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Progressive Metal 04.06.2010 17:57 Uhr   #92
So, das neue Jahr beginnt mal wieder mit was neuem hier! Das ich Metal höre ist nichts neues, aber viele kennen sich da nicht aus. Da wird gerne gedacht, dass Metal nur Gegrunze und Lärm ist! Ich schliesse nicht aus, dass es auch sowas gibt, aber es gibt deutlich mehr Facetten, die ich nun mal vorstellen möchte.
Ja, ich möchte verschiedene Metal-Subgenres vorstellen! Das haben schon zig Tausende vor mir gemacht, aber ich ignoriere das alles und mache mir meine eigenen Gedanken. Ob die korrekt oder völliger Humbug sind, ist mir egal! Ich möchte einfach ein wenig Einblