiten hätte man noch mit anderen Informationen füllen können. Ansonsten aber eine gute, zusammenfassende Lektüre für Leute, die noch nichts von den Piraten gehört haben und sich informieren wollen. Oder halt, die uns kennen, aber noch nicht so verfolgt haben!
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Arrrrr Bundestagswahl 27.09.2009 17.18   #85
So wie schon zur Europawahl versuche ich hier wieder die Piratenergebnisse zusammen zu fassen und einen Überblick zu verschaffen.
...
Sofern wir nicht so viele Prozent haben, dass das die ARD für uns macht ;)

Egal, Hauptaugenmerk liegt mal auf den Ergebnissen aus Aschaffenburg. Andere versuche ich mal hinzu zu ziehen. Etwas traurig finde ich daher, mal meine spontane Suche nach (kommende) Ergebnisübersichten aus Berlin, wo eine echt kümmerliche Wahlbeteiligung herrscht!

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18:02 Uhr:
Erste Prognosen sehen uns bei 2%! Die Tagesschau bietet uns immerhin einen eigenen Balken!

19.00 Uhr:
Passiert grad nichts großes. Ich finde noch von nirgends wirkliche Ergebnisse, damit man sieht, wie wir in den großen Studentenstädten (wohl unsere "Hochburgen") abgeschlossen haben!

19.09 Uhr:
Ok, doch was gefunden ;) Hier mal die Aschaffenburgergebnisse:
http://tinyurl.com/ydhkxgt
2,5% derzeit

20:17 Uhr:
Ok, AB ist ausgezählt:
PIRATEN - Stimmen: 817 - Prozentual: 2,47%
Ansonsten noch ein paar Ergebnisse:
Bremen: 2,6%
Stuttgart: 2,2%
München: 2,4%

20:44 Uhr:
Achja, wir waren ja auch bei den Landtagswahlen zugegen. Da find ich grad noch weniger... Wenn man Kiel als SH-Repräsentant nimmt, erreichen wir aber dort die gleichen Ergebnisse, wie auf Bundesebene.
Brandenburg seh ich bisher noch nix...

22:41 Uhr:
Bayern ist ausgezählt! PIRATEN - Stimmen: 135435 - Prozentual 2,0%
Insgesamt fehlen noch ein paar. Bisher für uns: PIRATEN - Stimmen: 641.664 - Prozentual 1,8%

Ich geh nun aber ins Bett, muss um 5 Uhr raus für meine Fahrt nach Berlin...
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