Geisterkarle's Homepage
Besucher Heute: 7
Besucher insgesamt: 421834

Neueste Lesetipps:

A scorpion and a frog.
Creativity Things
Justice League: The Shocking, Exhilarati...

HOME MENU NewsArtikelAbout MeGalerienGästebuchLinks
News Archiv   News Suche
28.06.2022 11:08 Uhr   #249
Man, schon wieder ein Konzertbericht? Was reisst da ein? Geht's wieder los?

Anyway... war am Montag, den 20.6.2022 mal wieder im lokalen Colos-Saal für einen Metalabend! Headliner waren im Prinzip eine Coverband! Wir kommen noch dazu. Aber den Abend eröffnen durften:

Angelus Apatrida

apatrida bedeutet "heimatlos". Also "Heimatloser Engel" oder sowas? Aber sehr Engelgleich kamen die Spanier nicht auf die Bühne. Sondern sie spulten einen brutalen Thrash Metal auf der Überholspur ab!
Ein weiteres Adjektiv, das ich da benutzen möchte, wäre: laut! Die haben die Boxen ordentlich aufgedreht. Was sogar mich(!) bewogen hat, mir Papier (hatte nix besseres) in die Ohren zu stecken und hab auch etliche Leute um mich rum gesehen, die - meist mit richtigen Ohrstöpseln - ähnliches gemacht haben. Gut, warum steh ich auch 3m neben der Box? Aber auch wenn ein anderer Fotograf in einem kurzen Plausch meinte "heute ist nicht so voll", war es doch schon ganz ordentlich und ein guter Platz ist da wichtig! Auch wenn das nur die "Homebase" war, wo man sein Bier abstellt, während man Bilder macht.
Zurück zum Auftritt: Vielleicht der Herkunft geschadet - möglicherweise auch der eingeschränkten Spielzeit - gab es nicht viele Ansagen. Halt das übliche "Thank you" und so kleinere Dinge. z.B. erwähnten sie, dass sie vor 11 Jahren schonmal hier im Colos-Saal waren. Da hab ich zwar schon hier gewohnt, aber hab ich wohl verpasst. Sie rockten auf jeden Fall die Bühne und knüppelten uns ihre Songs in die Ohren. Wusste zu gefallen! Mir viel auch auf, dass bei manchen Solo-Parts die beiden Gitarissten sich fliessend Solo und Begleitung untereinander "austauschten"! Das ist richtig gut gemacht!
Insgesamt ein toller Auftritt von ca. 45min, der das Publikum gut aufgewärmt hat und mich schon an die Planung eines CD-Kaufs brachte. Beim kurzen Pausen-Trip zu deren Merchstand hatte auch eine weitere Überraschung zu bieten. Dazu am Ende mehr!
Jetzt erstmal zum Headliner, der nach einer raschen Umbaupause von gerade mal 20min auf die Bühne kam!


Death To All (DTA)

Was ist das? Ich verlinke für die Band nicht deren metal-archive Eintrag? Geht nicht, sind nicht drin; ich meinte ja: Coverband! Aber ich verlinke mal, wen sie Covern. Eine sehr legendäre Metalband, die auch in ihrem Namen vorkommt: Death!
Ja, ein simpler Name für eine nicht sehr simple Band! Sie war eine der ersten Bands, die den Death Metal populär machten - mit dem Name natürlich keine Überraschung. Aber man muss bedenken, dass so ziemlich alle Bands aus der Zeit aus dem Thrash Metal kamen und die frühstens Death Metal Songs eigentlich mindestens 50% Thrash Metal waren/sind. Nichtsdestotrotz gilt ihr erstes Album "Scream Bloody Gore" als erstes richtige Death Metal Album.
Aber warum ist so eine Coverband Headliner und nicht die echte Band hier? Nun, sie existiert nicht mehr, da der Mastermind und auch das einzig konstante Bandmitglied Chuck Schuldiner im Jahr 2001 an einem Gehirntumor verstorben ist und die Band gar nicht mehr existiert. Death To All war ursprünglich nur als "Benefizprojekt" gedacht, aber geht seit letztem Jahr ein wenig auf Tour. Die Mitglieder sind etwas wechselnd und großteils Musiker, die tatsächlich bei Death gespielt haben. Da Chuck auch der Sänger war, muss hier natürlich auf alternativen umgestiegen werden, aber Max Phelps macht am Mikrofon eine sehr gute Figur! Was vielleicht endlich zurück ins Colos-Saal führt nach so viel Geschichte!
Schon mit dem ersten Song, obwohl eher langsamerer Natur, feierte das Publikum gut mit. Und, um auf die Erwähnung von "gutem Platz" zurück zu kommen ... wo verdammt kommen die ganzen Leute her? Es war vielleicht nicht absolut brechend voll; aber es war durchaus eng und vor der Bühne kaum ein Durchkommen! Habe mich für die Fotos entsprechend ein Lied auf einer Seite positioniert und so gut es ging Bilder gemacht. Dann in der "Songpause" auf die andere Seite gedrängelt, da geknipst und dann ging es wieder zurück ans Bier und erstmal fertig! Aber sind trotzdem wieder ganz gute Bilder dabei! (hoffe ich zumindest)
Gegen Anfang des Auftritts gab es eher weniger Ansagen. Das änderte sich halbwegs damit, als einer der Bühnentechniker(!) ans Mikrofon ging und meinte, dass sie am Schlagzeug kurz was korrigieren mussten. Da musste die Band ein wenig Sprechunterhaltung machen :D Aber sie (meistens der Bassist) machten ihre Sache da ganz gut. Erklärten, dass sie hier in Erinnerung an Chuck auftreten, freuen sich das sie wieder auf der Bühne stehen trotz Corona - was den Bassist dazu brachte, uns Publikum zum "FUCK THIS SHIT" Rufen zu animieren - und stellten auch nach und nach die Band vor. Hauptsächlich mit der Erwähnung bei welchen Alben diese Musiker dabei waren und dann wurde natürlich auch aus diesem Album etwas gespielt. Ja, sie spielten Lieder von allen Alben! Sehr geil! Was mich vielleicht nochmal ein wenig zur Bandgeschichte führt. Und zwar erwähnte ich ja, dass am Anfang der Death Metal sehr Thrashig war. Und vor allem Death machten über die Jahre - auch hauptsächlich Dank Chuck - eine gewisse, musikalische Wandlung zu dem, was wir heute "Technical Death Metal" nennen. Technisch anspruchsvolle Lieder mit komplexen Gitarrenriffs und Harmonien. Nach einem Lied musste die Band sogar gestehen, dass sie hier in der Komplexität nicht mehr 100% zusammen passten (man merkte das etwas nicht harmoniert). Aber auf jeden Fall führt diese Entwicklung dazu das die Lieder nicht mehr ganz so Thrash-Schnell waren. Entsprechend haben wir über das Set verteilt alles von "recht langsam" bis hin zu "Überholspur". Und spezielle Highlights herauspicken ist schwierig; alles sehr geil. Zu erwähnen aber definitiv das Lied "Perennial Quest", das - laut Ansage - nie von Death live performt wurde. Hier bekamen wir den vollen 8(!)min Song auf die Ohren! Und natürlich eines der legendärsten Lieder von Death und ihrer ersten Scheibe: "Zombie Ritual"! Bei diesem Lied passierte das, worauf ich eigentlich die ganze Zeit gewartet habe: Es gab (zumindest einen kleinen) Pogopit vor der Bühne! Und wir reden hier von einem Song, der erst in der "Zugabe" gespielt wurde! Ich habe "Zugabe" in Anführungszeichen gesetzt. Denn die Musiker gingen mal kurz von der Bühne; aber anstatt so "Standardmäßig" halt dann noch nen Lied zu machen und dann vielleicht nochmal runter und wieder rauf, gab es eine kleine Ansage: "We still have a TON of songs for you!" und das war korrekt: Die Zugabe waren sechs Lieder!
Danach waren ca. 2h Spielzeit rum und DTA gingen umjubelt und noch Fistbumpend von der Bühne! Ein hervorragender Auftritt mit viel Spaß und Energie und natürlich tollen Songs!


Nun ging es dann "endlich" zum Merchstand; hatte ja erwähnt, da kommt noch was. Natürlich nichts besonderes die CD von Angelus Apatrida und das Tour T-Shirt zu kaufen (DTA hatten unverwunderlicherweise keine CDs dabei :D). Aber: Angelus Apatrida hatten auch etwas dabei, was ich glaube noch nie bei einem Band Merchstand gesehen habe, aber mir total entgegen kam: Eine Hot-Chili-Sauce! Da konnte ich natürlich nicht "nein" sagen und musste auch noch in meine Tasche wandern! Inzwischen habe ich sie auch schon probiert. Man spürt Schärfe; ist aber kein purer Schärfeextrakt oder sowas, sondern tatsächlich was man etwas mehr auf das Essen hauen kann. Schmeckt gut! Definitiv mal was anderes!

Auf jeden Fall war das ein toller Abend mit zwei hervorragenden Bands mit viel Spaß und auch großem Publikum! So muss das sein! Und kann gerne so weiter gehen!

Und wer da in der Mitte den direkten Link verpasst hat: Hier gibt es meine Fotos

 

24.05.2022 15:16 Uhr   #248
Wir machen mal einen halbwegs anderen Bericht eines Events! Und zwar sind ja sonst hier irgendwie Konzertberichte zu lesen. Heute mal ein ... ja, unter was läuft das eigentlich? "Comedy-Auftritt"? "Show eines Entertainers"? ... Ach egal, ich war bei Jürgen von der Lippe! Altmeister der dummen Scherze und lustigen Lieder! "Lieder"? Ah, ok, doch Konzert ;)

War eine recht spontane Idee. Und nachdem mir zwei Leute, die ich als Begleitung angefragt habe, abgesagt haben, bin ich halt alleine hin. Bisle Unterhaltung kann nie schaden!
Also auf in unsere Stadthalle! Das Publikum war alterstechnisch sehr gemischt, aber man sah auch dass es eher im "höherem" Spektrum war. Die absoluten Hochzeiten von Jürgen sind halt doch schon wieder ein paar Jahre her.
Nichtsdestotrotz wurde sein pünktlicher Start heftigst bejubelt und es dauerte, bis er endlich mit der Show anfangen konnte.
Wie von ihm bekannt, wurden erstmal ein paar "schlüpfrige" Scherze gerissen. Erstes Thema aber dann - wobei sich nichts an der Schlüpfrigkeit änderte ;) - Jugendwörter der vergangenen Jahre und was sie so bedeuten. Auch die erste Version von "Wir erklären mal den Witz, den ich gerade gerissen habe" kam sehr gut an.
Etwas überraschend für Lippe-Kenner war der Einsatz von einer Videowand, auf der er lustige Bilder und Videos zeigte. Er wird in seinen alten Jahren voll Multimedia! No Front! (sorry für Jugenwörter-Insider) Er zeigte aber auch alte Kindheitsbilder von sich selber, die er mit vermutlich unglaublich realen Geschichten verbunden hat. Das ist prinzipiell auch etwas, weshalb man ihm seine Witze unter der Gürtellinie gerne verzeiht, weil er sich da selber gar nicht ausnimmt. Humor ist, wenn man auch über sich selber lacht. Und natürlich gab er auch ein paar Lieder zum Besten.
Nach etwa einer Stunde gab es eine kleine Pause; danach ging es in der Richtung auch gut weiter. Allerdings mussten wir im Publikum dann aber mitsingen. Mit teilweise zweifelhaften Erfolg und Können :D Aber Als Saunafreunde Aufguß 09 bekommt man das schon hin! Man hatte ja die Leinwand zum mitgucken.
Abgesehen von seinen Witzchen unter der Gürtellinie hat er so in Richtung "aktuelle Geschehnisse" das Thema Corona komplett ausgeklammert und die Ukraine wurde nur kurz in einem Lied "erwähnt" (und "Putin in die Fresse hauen"). Etwas mehr ging er auf das Thema "Gendern" ein; das ist aber bekannt, das er da kein großer Freund ist. Das Publikum war so Lachertechnisch wohl bei ihm. Keine Ahnung, ob da ein paar Leute im Stuhl unruhig herumgerutscht sind.
Während er es nur kurz vor der Pause erwähnt hat, dass er ein neues Buch herausgebracht hat, ist das im zweiten Teil ein etwas größeres Thema geworden. Aber immer humorvoll und letztlich lebt er ja auch davon. In diesem Sinne ging es auch mit letzten Sprüchen und Witzchen ins glorreich gefeierte Ende und ein paar Zugaben. Dann war er aber hinter der Bühne verschwunden bzw. war schneller, als man bei seinem Körperbau denken könnte, vor dem Veranstaltungssaal am Bücherstand und fing mit Signieren an. Ich hab kurz überlegt, mich da in die Schlange zu stellen; war aber dann doch zu faul und ungeduldig. So ging es also für mich nach einem unterhaltsamen Abend in die Nacht von Aschaffenburg und noch nach nem Bierchen in einer Kneipe nach Hause! Worth it!

 

24.04.2022 11:53 Uhr   #247
Aktuell wird ja für den Ukraine Krieg groß diskutiert, ob Deutschland "Schwere Waffen" an die Ukraine liefern sollte oder nicht. Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was "Schwere Waffen" im Gegensatz zu dem Zeug, was die Täglich in den Arsch... äh, ich meine von allen möglichen Ländern geliefert bekommen sind bzw. ob die keine schwere Waffen liefern... muss ich ja auch mal eine Meinung abgeben:
Jap, wir sollten Schwere Waffen liefern! Allerdings nicht so halbherzig an die Ukraine! Was ich meine, es geht vielleicht unter aktuell, aber so auf der Welt gibt es derzeit etliche Kriege! Viele davon ziehen sich schon ewig hin; deutlich Länger als das in der Ukraine. Für Frieden durch Krieg (bzw. Waffen) sollten wir also da auch was tun!
z.B. Bombadiert Saudi-Arabien seit Jahren den Jemen. Da sollten wir also ordentlich was hinschicken! ... Hm? Wir liefern da schon Waffen hin? (obwohl wir eigentlich nicht dürfen) Und das die das "Militärintervention" nennen klingt zu sehr nach Russlands "Sonderoperation"? Ok, schlechtes Beispiel...
Ok, wie wäre es damit, dass erst letztens Aserbaidschan mal wieder Armenien angegriffen hat! Es geht da sogar um "umstrittene Gebiete"! Also los, Marder nach Armenien! ... was jetzt? Ach, da ist gerade Waffenstillstand, der von Russland unterstützt wird. Jetzt komm, wir müssen für die Zukunft vorsorgen! Mehr Waffen zum kleinen Armenien, die diese böse Agressoren abwehren kann!
Ansonsten noch Beispielsweise geht es ja auch in Äthiopien hoch her. Blicke nicht ganz, was da abgeht und kümmert mich nicht... hauptsache mal schwere Waffen dahin, damit da endlich wieder Ruhe einkehrt! Lernen wir doch gerade, dass das so funktioniert!

Also, habt ihr gerade richtig fleissig genickt und seit voll dabei, dass wir in all diese Konfliktregionen ordentlich Material senden sollen - am besten für den "Guten" Teil - damit da endlich mal klar ist, wo der Hammer hängt? Dann seit ihr Idioten und habt nicht kapiert, dass mein Anfang wo ich für schwere Waffen Lieferungen bin rein Sarkastisch war! Nein, ich bin dagegen!
"Das ist was ganz anderes" sagen nun andere!? Achja... ok, welche Argumente habt ihr und wie viele davon kann ich dann kurz mal auf den Ukrainekrieg schieben und passt perfekt rein? Go!

Aber ok, wie wäre es denn mit anderen Gründen? Aktuell wird ja gerne gelästert, dass Russland ja Pleite ist (wobei das eher "technischer Natur" ist). Und das die die Ukraine nicht in 3 Tagen eingenommen haben (wer hat das überhaupt angesagt?) wird auch gelacht. Material ist Alt, Soldaten schlecht ausgebildet, etc. Verlinke ich mal nicht alles. Ihr habt alles gelesen. Aber zwischendurch kommt mal ne Hyperschallrakete oder aktuell Langstreckenbomber und plötzlich werden alle nervös! Hat Russland doch noch was in Petto? Was sehr wichtig ist!
Denn nehmen wir mal an, Russland ist tatsächlich durch all die Sanktionen etc. komplett down. Auch wenn sie bekanntermaßen weiterhin mit China Handel treiben oder auch Indien weiterhin Gas kauft. Zusammen mit all den Afrikanischen Staaten, die sich den Sanktionen nicht angeschlossen haben, kann Russland also noch mit bestimmt der halben Weltbevölkerung Handel treiben; halt nicht so mit dem "Wertewesten" oder so... aber ignorieren wir das mal. Nehmen wir an, denen geht es scheisse. Entsprechend muss Russland aus dem Krieg mit irgendwas rausgehen, dass sie "daheim" zeigen können: Schaut, wir haben was geschafft! Ob das mit "Ukraine Neutral" und "Entnazifizierung" klappt, mal schauen. Aktuell versuchen sie es auf dem Weg, der vielleicht vergessen wurde: Als Russland da seine Truppen über die Grenzen bewegt hat, haben sie das begründet mit "Wir schützen unsere Russischen Brüder und Schwestern in der Ostukraine!" Und das ist ja gerade die "Konzentration auf den Donbass". Die müssen da jetzt was bewegen. Entsprechend kommen wir hier in eine "interessante Situation". Ihr habt vielleicht schonmal von dem Begriff Russischer Bär gehört, mit dem Russland bezeichnet wird (hat nix mit nem Tier direkt zu tun). Ein Bär ist ein gefährliches und möglicherweise aggressives Tier! Und was tut ein solches Tier, wenn es in die Enge gedrängt wird? (was ja angeblich Russland gerade ist) Es schlägt wild um sich und versucht sich auf diese Weise zu "retten". Entsprechend glaube ich das mit immer mehr Waffen an die Ukraine auch Russland aufrüsten wird! Dadurch sehe ich es kommen, dass der Krieg richtig eskaliert und wir dann auf das bisherige eher als "schnödes Geplänkel" blicken werden!
Wollt ihr das wirklich? Ich nicht! Ich will Frieden! Oder zumindest einen Waffenstillstand! Und ja, da muss halt mal Zähneknirschend etwas in Kauf genommen werden, was man nicht will - das betrifft beide Seiten! Das war schon immer in der Geschichte so! Wenigstens wird so das Leid der Menschen verringert.
Ob das passiert, wenn die Truppen nichtmal kapitulieren, wenn sie 10:1 unterlegen sind ist was anderes...
Es wird ja gerne gerade geredet, dass der Krieg in eine neue Phase eintritt. Stimmt vermutlich; nur mag ich diese Phase mal gar nicht, denn wir werden die zu einer sehr übelen Phase machen! Genug Leute da draußen sind da voll dabei und wollen das ... und euch mag ich nicht, sorry!

Mögest du in interessanten Zeiten leben. Leider klappt das...

 

11.04.2022 21:04 Uhr   #246
Unglaublich aber Wahr! Ich war endlich wieder auf nem Konzert! Das Colos-Saal hatte mal wieder "eingeladen". Gleich vier Metal-Bands warteten darauf, den Abend zu versüßen! Ich kannte eine davon, von einer anderen hatte ich gehört; die anderen beiden kannte ich nicht. Beste Voraussetzungen also für den Abend!
Zuersteinmal war aber überraschend, als ich an die Location kam, dass eine recht lange Schlange vor der Tür war! Eigentlich dachte ich nicht, dass diese Bands große Publikumsmagneten sind; aber gut, heutzutage nimmt man, was man bekommt! Schliesslich war ich ja auch da ;) Auch vielleicht etwas knapp bemessen mit: Einlass 18 Uhr, Begin 18.20 Uhr! Wie auch immer. Ging ohne Probleme rein, kurz nachgefragt, was es für Fotoauflagen gibt (natürlich hab ich wieder Bilder gemacht) und nachdem ich ein Bierchen geholt hab, ging es auch los!

Holy Mother:

Holy Mother eröffneten den Abend. Die Band stand nicht nur hier als erste auf der Bühne, sondern auch überhaupt! Es war tatsächlich die "älteste" Band der Vierergruppe! Trotzdem eher unbekannterer Natur. Das anscheinend die Band zwischen 2003 und 2021 "nichts gemacht" hat hilft da auch nicht. Aber egal, nun sind sie wieder da. Sie spielen einen geradlinigen Heavy/Powermetal. Und nach all der Zeit ist vor allem der Sänger routiniert und zeigt seine Qualitäten; die Instrumentalisten können aber auch ordentlich was.
Für mich an der Kamera war irgendwie lustig, wie deren Lichtmischer die ersten Lieder verarbeitet hat. Erst Rot, dann Blau und zum dritten dann ... Grün!? Wtf? Na, solange sie Spaß haben. Etwas später - ich durfte immer nur die ersten 3 Lieder Fotos machen - spielten sie ein Lied Namens "Wake Up America", das dann schön in Red-and-Blue gehalten wurde. War auch der langsamste Song des Abends.
Prinzipiell war wohl kaum einer der Besucher für diese Band hier, aber sie spielten ganz gut und ordentlich und das Publikum bedankte sich artig. Und als die Band den absoluten Klassiker "Holy Diver" (Original von Ronnie James Dio) coverten sang auch ein großteil des Publikums mit.
Insgesamt nichts herausragendes aber gemütliches Aufwärmen erfolgreich! Etwa 40min war die Band auf der Bühne.

Surma:

Als nächstes kam Surma auf die Bühne. Als ich in der Konzertbeschreibung las, dass die Sängerin Model ist hatte ich schon Angst, dass die nur über Outfit und Aussehen arbeitet. Aber so nackig war sie gar nicht und sie konnte durchaus singen. Und vielleicht hat auch das Modeln geholfen. Denn was der Holy Mother Sänger mit seiner Routine ausgespielt hat, konnte die Dame vielleicht dadurch Erfahrung aufbringen, wie man sich präsentiert. Dafür das die Band erst ein Album unter dem Buckel hat und "Frischling" ist war das eine sehr gute Präsenz und Energie! Auch das Publikum konnte hier mitgerissen werden. In der Richtung muss ich auch den Bassisten erwähnen: Der war absolut tiefenentspannt und passiv. Diese "Pose" hatte er eigentlich den gesamten Auftritt :D
Ansonsten dachte ich "ahja, Symphonic Metal und Frontfrau..." und dachte an relativ "simple" Musik. Aber ich wurde erneut überrascht, denn die Lieder waren tatsächlich relativ "komplex" und Breaks und Liedstrukturen waren nicht geradlinig, sondern hatten was! Auch die Gitarrensolos waren sehr gut. Musikalisch/Instrumental war ich also für so eine junge Band durchaus beeindruckt! Definitiv die positive Überraschung des Abends!
Aber auch recht schnell ging es wieder von der Bühne. Surma hat, wie erwähnt, erst ein Album als Material. Und ich hab nicht genau auf die Uhr geschaut, aber könnte sogar sein, dass sie etwas weniger Spielzeit als Holy Mother hatten! Die haben natürlich ordentlich Material! Trotzdem war man jetzt doch recht warm geworden (konnte natürlich auch das Bier sein ;))

Sirenia:

Sirenia sind schon "alte Hasen" und ist die Band, die ich kannte und prinzipiell hatte ich mich am meisten auf diese gefreut. Wurde auch nicht enttäuscht: Es war die erste Band, denen die Stage-Crew Bier auf die Bühne stellten ;) Und der Gitarrist kam mit einem Bier in der Hand auf die Bühne und nach dem ersten Lied gleich zu einem Bereitgestelltem! Sehr Sympathisch :P
Aber was macht die Band? Ähnlich Surma sind sie "Smphonic Metal mit Frontfrau". Wobei sie vielleicht eher mit etwas ruhigeren Songs angefangen haben, aber generell ist das eine etwas "härtere" Band und rockte so das Publikum ordentlich durch und hatte sichtlich Spaß dabei! Also sowohl Band als auch Publikum! Ein Geben und Nehmen!
Außer kurzen "Thank you!" gab es relativ wenige Ansagen und irgendwie lief auch etwas Synthesizer/Keyboard von Band und wurde in die Lieder integriert, lief aber gefühlt "direkt" weiter nach einem Song. Daher war nicht viel "Pause". Aber wollten wir vor der Bühne auch nicht! Hat richtig Spaß gemacht! Erwartungen erfüllt! Und da ich etwas komplexere Songstruktur erwähnt hatte: Sirenia packen da nochmal ordentlich was oben drauf! Wirklich "progressive" war es jetzt nicht, aber war deutlich die technisch Anspruchsvollste Band des Abends!
Etwas überraschend war der letzte Song, ein Cover eines Songs den ihr (ja selbst ihr!) vermutlich in diesem Original kennt! "Voyage Voyage"! Ok, interessant... aber gut! Und es war auch nicht so "aus dem Nichts", sondern das Lied ist auch auf ihrer aktuellen Platte drauf!
Ein toller Auftritt auf jeden Fall und nach der hm... ca. 1 1/4h waren definitiv alle Anwesenden warm!

Dynazty:

Auf zur letzten Band: Dynazty! Das war die "gehört" Band. Und ich hatte ja jetzt mehrfach die "komplexen Lieder" angesprochen. Zudem stand die ganze Zeit einer vor mir mit einem T-Shirt von Dynazty das anscheinend eine Spezialversion von einem Festival ist das sich ProgPower nennt. Und ok, da ist "Power" drin. Aber Dynazty sind nicht "prog(ressive)" und Technisch. Die sind verdammt gerade und direkt. Das ist nicht unbedingt schlecht, denn auch hier im Auftritt konnten sie sofort lospowern und hauten viel Energie und Action raus. Sofort wurde das Publikum zum mitmachen aufgefordert, was dem gerne nachkam. Das ist irgendwie mit einer der Hauptpunkte von ihnen: Kaum hat ein Instrument "Pause" wird sofort ein Klatschen, "hey" oder sonstwas aufgefordert. Es gab auch den "Klassiker" des "Nachsingen was der Sänger vorsingt". Und in jedem Lied war ein ca. 5min Instrumentalsolo drin (wenn ich gar das "Lied" ansich direkt ein Solo war). Und ich dummer "weiss nie, wie Lieder heißen" Typ versuche immer noch rauszufinden, welches Lied das war, auf dem basierend sie komplett Instrumentalsolo gemacht haben... es ist ein bekannter Rocksong... aber es fällt mir nicht ein... ARGH! Ich werde das in 5 Wochen, wenn ich das Lied zufällig im Radio höre ergänzen... ;)
Ansonsten hatten auch sie Bier dabei (gut! ;)) und hatten auch eine kleine Einlage, als die beiden Gitarristen jeweils ein Bier exten und dabei nur mit der linken Hand Gitarre spielten. Unterhaltsam!
Das wäre auch die "Zusammenfassung" des Auftritts: Es war gut und toll und Unterhaltsam und das Publikum hat sie gut gefeiert! Sirenia sind trotzdem mein Favorit des Abends; ich mag einfach mehr Technik! Sorry! Aber ich glaube insgesamt war es "trotzdem" ein toller Abend mit guter Musik und endlich mal wieder abrocken!

Am Schluß hab ich mir noch eine CD von allen(!) Bands gegönnt, noch kurz mit dem Gitarristen von Sirenia geplaudert und dann auf den Heimweg gemacht! Und es hat immernoch geregnet :(

 

17.03.2022 12:50 Uhr   #245
UPDATE:
Ich mache mal ein Update, denn der Race To World First ist geschafft!
Das Team ECHO hat gerade - 2022-03-26 ca. 23 Uhr CET (die sitzen auch gerade in Hamburg!) - den letzten Boss The Jailor gelegt und damit den RWF gewonnen!
Das bis kurz vor dem Jailor lange in Führung liegende Team Liquid (Liquid Guild) hat schon kurz zuvor nach vielen Stunden ohne Fortschritt beschlossen, das Rennen aufzugeben und lieber auf die Gesundheit seiner Spieler Rücksicht zu nehmen. Und machen jetzt bis Montag Pause. Dann werden sie ihn wohl auch noch legen!
Aber: Close, but no cigar! Platz 1 ist vergeben!
https://www.geisterkarle.net/bilder/echo1.png


----------------------------
Ich bin ja Informatiker. Und Informatiker sind verpflichtet, Video-/Computerspiele zu mögen und halt ein "Gamer" zu sein. Ist Internationales Gesetz, falls wer fragt!
Allerdings ist das "Ausmaß" des zockens etwas relativ. Wir brauchen jetzt nicht darüber diskutieren, ob Leute die Candy Crush spielen "Gamer" sind. Aber eher, "wie" man spielt.
Was ich sagen möchte:
Ich (so als "Leuchtendes Beispiel") spiele aktuell eigentlich nur noch irgendwelche Singleplayer Spiele. So für mich und gegen mich und mein nicht-vorhandenes Können. Und auch am besten Games, die man mal kurz aufstarten kann, Spielen, Spaß haben und dann ist gut. Man hat ja nicht mehr so viel Zeit wie früher. Es ist lange her, dass ich mich als einer der besten 32 Spieler Deutschland in Warcraft 3 nennen durfte. (man ist das nen scheiss Foto :P) Aber auch damals(TM) war ich wohl nichts, was man heute als "Pro-Gamer" bezeichnet. Im Prinzip ein Kürzel aus "Professional" und "Gamer". So wurden/werden Spieler bezeichnet, für die zocken mehr als ein kleines Hobby ist, sondern dass auf sehr hohem Niveau machen. Dafür sehr viel Zeit aufwenden und möglicherweise auch viel Geld kassieren. Zu "meiner Zeit" war vor allem Letzteres eher rudimentär. Nur absolut allerwenigsten Leute konnten damals von Spielen leben. Am besten ging es noch, wenn man ein Top Starcraft Spieler war und es tatsächlich schaffte, mal in Südkorea in deren Turnieren spielen zu dürfen. Hier war alles schon recht professionell (Pro): Trainingshäuser, Coaches, regelmäßiges Gehalt (neben Turniergewinnen) und die Topspieler mussten sich sogar mit Fans herumschlagen :)
Das Ganze nahm aber auch in der Rest der Welt Fahrt auf. Vor allem die 1 Millionen Dollar Preisgeld beim ersten The International für DotA2 waren ein Gamechanger. Die Preisgelder in den meisten anderen Spielen sind zwar selbst heute nicht so hoch -hier z.B. ein aktuelles Turnier in Counter-Strike; "lächerliche" 400.000$ für den Gewinner - aber inzwischen ist die Professionalität auch hier eingezogen. Das DotA2 ähnliche League of Legends hat im Profibereich sogar ein Franchisesystem! Und glaube es ist jetzt auch für Spieler in anderen Spielen so, aber 2013 waren LoL-Spieler die ersten, die in den USA ein spezielles P Visa erhielten, was eigentlich Profisportlern und Künstlern "vorbehalten" ist! Da geht so einiges.

Nun, warum schreibe ich das Ganze? Ich habe ja jetzt gerade so eine Art "Entwicklung" der Professionalität beschrieben. Und ich bin jetzt "zufällig" über eine Stufe gestolpert, die ich nicht erwartet habe. Vor allem in einem Spiel, dass eigentlich soweit ich weiss nicht mal ein Turniersystem hat!
Aber kurz nochmal zu dieser Entwicklung:
Am Anfang waren es hauptsächlich einzelne Spieler, die auf "Professioneller" Ebene angekommen sind (Starcraft/Warcraft).
Danach kamen die ersten Teams. Vor allem Counter-Strike war sehr früh dabei, aber auch erwähntes LoL oder DotA. Interessanterweise sind all diese Spiele 5-gegen-5, also 5er Teams. Aber es gibt auch ähnliche Größen in anderen Spielen. z.B. Overwatch ist 6v6 oder Battlefield ... ok, die haben etliche Teamgrößen von 4v4 bis 16v16.
Und 16 für ein Team sieht schonmal verdammt groß aus! Aber das erwähnte Spiel wird noch größer! Hier sind über 20 Leute beteiligt! ... und eigentlich ist es "zum Glück" so, denn zu Zeiten als ich dieses Spiel noch gespielt habe wären es 40 gewesen!

Worum geht es also?
World of Warcraft
Wer es nicht kennt: Es ist ein sogenanntes MMORPG. Es ist also ein Rollenspiel. Man erstellt also einen Charkter und spielt nur Online und auf Servern mit anderen Leuten. Alleine/Offline geht nicht. Man levelt halt seinen Charakter, sammelt mehr Ausrüstung und Gegenstände und jo... das wäre es so ungefähr :)
Wer WoW - so wie ich - irgendwann mal gespielt hat und nicht mehr so wirklich drin ist, wird jetzt sagen: "Ahja, da gibt es ja PvP (Player gegen Player). Da werden die sich also jetzt gezielt und organisiert Treffen!" ... naja, vielleicht, keine Ahnung. "Anno dazumal" kann ich mich tatsächlich an PvP-Turniere erinnern. Die waren allerdings 3v3! Nix mit 20! Und ich hatte ja auch noch "veraltet" 40 erwähnt. Was macht man mit so vielen Leuten? Genau: Schlachtzüge/Raids!
Was ist das? Nun, wie gesagt ist es ein Rollenspiel. Also gibt es Monster, die besiegt werden müssen. Und von Anfang an war das sogenannte "Endgame" - also für Charaktere, die das höchste mögliche Charakterlevel erreicht haben - das "raiden". Alle "speziellen Dungeons" waren/sind in WoW durch ein Portal erreichbar, dass eine "einzigartige" Instanz für die eigene Gruppe erstellt. Während man sich in der "Oberwelt" mit anderen Spielern um Gegner "streiten" muss, sind diese Instanzen immer auf die Gruppe zugeschnitten und niemand nimmt was weg. Und die "Raids" waren die größten Dungeons mit mächtigen Gegnern, die nicht sehr leicht zu knacken sind/waren und man aber dafür die besten Ausrüstungsgegenstände im Spiel finden konnte. Wer sich also bestens ausstatten wollte, musste also in diese Raids. (später wurden auch gute Belohnungen für PvP eingeführt, aber das nur am Rande). Am Anfang, wie gesagt, mit 40 Leuten! Und von Anfang an waren diese 40 nicht deshalb so viele, weil die Gegner so viel Lebenspunkte hatten - also ja, das auch - sondern weil sehr viel Taktik und Rafinesse gefragt waren, um die Gegner zu besiegen. Zusätzliche Gegner, die erscheinen; ein zerstörischer Laserstrahl, dem alle Ausweichen müssen; etc. Einfach rein und auf den Gegner hauen war/ist nicht!
Wie mit dem 40-20 erwähnt, hat sich da einiges getan. Anscheinend ist irgendwem aufgefallen, dass 40 Leute einfach zu viel ist. Man hat sich auf 20 "geeinigt". Und inzwischen ist es auch nicht so, dass alle Raid-Dungeons gleich sind, sondern man kann auch noch eine Schwierigkeitsstufe wählen. Natürlich gibt es die erwähnte, beste Ausrüstung nur auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad; genannt "Mythic". Die Idee ist, dass man sich da "hocharbeitet", sich mit besserer Ausrüstung versorgt und dann zur nächsten Stufe übergeht. Zudem soll für Topteams auch eine Herausforderung gegeben sein. Was jetzt endlich zum Punkt führt, was ich hier erzählen möchte. Und zwar hab ich so mit halbem Ohr mitbekommen, dass bei neuen Spiel-Erweiterungen und neuen Raids es einen "Race to World First" (RWF) gibt. Die Topteams auf verschiedenen WoW-Servern versuchen dabei die erste Gilde zu werden, die einen neuen Mythic-Dungeon erfolgreich besiegen. Wie gesagt: Hab das so halber mitbekommen. Doch warumauchimmer hab ich diesesmal - zum neuen Raid Sepulcher of the First Ones - mal nen zweites Ohr und beide Augen reingeworfen und verfolge das. Und es ist faszinierend! Nicht direkt, wie die Gilden andauernd an einem Boss sterben, sondern wie Professionell das vorgeht!
ich hatte ja die Teamgrößen angesprochen. Hier sieht man ein Bild wie so eine Bühne aussieht, wenn zwei DotA2 Teams (5v5) gegeneinander antreten. Links und Rechts sitzen die in ihren Kabinen. So, nun wie sieht das aus für so WoW-Teams, die 20 Leute sind? bzw. noch mehr! Es haben sich Raidleader etabliert, die "zuschauen" und Anweisungen geben. Und je nach Boss-Gegner kann es sein, dass ein paar Teammitglieder ausgetauscht werden (braucht man mehr Heiler oder eher Leute, die Schaden machen?). Ich dachte ja, das ist so wie "damals" bei mir, dass man sich halt Online einlogged und dann halt raided. Nicht so! All die Topteams treffen sich an einem Ort; hauptsächlich irgendwelchen Locations, die bekannt für LAN-Partys und ähnliches sind. Hier kann man nachlesen wie sich das Team "Team Liquid" da vorbereitet:

Throughout the race, Liquid will host its roster of 20-plus raiders at the Helix Esports gaming center in Foxborough, Massachusetts, while a broadcast team of 11 on-air personalities from across the WoW scene will provide nearly constant coverage of the race.


Was nicht erwähnt wird, ist natürlich alles drumherum. Die Leute müssen irgendwo Schlafen, es gibt ein eine Essensversorgung, also Köche etc. ... das ist schon sehr krass für so ein großes Team und kostet ordentlich Geld! Was vielleicht zu einem sehr interessantem Punkt in der ganzen Sache führt: Ja, es messen sich verschiedene Teams über den ganzen Globus auf dem Weg "die Ersten" zu sein. ... Aber: Das war es auch! Es gibt so direkt eigentlich gar nichts für diese Leistung! Es ist die Ehre! Es wird gestreamt und damit Geld eingenommen, Sponsoren sind dabei etc. Aber Preisgeld gibt es nicht. Entsprechend unglaublich faszinierend, was da für ein Aufwand getrieben wird! Vielleicht ist es das, weshalb ich das irgendwie amüsiert begleite. Wegen was anderem - also den Raid verfolgen - kann es nicht sein! Denn wenn bei Liquid im Livestream drei Mädels casten und sich über Schminke unterhalten, weil aktuell nicht wirklich was passiert ... aber irgendwie alle im Livechat kein Problem damit haben... dann ist irgendwas verdammt richtig oder verdammt falsch ;)
Aktuell ist die erste Woche rum ... was? ja, nee, die treffen sich nicht nur 2-3 Tage in dieser Location! Das geht ab! Fragt mich nicht, wie diese Leute ihr Geld verdienen; vermutlich eben mit hier spielen, Sponsoren und Streaming-Einnahmen. Auf jeden Fall gab es schon ordentlich Zwischenfreude. Aber bin gespannt, wer das Rennen macht! Vielleicht mache ich hier dann nen Update rein! Wird wohl noch etwas dauern! Wer mitfiebern will, die wohl beste Übersicht über Entwicklungen und Links zu Livestreams findet man beim bereits direkt verlinkten https://raider.io/.
Wünsche viel Spaß!

 

14.03.2022 15:16 Uhr   #244
War mal wieder von der Arbeit unterwegs und hab mich Abends beim Essen mit nem Kollegen warumauchimmer über Fernsehen unterhalten. Und er meinte, dass unsere Öffentlich-Rechtlichen Kanäle besser als die Privaten sind. Ich dagegen meinte, dass zwar in den Privaten unglaublich viel Müll existiert, aber auch sehr viel besseres als in den ÖRs. Also so ne höhere Bandbreite; tiefere Tiefen und höhere Höhen. ÖR sind eher "stabil" und halbwegs Mittelmäßig. Klar haben die tolle Dokus oder Filme produziert. Aber irgendwie in Richtung von "regelmäßigen Sendungen" nichts. Tatort vielleicht noch. Aber prinzipiell ist auch nur ne nette Serie. Aber ein "Highlight" ist es nicht.
Im Privaten Fernsehen dagegen sind/waren sehr geniale Sendungen! Meine Erwähnungen waren z.B. RTL Samstag Nacht oder die Harald Schmidt Show. Geniale, unterhaltsame Sendungung, die heutzutage immernoch Kult sind! Auch Stefan Raab und sein TV Total wurde hervorgehoben (jetzt haben wir schonmal RTL, Sat1 und Pro7 abgehandelt ;)) und mein Kollege erwähnte auch noch 7 Tage, 7 Köpfe als eine Serie, die sehr beliebt war; er aber gar nicht toll fand.
Ob das jetzt alles tolles Sendungen sind/waren oder wie man das einschätzt ist wohl sehr Subjektiv. Aber darum soll es jetzt hier nicht gehen. Sondern mir ist was bei all dem aufgefallen, worüber ich hier schreiben möchte.

Zuersteinmal einfach mal die "Erkenntnis", dass all diese erwähnten Sendungen eigentlich "geklaut" sind und zwar von älteren Sendungen, hauptsächlich aus den USA und England.

RTL Samstag Nacht? Natürlich Saturday Night Live (SNL).
Harald Schmidt Show? Eine der etlichen Late Night Talks in den USA.
TV Total? Hm, vielleicht nicht ganz aber im Prinzip America's Funniest Home Videos
7 Tage, 7 Köpfe? Eine der vielen Panel-Shows aus England.

Das einzige, was mir einfällt das wir in Deutschland an Fernseh-Sendungen sozusagen "erfunden" haben, ist das ebenso erwähnte Tatort! Oder allgemein "Krimi-Film-Serien". Natürlich groß geworden mit den Edgar Wallace Filmen. Ja, das ist eine Deutsche(+Dänische) Produktion und kam im Prinzip nicht aus Britannien, wo der Schriftsteller Edgar Wallace herkam.
Und das hat mich zum überlegen gebracht! Denn irgendwie gibt es "spezielle" Sendungen, die prinzipiell mit einem Land verbunden werden und da auch mega-beliebt und verbreitet sind!
Oben erwähnt das es etliche Late Night Talks in den USA gibt! Um nur einige zu nennen: The Tonight Show, Late Night, Last Week Tonight, Last Call, ...
Oder auch nichts genannt hab ich für Panel Shows in England, also hier welche: QI, The Big Fat Quiz of the Year, Have I Got News for You, 8 Out of 10 Cats, ...
Die Late Night Talks sind vermutlich in Deutschland zumindest vom Namen bekannter, als die Panel Shows in England, aber wenn ihr Zeit habt, schaut mal auf YouTube! Englische Panel Shows sind unglaublich lustig! :)
Auf jeden Fall: In Deutschland wären das eben tatsächlich die ganzen Krimiserien! Tatort schon erwähnt, ansonsten: Großstadtrevier, Der Kommissar und das Meer, die Ostfrieslandkrimis, Die Rosenheim-Cops, Polizeiruf 110, ...
Interessanterweise sind fast alle bekannteren/größeren Krimiserien in Deutschland in den ÖRs beheimatet! Die einzige mir (als nicht-Fernsehbesitzender) bekannte Serie in den Privaten ist laut dieser Liste wohl Alarm für Cobra 11. Vielleicht sagen sich ja die Privaten: "Wir wollen ja eben kein ÖR sein, also müssen wir auch andere Dinge machen!" und deshalb wird nicht sehr versucht, die ÖR-Krimi-Hohheit anzugreifen!

Der "tiefere Sinn" all dieser Aufstellung ist jetzt aber: Warum?
Also warum sind USA->Late-Night Talk, UK->Panel Shows, DE->Krimis (und möglicherweise kann man für andere Länder - in denen ich mich nicht auskenne - ähnliches finden)
Ist das halt, weil die irgendwie sehr früh angefangen haben? Und hat so Erfolg gehabt, dass sie so oft "kopiert" wurden mit neuen Twists und Ideen? Komisch eigentlich, dass das funktioniert hat. Im Videospielbereich werden die unzähligen Aufgüsse von Spielen eher negativ gesehen. Warum das beim x-ten "Münster-Tatort" nicht so ist... komisch! Aber es ist tatsächlich so, dass trotz dieser Menge an "Auswahl" die entsprechenden Shows richtig gut sind! Und irgendwie können andere Länder die entsprechenden Genres nicht soooo dolle! Erwähntes "7 Tage, 7 Köpfe"? Hab ich früher bisle geguckt. War ganz unterhaltsam. Aber damn, wenn ich so eine Englische-Show anschaue schmeiss ich mich einfach weg! Völlig anderes Level!
Harald Schmidt zu seinen besten Zeiten war tatsächlich auf einen hohen Level und konnte da mit US-Sendungen mithalten. Aber existiert bekanntermaßen nicht mehr und war eher eine seltene Ausnahmeerscheinung. In Amerika produzieren die herausragendes Level am laufenden Band! Auch hier kein Mithalten.
Krimis ... interessanterweise kenne ich aus dem Ausland eigentlich keine Serien, die auf dem "Level" von z.B. Tatort arbeitet. Also so "eigenständige Folgen". Meist ist das international eher eine fortlaufende Geschichte. So komplett abgeschlossene Folgen sind selten. Und vor allem hat gerade in den USA heutzutage alles einen "Behördeneinschlag", also sowas wie NCIS auf Armee/Militärebene. Reine Serien, wo ein paar Polizisten Polizeiarbeit leisten? Eher unbekannt. Einzige, was mir halbwegs einfällt ist vielleicht Castle. Vielleicht kenn ich entsprechende Serien auch einfach nicht, weil nur wenige sich der "Konkurrenz" in Deutschland stellen wollen bzw. irgendwelche Filmverleiher hier guten Verdienst sehen.

Auf jeden Fall finde ich es spannend, das genauer zu betrachten. Und das ohne Fernseher ;)

 

28.02.2022 08:00 Uhr   #243
Gerade überschlagen sich ja in der Ukraine die Ereignisse. Überall liest man "Krieg in Europa" und auch "Wie konnte es dazu kommen?"
Nun, zu zweitem wollte ich doch mal eine "persönliche Analyse" machen. Vermutlich bekomme ich danach böse Briefe als "Putin-Versteher" (haha, natürlich nicht; wer liest schon meinen Blog?). Aber who cares?
Um das zu verstehen möchte ich auf zwei "Gruppen" hinweisen, die aktuell herumtwittern (da suche ich erst gar nichts zum verlinken...). Die eine Gruppe ist "Ha, hab ich doch immer gesagt, dass Putin böse ist!" und "Das hätte ich niemals gedacht, dass der das macht..." und ich finde beide Gruppen sind Schuld!
Also das klingt jetzt etwas "abstrakt", wie diese Leute jetzt dafür zuständig sind. Zur Erklärung müssen wir "weit" zurück gehen in der Zeit. Zu der Zeit, als Putin zum ersten Mal zum Präsident von Russland gewählt wurde. Und zwar ging es in Russland ähnlich zu, wie in Ostdeutschland. Was ich damit meine, lasst euch das gerne von älteren Ostdeutschen, die die Wende miterlebt haben, erklären! Aber prinzipiell meine ich, dass nach dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhang Firmen und Ländereien im Osten von Westlichen "Investoren" aufgekauft wurden und da ziemliche Ernüchterung herrschte. Man dachte es geht nun aufwärts (sie wissen schon, Blühende Landschaften), aber so wirklich war das nicht so! Und in Russland ging es ähnlich zu. Aber gerade Putin hat da einiges wieder "geradegerückt" und auch viele Oligarchen, die in den 90ern zu großem Reichtum gekommen sind, ziemlich angegangen. Etliche haben Russland verlassen. Gründe wurden möglicherweise vorgeschoben, aber hauptsächlich ging es um "Westliche Beeinflussung". Vielleicht kommt das bekannt vor in Richtung aktuelleren Ereignissen. Es ist da schon fast "lustig": Erwähnter Medienmagnat, der aus Russland geflüchtet ist, war mit sechs anderen Oligarchen als die "Semibankirowschtschina" bekannt und haben in den Präsidentschaftswahlen 1996 Jelzin unterstützt, weil die Kommunistische Parte erstarkt ist. Ja, auch nach dem Wende waren/sind die Kommunisten die Bösen, die gestoppt werden müssen! Das "lustige" nun, dass Jelzin persönlich Putin als Nachfolger vorgeschlagen hatte ... dieser aber tatsächlich die Kommunistische Vergangenheit von Russland/Sowjetunion in Erinnerung behalten wollte! Entsprechend kann man jetzt "Verschwörungstheorien" aufstellen, dass die "Probleme" mit Russland eigentlich immernoch mit dem alten Vorwurf der "Roten Horden" zusammenhängen.
Was vielleicht endlich wieder zum Thema führt; war etwas abgelenkt... ;) Auf jeden Fall war Putin ansonsten auch noch auf "Tour" im Westen und wollte mit den Ländern mehr zusammenarbeiten. Legendär hierbei unter anderem seine Rede auf Deutsch(!) im Deutschen Bundestag 2001! Lest euch das mal durch, so als "Hausaufgabe"! Im "Windschatten" hier war auch 9/11 und das gemeinsame Vorgehen gegen Terrorismus und Religösen Fundamentalismus ein großes Thema. Weil ich "Hausaufgabe" schrieb, weiterhin eine Analyse, ob denn irgendwas passiert ist; also wie sich da die Zusammenarbeit mit dem "Westen" und Russland entwickelt hat? Falls euer Ergebnis mit "naja..." anfängt, seid ihr Richtig!
Dazu aber nochmal etwas weiter zurück in der Geschichte. Etwas, was ich tatsächlich noch nicht wusste, kam jetzt in den aktuellen Geschehnissen auf. Putin wollte im Jahr 2000 mit Russland der NATO beitreten! In diesem Text kommen aber noch zwei sehr interessante Dinge vor:
Zum einen wird erwähnt, dass Putin da relativ direkt und "großspurig" auftritt
Well, we’re not standing in line with a lot of countries that don’t matter.
Bestimmt haben schon so einige gehört, dass Russland ein sehr stolzes Land ist und ein sehr stolzes Volk. Das geht gar nicht mal direkt in Nationalismus, aber durchaus auch. Auf jeden Fall ist Putin da auch dabei und zeigt gerne Stärke (wir erinnern uns an die lustigen Bilder von ihm oben ohne auf einem Pferd und anderen). Entsprechend will er behandelt werden, was man hier sieht. Prinzipiell ist das auch gut, wenn man weiss wo man ist und was man wert ist; man kann aber auch über das Ziel hinaus schiessen! Und ich kann das jetzt schwierig prüfen, wie oft Putin in Verhandlungen war und er dachte, man geht mit ihm wie mit einem "Kind" um und nicht mit einem Präsidenten eines riesigen Landes mit großen Rohstoffvorkommen und, ja auch, großer Militärmacht. Ob berechtigt oder nicht. Manchmal in neuerer Zeit komme ich aber auch "von außen" zu dem Schluß, dass da was dran sein kann. Letztlich kam es in den letzten Jahren sehr oft vor, wo Russland/Putin etwas kritisiert hat und "wir im Westen" haben da nur "red du nur" gesagt und ihn ignoriert. Speziell natürlich auch mit der NATO-Osterweiterung.
Was zum zweiten Punkt in dem Text der BBC führt. Und zwar wurde nach 9/11 der NATO-Verteidigungsfall ausgerufen. Der NATO-Generalsekräter hier aus dem Text gibt direkt zu:
[it was]designed for an attack by the Soviet Union across the Fulda Gap in Germany
Ja, die NATO ist ein Bündnis gegen die Sowjetunion. Das ist der Feind! Und heute der "natürliche Nachfolger" ist Russland (wobei das aktuell die Ukrainie nicht "glaubt" ;)). Da kann die NATO noch so viel erzählen, es geht um "Demokratie"! Wer glaubt, die NATO ist heutzutage nicht gegen Russland gerichtet, glaubt wohl an den Mann im Mond (Osterhase ist zu abgedroschen). Entsprechend ungehalten war über die Jahre Russland bei jeder weiteren Runde an neuen "Ostblockstaaten", die der NATO beitraten. Und ja, ich glaube ernsthaft dass Putin tatsächlich in seiner frühen Zeit einfach rein die Verhältnisse zu seinen Nachbarstaaten verbessern wollte. Aber da kam dann sozusagen immer zurück, dass die Angst haben, von Russland wieder eingenommen zu werden. Deshalb wurde alles mit Samthandschuhen angefasst und - vielleicht eben wegen der "Polternden Art" von wegen "ich bin so groß und toll" eher zurück gesteckt und sich lieber mit "dem Westen eingelassen". Das wäre gar nicht so schlimm, wenn Russland da auch vernünftig "mitmischen" dürfte. Aber außer das die Öl und Gas nach Westen liefern, Russland bleibt stehts auf Abstand ... und zwar nicht direkt wegen Russland, sondern weil "wir" jede Hand ausgeschlagen haben! Vermutlich kommen jetzt "alle", dass die russischen Vorstellungen doch alle Blödsinn waren und man nie im Leben hätte machen können ... schonmal was von "Kompromiss" gehört? So, wie ich das meisten aktuell und den letzten Wochen gehört habe, gab es anscheinend nur "nein" und nichts dazwischen! Und die letzten Jahre waren auch nicht besser. Aber hier hat Russland halt einiges geschluckt.
Was zum Anfang des Textes führt. Die "hab ich schon immer gesagt" Gruppe sind eben diese "Russlandfeinde", die jeglichen Versuch, dass man mit Russland mehr zusammenarbeit immer abschmettert. Die haben verhindert, dass Russland in engeren Kontakt mit "dem Westen" kam und sich da vielleicht tatsächlich hätte anpassen müssen. So konnten die etwas "freier" herumwursteln. Und die Gruppe der "Das hätt ich niemals gedacht" haben wir als "Beobachter" von außen. Ja, die letzten Jahre wurde Russland immer abgekanzelt und es wurde gegrummelt, passiert ist aber relativ wenig. Und jetzt hat es gekracht und alle sind völlig verwundert! "Der Krug geht nur solange zum Brunnen, bis er bricht!" Viele dachten anscheinend, wenn Putin 100.000 Soldaten rund um die Ukraine auflaufen lässt, ist das nur ein besseres "Grummeln" und der wird - wie die Jahre zuvor - nix machen. Tja, falsch gedacht! Ganz ehrlich. Für mich hat er damit eine sehr dicke Rote Linie in den Boden gepinselt. Also musste man ihn ernst nehmen. Und dann kommen Europäische Länderchefs, wie Macron und Scholz zu Putin ... und lassen sich nichtmal von russischen Ärzten auf Corona testen! Grund? Angeblich Zeitmangel oder "Furcht vor DNA-Klau". Entschuldigung!? Da will man mit einem Staatspräsidenten reden, um ihn davon abzuhalten einen Krieg anzufangen und hat Angst vor einem Stäbchen in der Nase!? Was soll _das_ denn für einen Eindruck beim Gegenüber hinterlassen, wenn man ihm nichtmal die paar Zentimeter in der Nase über den Weg traut? Da ist es doch mit jeglicher Verhandlungsbasis bereits vorbei! Kein Wunder, dass das nicht viel geholfen hat.
Und die ganze NATO-Westlich-Geschichte für die Ukraine ... also wenn ich in einer Nachbarschaft wohne und ein Nachbar beschwert sich jedesmal, wenn einer im Sommer den Grill anschmeisst über den Rauch und das man das gefälligst zu unterlassen habe. Dann kann ich natürlich den als "Spiesser" abtun und so. Aber muss ich dann auch mit Grillen anfangen, wenn ich eigentlich gesehen habe, dass er mit jedem weiteren Griller "hysterischer" wurde? Wer weiss, was "mich" dann erwartet? Die einfachste Methode, den Zorn des Grillfeindes zu entgehen ist: Nicht zu grillen! Entgeht mir was? Ja, ein gutes Steak. Aber ist es das Wert? Was? Das kann man mit einem NATO-Beitritt nicht vergleichen? Achso... ja, was hilft denn der NATO-Beitritt? ... aha, hm, achso! "Schutz vor Russland" ... öhm ja, da beisst sich die Katze in den Schwanz: "Die NATO schützt einen vor Russland und Russland mag mich gleich um einiges weniger, wenn ich der NATO beitrete" und was mit "Ankündigungen" wie in der Ukraine passiert sieht man ja direkt.
Habt ihr sonst noch Vorteile der NATO? Ah, cool! Man soll mindestens 2% seines BIP in Rüstung investieren, wenn man in der NATO ist! Na _das_ ist doch ein Friedens- und Demokratieverein! Super!
Was übrigens zu so Flachpfeifen wie den Merz führt, die meinen das ist ein "Angriff auf die Demokratie". Ehrlich: Putin isses ziemlich egal wie Demokratisch seine Nachbarländer sind. Hauptsächlich will er, dass Russland auf Augenhöhe begegnet wird und das keine Militärbasen und Truppen, die explizit gegen ihn/Russland gerichtet sind, da die Kanonen auf ihn richten. DAS ist ihm wichtig! Wie autokratisch oder nicht ein Präsident im Nachbarland "gewählt" ist, ist ihm ziemlich gleich! Klingt natürlich nur sehr viel besser, wenn man da "Demokratie" vorschiebt und halt nicht ein einziges Mal den Russen entgegen kommt, sondern so weiter macht, wie immer...
Man hätte die NATO mit dem Ende des Eisernen Vorhangs einfach beeerdigen sollen. Ich glaube, wir wären hier in Europe deutliche friedlicher und besser verbunden unterwegs! Da werden mir viele widersprechen und letztlich kann man die Geschichte nicht ändern.

So, keine Ahnung, ob ihr jetzt auch zum "Putin-Versteher" geworden seid oder nicht. Letztlich geht es mir auch nur um das "Verstehen"; etwas ganz anderes ist "Verständnis"! Falls sich jemand aufregt also sollte die Person den Unterschied kennen, bevor ich böse Emails bekomme! Denn ich finde Gewaltanwendung eigentlich generell Falsch! Es gibt für mich auch keine "Gruppierungen", die Gewalt verdient hätten. Selbst wenn das Gewalttätige Leute sind. Ja, das ist die Herausforderung "der Guten", sich nicht auf die Ebene "der Bösen" herab zu lassen. Das mag manchmal schwer sein, aber wenigstens hat man den "moral high-ground" für sich! Den verliert man, wenn man sich darauf einlässt! Wie heisst es so schön: "Mit dummen Leuten kann man nicht diskutieren. Sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich dort mit ihrer Erfahrung". Das gilt auch für Gewalt!

 

04.02.2022 18:11 Uhr   #242
Ich habe ja hier auf meiner Seite ein paar Nachrufe an gestorbene Musiker geschrieben. Etwas verspätet muss ich jetzt noch einen bringen, auch wenn der vielleicht auf den ersten Blick etwas komisch ist, denn eigentlich macht er nicht "meine" Musik!

Es war schon im Dezember 2021, da ist John Miles von uns gegangen. Falls ihr genauso wie ich echt schlecht mit Interpreten seid, glaubt mir, wenn ihr auch nur ein wenig Musik hört kennt ihr mindestens ein Lied von ihm:
MUSIC
Ja, dieser einfache Titel für ein Lied ist wohl mit eines der bekanntesten Songs der Welt!

John Miles auf dieses Lied zu reduzieren zu wollen ist möglich, wird ihm aber nicht gerecht. Er wurde auch ansonsten in der Musikszene hoch angesehen für sein Instrumentalkönnen, Gesang und einfach Qualität. Nicht umsonst tourte er mit Joe Cocker, Tina Turner, den Rolling Stones, Elton John, und vielen weiteren Weltstars.
Er war auch ein Fan von Musiktheater und schrieb die Musik für mehrere Musicals.
Und natürlich unvergessen all seine Auftritte bei Night of the Proms. Der Belgische Moderator für diese Konzertreihe Carl Huybrechts bemerkte zu Johns' Tod Ich habe tausend Mal "Music" von ihm gehört, jedes Mal bekam ich eine Gänsehaut. Was wieder nach oben führt.
Denn trotz allem ist es halt dieser Song, den John in den Legendenstatus erhoben hat und ich ihn auch auf meiner Webseite verewigen möchte - nicht das er meine schlechte Seite dafür brauchen würde.

Music was my first love
and it will be my last


Mit all meinen Fotos von Konzerten und Berichten sollte klar sein, dass ich das nur bestätigen kann!

Music of the future
And music of the past


Gut, manche Musik aktuell möchte ich in Zukunft nicht so hören ;) aber ich glaube es gibt noch genug tolle Musik zu entdecken!

To live without my music
Would be impossible to do
In this world of troubles
My music pulls me through


Das "my" klingt erstmal sehr persönlich und für die Musik, die John kreiert hat, aber ich glaube er meint damit die Musik im Allgemeinen, die einen anzieht und mit Leben erfüllt und der man folgt! Denn diese kann einen in schweren Zeiten helfen!
Interessanterweise gibt es ja gerade in "meinem" Metal-Bereich viele Leute, die meinen die Musik hat ihnen geholfen. Und wenn es einfach nur mal war, seine innere Wut in Form von Musik auszudrücken und damit ein Ventil zu geben, bevor man "explodiert"! Das ist etwas tolles!

Nun ist John also von uns gegangen! Aber er hat eine Hymne hinterlassen, die mir - und vielen weiteren Menschen - auch in 50+ Jahren noch ein Lächeln auf das Gesicht zaubern wird! Music of the Future!

Ich glaube, ich muss mir ein Ticket für Night of the Proms in Frankfurt kaufen! Und mal schauen, wie die das "Problem" lösen, dieses Lied zu spielen. Denn ohne "Music" ist diese Konzertreihe nicht die Selbe!



 

17.01.2022 11:13 Uhr   #241
Bei Scott Alexander (Blogger von SlateStarCodex bzw. inzwischen AstralCodexTen; mit die brilliantesten und besten Artikel im gesamten Internet!) gibt es zweimal die Woche einen "Open Thread". Hier erwähnt er nur einzelne Dinge und Hinweise auf gute Diskussionen, ansonsten sind diese Beiträge für die Kommentatoren unten drunter gedacht. Man kann "Werbung" für seinen eigenen Blog machen, Themen und Diskussionen anstossen und allgemein sich austauschen. Normalerweise ignoriere ich die ziemlich; wenn was tolles dabei ist, wird Scott schon einen neuen Beitrag schreiben, der darauf hinweist. "Outsourcing" also :P
Aber nun bin ich beim kurzen Scrollen in die Kommentare über eine "Frage" gestolpert, wo ich mir warumauchimmer mal Gedanken gemacht habe und auch eine Idee habe, warum dem so ist!
Und zwar fragt ein Kommentator - etwas komisch, als wenn das schonmal aufkam... vielleicht hat er als "Basis" diesen Artikel - warum Männer sich eigentlich inzwischen (also früher war es anders, er erwähnt Zeiten und vermutlich die Geschichten von Shakespear) so "langeweilig ankleiden" und keine Emotionen zeigen (sollen). Und wenn Männer das tun das "normalerweise" Homosexuelle sind. Also wollen wir das doch mal genauer anschauen. Habe wie gesagt eine Idee!
Meine "Erklärung" wäre:
Wegen dem Abstieg und geradezu "Auflösung" der Aristokratie!

Mal ehrlich: Wenn man "alte" Bilder sieht und wie toll die eingekleidet sind, dann sind das Bilder von reichen Leuten, Adligen. Wer denkt bei sowas nicht an Ludwig den 14.? Hatte der nicht irgendwie 10 Leute, die ihn jeden Morgen in seine Seidenhosen gesteckt und eingepudert haben? So sahen vermutlich die Bauern auf dem Feld nicht aus! Die haben Klamotten gehabt, die diese Arbeit aushalten und wenn sie dreckig waren auf einem harten Stein saubergerubbelt werden konnten (übertrieben gesagt). Da war nix von elegantem Einkleiden! Und auch Emotionen. Klar, da kann der Fürst ein dramatisches Stück anschauen und dann sein Samttüchlein aus dem Ärmel ziehen, mit dem er dann seine Tränen abtupft. Der erwähnte Bauer dagegen... wenn er die "Wahl" hat, traurig und heulend mit was wir heute "Depression" nennen im Bett zu bleiben oder raus auf sein Land zu gehen und zu beackern, damit seine Familie was zu Essen hat... was wird er wohl gemacht haben?
Entsprechend ist eigentlich schon die Ansicht, dass "früher haben Männer sich ganz bunt und toll gekleidet und haben große Emotionen gezeigt" eigentlich falsch. Es waren nur sehr wenige. Und - wie gesagt - als die Aristokratie dann unter die Guillotine gekommen ist, ist da viel mit "ausgestorben". Auch die Industrialisierung hat dann "einfache Leute" an hohe Positionen gebracht, die die Adligen normalerweise für sich selbst haben wollten. Da wurde dann gern "gelästert", dass diese "Neureichen" sich "falsch" kleiden und verhalten; weil sie halt aus einem anderen "Stand" kamen.

Aber diese falsche Grundannahme mal dahin. Wieso ist das alles bei Frauen oder Homosexuellen denn noch "aktiv"? Frauen aus der Arbeiterschicht hatten anno dazumal auch auf dem Feld zu helfen oder halt für den kompletten Haushalt zu sorgen. Das war kein Zuckerschlecken leben und prinzipiell waren das auch harte Knochen! Wer hat hier The Good Earth gelesen? Die Autorin hat dafür u.a. den Nobel-Preis der Literatur bekommen, also nicht unbedingt "unbekannter" Stoff. Auf jeden Fall ist hier O-Lan, als Ehefrau des "Hauptdarstellers", als zähe, hartarbeitende Frau beschrieben. Für die Geburt ihrer Kinder geht sie alleine in einen anderen Raum und mehr oder weniger 2h nach Geburt ist sie wieder am werkeln! Hart wie Kruppstahl die Frau! Warum ist also hier die Kleidung und Emotion trotzdem noch "aktiv". Nun, auch wieder einige Ideen bzw. Erweiterung der Theorie.
Denn, wenn der arme Mann nicht auf dem Feld arbeiten musste, musste er möglicherweise in den Krieg ziehen! Und man kann da als "Außenstehender" darüber lästern, dass in der Bundeswehr/Armee da so "Deppen" Befehle geben und all die komische Disziplin und im Gleichschritt marschieren etc. aber "leider" hat die Geschichte gezeigt, dass disziplinierte Armeen unglaublich großen Erfolg hatten! Das war schon zu Caesars Zeiten so, dass die römischen Legionen mit ihren dicht gestaffelten Reihen die "Barbarenvölker" besiegt haben. Wären diese genauso ungestoppt in die Äxte gerannt, hätten die nie Germanien erobert! Oder auch Napoleon mit seinen massiven Armeen, die im Gleichschritt auf den Gegner zuliefen, selbst über gestorbene Vorderleute hinweg und dadurch beim Gegner in den Verteidigungslinien Angst und Schrecken verbreitete. Was ja auch wieder zu den Emotionen führt.
Auf jeden Fall waren recht wenige Frauen in den Armeen. Die meistens Frauen "im Krieg" damals waren eher im Tross als Prostituierte! Was vielleicht auch der Grund ist, dass hier noch sehr viel mehr Kleidung relevant war. Denn, mal extrem gesagt, Frauen konnten sich (zumindest war die Hoffnung da) hochschlafen! Für Männer war diese Möglichkeit eher nicht gegeben. Und für sowas musste man natürlich hübsch und elegant gekleidet sein, dass man beim reiche(re)n Mann Eindruck macht! Speziell Emotionen verstecken waren da unnötig. Eher war dann herzergreifendes Anschmachten des Angebetenen, um zu zeigen wie sehr man ihn liebt! (ob das gefaked war, um ihn zu bekommen mal dahin gestellt :P) Und das hat sich mit dem Ende der Adelshäuser zwar gewandelt, war aber immernoch in gewisser weise vorhanden. Und das alles prägt natürlich!
Auf jeden Fall sind wir heutzutage in einer recht friedlichen Gesellschaft. Auch wenn das manchmal nicht so aussieht. Und selbst wenn man heutige kriegerische Auseinandersetzungen betrachtet, sieht man sich da eher weniger in die Augen, sondern drückt Knöpfe. So in gestaffelten Linien läuft heutzutage niemand mehr herum!

Wie passen die Schwulen da rein? Hm, eigentlich schwierig zu sagen. Homosexualität war im Mittelalter wohl nur "indirekt" überhaupt vorhanden. Da gab es genug Leute die da mit kleinen Jungs rumgemacht haben. Und vermutlich waren da etliche Schwule zugange. Aber hat niemand so laut ausgesprochen. In moderneren Zeiten, als die Homosexualität mehr "ans Licht" kam, waren das aber halt ein wenig die "Außgestossenen" und "Abartigen" die man am besten Heilen sollte. Wenn man so jemand ist/war dann kann man fröhlich die Schulter zucken und "machen, was man will" und musste nicht irgendwelchen gewachsenen "Standards" entsprechen. Vor allem Standards, die ja im "Zusammenspiel" von Mann-Frau gelten. Davon muss sich Mann-Mann ja nicht beeinflussen lassen.

Heute haben wir natürlich andere Zeiten und vieles davon ist nicht mehr relevant. Man kann lange darüber diskutieren, ob wir weiterhin eine Klassengesellschaft haben, bei der es halt nicht mehr um den Titel vor dem Namen geht, sondern die Zahl auf dem Bankkonto oder so. Aber es ist einiges sehr viel näher beisammen und so viele Friede Springer gibt es heutzutage auch nicht mehr. Als Standardoutfit für gehobene Personen hat sich Weltweit eigentlich der Anzug etabliert. Auch bei Frauen hält das Einzug; hier kann allerdings auch mal ein Rock zu sehen sein. Aber selbst in Afrika, wo eigentlich tatsächlich keine große Tradition der aufwendigen Kleider herrschte, hat man sich diesem "Regime" Unterworfen.
Aber zumindest bei Frauen reden wir hier hauptsächlich um hohe politische Ämter und repräsentative Gelegenheiten. Anders sieht es bei "sehen und gesehen werden" bei irgendwelchen Events mit üblichem roten Teppich. Hier wird es bei vielen Frauen sehr Bunt ... und bei Männern bleibt es beim Anzug. Ausnahmen gibt es natürlich immer und kommen zugegebenermaßen immer öfter vor. Wobei bei Männern tatsächlich Außerhalb solcher Events eher das "Casual" überwiegt. Steve Jobs ist ja wegen seinem Pulli mit Jeans bekannt geworden (und natürlich Apple)! Womit wir aber womöglich wieder bei den "komischen Leuten aus einem anderem Stand" sind - also die "Neureichen" - die das sich einfach erlauben und man auch nicht wirklich was dagegen sagen möchte und kann! Oder es gibt inzwischen einfach genug Leute, die gerne "Schlipsträger" sagen und ein Anzug eigentlich gar nicht mehr so den "Stand" oder "Reichtum" widergeben und eher in einer Gesellschaft, wo es auf Können ankommt eher als Zeichen gesehen wird, dass jemand sich mit Äußerlichkeiten präsentieren muss, weil sonst nix dahinter. Sozusagen die "Businessversion" von "Nix in der Hose, aber nen Porsche!". Einen Anzug tragen kann jeder. Auch Kleider hat jede Dame in irgendeiner Form. Vielleicht nicht die 10.000EUR Variante vom Lagerfeld, aber prinzipiell Kleid.

Aber egal. Ich weiss nicht, ob das alles jetzt die Erklärung für die Ursprungsfrage ist, aber meh. Man darf sich ja Gedanken machen. Sollte Soziologe werden... wobei, lieber nicht! Weil die denken ja meist, dass sie mit ihren Theorien recht haben!

 

04.01.2022 10:39 Uhr   #240
Eigentlich wollte ich gar nimmer über Corona schreiben. Wurde alles im Prinzip gesagt, die "Fronten" sind klar und man kann eh nix ändern, weil alles doof oder so...
Aber irgendwie jetzt zwei Sachen gelesen, die mich doch wieder dazu bewegen!

Zum einen einen Tweet, der zeigen soll, wie gut eine Booster-Impfung schützt gegenüber einer reinen Impfung. Speziell gegen Omikron, was ja aktuell aktiv ist.
Und ich muss zugeben, ich bin vermutlich verdammt Dumm, aber ich hab echt gebraucht, bis ich die Zahlen in den zwei Bildern kapiert habe!
z.B. die Ü60 Zahlen. Bild 1: 54.019 Infektionen, davon 35.494 die bereits geimpft waren. Ok, kapiert. Zweites Bild 21.245 Infektionen, davon 2720 geboostert ... was? Moment, ich dachte, über 54.000 Leute wurden in dem Zeitraum infiziert??
Vielleicht allen klar, aber ich hab echt gebraucht das in beiden Bildern die Ungeimpften mit den Geimpften bzw. Geboosterten Leuten zusammengezählt wurden und die "anderen" rausgerechnet!
...
Kann man machen, ist aber Scheisse! Wie wär denn eine Statistik:

Gesamte Infiziertenzahlen - 56.739
Davon Ungeimpft - 18.525
Davon Geimpft (ohne Booster) - 35.494
Davon Geboostert - 2720

Verständlich direkt und einfach darzustellen! Warum macht man das nicht? Wollte man extra Zahlen "anpassen"? Denn in diesen Bildern sind 65,7% Impfdurchbrüche bei Ungeboosterten 12,8% bei Geboosterten. Wenn man das auf die Gesamtzahlen machen würde wären das:

Gesamte Infiziertenzahlen - 100%
Davon Ungeimpft - 32,6%
Davon Geimpft (ohne Booster) - 62,5%
Davon Geboostert - 4,8%
(Achtung, Rundungsfehler!)

Für "normal" geimpft wären die Zahlen etwas besser, für Geboostert sogar relativ drastisch! Im Prinzip hätte man dadurch Boostern viel besser bewerben können!
Wobei das natürlich alles Milchmädchenrechnung ist. Denn all die Zahlen und Prozente betrachten ja nicht den - wiederum Prozentualen - Anteil der jeweiligen Gruppen in der Bevölkerung! Denn aktuell sind etwa 70% in Deutschland geimpft. Geboostert bin ich nicht sicher, wie die das rechnen (und zu faul zu prüfen), denn da wird von 30% geredet. Aber meinen die 30% von den Geimpften oder von allen? Denn 30% von 70% sind 21%! Aber was ich prinzipiell meine ist, am besten zu erklären, wenn wir mal Booster weglassen:
Also sagen wir mal 70% geimpft. Für ein vereinfachtes Rechnen machen wir das auf 1000 Personen. Das bedeutet 700 davon sind geimpft, 300 ungeimpft. Nun nehmen wir mal die Omikron Wand und rechnen mal mit imaginären, sehr hohen Infektionszahlen in imaginären Zeitraum. Sagen wir: 300 Leute werden infiziert. Und behaupten wir einfach mal, dass 50% davon ungeimpfte sind. In der Version der Bilder (bzw. meiner kleinen Anpassung und ohne Booster) sieht das so aus:

Gesamte Infiziertenzahlen - 300 - 100%
Davon Ungeimpft - 150 - 50%
Davon Geimpft - 150 - 50%

Schick oder? Nun, das Problem ist aber, dass wir ja eine ganz andere Ausgangszahl hatten! Wenn die Gruppen getrennt betrachtet werden haben wir:

Ungeimpft:
Gesamt - 300 - 100%
Infiziert - 150 - 50%

Geimpft:
Gesamt - 700- 100%
Infiziert - 150 - 21,4%

Huch! Plötzlich sieht das Impfen deutlich besser aus! Das ist übrigens der Fehler, den viele Impfgegner machen, wenn sie auf Zahlen zeigen "Schaut mal, wieviele Leute sich anstecken, obwohl sie geimpft sind!!!" Dabei können sich halt viel mehr geimpfte Leute anstecken, als ungeimpfte. Vor allem, wenn man bedenkt, dass diese 70% auf alle Deutschen Bürger bezogen ist. Also in den 100% stecken auch 4 Jährige, die einfach nicht geimpft sind! Bei über 18 Jährigen geht man daher von einer Quote von ca. 80% aus. Und in den gefährdeten Alter von Ü60 sogar noch mehr! Hier gibt es auch die meisten Impfdurchbrüche (s. die komische Statistik), weil ... naja ... eine ungeimpfte Person kann da schon fast gar nicht mehr infiziert werden. Noch mehr verdeutlicht wird das gerne mit dem Extrembeispiel, wenn man eine Gruppe hätte, in der alle - also 100% - geimpft sind. Wenn da eine beliebige Anzahl davon infiziert werden, dann sind 100% aller Infizierten geimpft gewesen! ... Aber es gab auch gar keine Chance jemand ungeimpftes zu erwischen!
Und von wegen, dass die über 60jährigen ja so viele Impfdurchbrüche haben ... ja, sorry das zu sagen, aber die sind Alt! Befragt mal Leute, die in Pflegeeinrichtungen arbeiten, wie das vor Corona war, woran die Leute im Heim gestorben sind!? Ich verrate es euch: Der Enkel mit Schnupfnase ist zu Besuch gekommen, hat den Opa angesteckt und bei dem ist es halt keine Schnupfnase geworden, sondern Lungenentzündung und leider kam er darüber nicht mehr hinweg. Leider werden unsere menschliche Körper mit dem Alter schwächer und reagieren nicht mehr so gut auf Krankheiten und auch Impfungen wirken nicht mehr sehr gut. Alles bekannt und nicht verwunderlich.

Aber weiter im Text bzw. was ich an dieser Statistik noch so doof finde. Zum einen wird nur auf "geimpft" geschaut. Das ist derzeit relativ abstrakt gesagt. Was ich meine: Impfstatus verliert man ja "noch" nicht. Diese Statistik schaut aber auf MW 47-50. Was MW ist, keine Ahnung; Meldewoche? Sowas wie Kalenderwoche? Auf jeden Fall etwas sehr spät im Jahr. Daher wäre interessant zu wissen von den Impfdurchbrüchen, wieviele von den Personen im Februar geimpft wurden und wieviele davon im September? Denn das ist ja auch schon lange bekannt, dass er Schutz nachlässt, weshalb "alle" jetzt zum Boostern rennen. Ich finde, das ist nicht ehrlich, wenn man das nicht betrachtet!
Zum anderen Fehlt mir da in der Liste eine Gruppe bzw. weiß nicht, wo die eingerechnet wird: Genesene! Die wurden illustrerweise schon lange als "Personen zweiter Klasse" gehandhabt, denn im Gegensatz zu obig erwähntem "Impfstatus läuft nicht aus" war das bei "Genesen" anders. Hier war nach 6 Monaten Schluß sich als Genesen in 2G "Schutzräume" einzuschleichen. Obwohl Studien dazu übereinstimmten, dass man mit einer Infektion besser und vermutlich länger geschützt ist, als geimpft! Ganz aktuell kommt auch eine Studie zum Ergebnis, dass selbst mit aktuellem Omikron der beste Schutz mit "Geimpft und dann Infiziert bzw. Genesen" ist! Weil der Körper dann sehr gut angepasst ist! Selbst unser Vorzeige-Virologe Christian Drostensieht hier das Ziel.

Was mich jetzt endlich zu ganz am Anfang erwähnten zweiten Sache bringt. Auch ein Tweet, diesesmal direkt aus dem Bundesministerium für Gesundheit. Hier wird genau dieser Punkt mit Genesen völlig weggeschmissen. "Was? Doppelt geimpft und dann Coronavirus eingefangen und jetzt wieder fit? Nope, gilt nicht als geboostert! Holen sie sich ihre nächste Spritze ab!"
Entsprechend entrüstet sind die Leute darunter auch. Vor allem in einer Zeit aktuell, wo an sehr vielen Orten die 2G+ Regelung - also Geimpft/Genesen[sic] und Schnelltest - gilt und das "Getestet" mit einer Boosterimpfung ignoriert werden darf! Aber Geimpft und dann Impfdurchbruch/Genesen lässt den Teststatus nicht ignorieren! Es macht es nicht besser, dass wir weiterhin Impfstoffe haben, die selbst auf die Corona-Delta-Variante schlecht reagieren und Omikron erst recht mies sind, ein Genesenenstatus eigentlich entsprechend weit höher einzustufen wäre! Oh, diese Studie der Virologin: Ja, da steht dass der Schutz 3 Monaten nach dem Booster sehr schlecht ist. Also sehr kurzfristig - also solange wie wir eigentlich gerade "Boosterhype" haben - ist es noch besser, nimmt dann aber ab. Da ist also kein Wunder für die obigen Statistiken, dass Geboostert da so gute Ergebnisse haben! Lasst das mal in 3 Monaten gucken, ob da die Boosterleute noch so gut wegkommen! Aber ach, da sollte man ja eh schon längst die 4. Spritze gehabt haben (und Genesen ist weiterhin unbedeutend). Ganz ehrlich: Ich brauche ein neues Wort. "Impfung" kann ich mit diesem "kurzfristigem, prophylaktischen Schutz" nicht mehr verbinden! Hat wer Ideen?

Immerhin arbeiten ja die Impfstoffhersteller an einer Anpassung ... endlich; Delta wurde ja anscheinend ignoriert, obwohl es da auch schon Impfeinbusen gab! Soll halt ein wenig Dauern. Vermutlich wird es April bis da alles durch ist. Und dann wird vermutlich noch das "alte Zeug" verimpft bis dahin. Und dann fragen mich die Leute, weshalb ich mit dem "Boostern" warte!? Vielleicht mag ich es mir vernünftige Mittel in den Arm schiessen zu lassen, anstatt nen sinnfreies Zeug. Und kommt mir nicht mit "Aber es hilft doch wenigstens ein wenig!". Jo, deshalb sind meine Kunden auf Arbeit auch immer so happy, wenn bei meinen Anlagen 50% aller Teile als "defekt" hinten rausfallen und ich meine, sie müssen ja nur ne zweite 8h Schicht arbeiten lassen, dann kommt am Ende die gewünschte Anzahl Gutteile raus! ... nein, das war ein Scherz; kein Kunde macht sowas! Warum sollte ich es also für mich selber akzeptieren? Und "Schadet doch auch nicht!" ist genauso blöde. Da können wir auch Anfangen uns das berühmte Wurmmittel reinzuhauen. Was? Das sind doch nur diese Querdenker-Idioten, die das machen? Jetzt komm, es ist ein bekanntes Mittel im menschlichen Einsatz (nein, es ist nicht nur für Pferde...) und hat gar nicht so viele Nebenwirkungen; schadet also nicht! Also lasst diese Sprüche!

Was machen wir da jetzt draus? Eigentlich nix! Hatte ich ja schon ganz am Anfang gemeint. Alles geklärt und alle Basen gebaut. Verhalte ich mich anders als vor nem Jahr? Nö. Hab ich mehr oder weniger Angst als vor nem Jahr? Nö. Bin ich weiterhin "Mit der Gesamtsituation unzufrieden"? Hell yeah!

 

Impressum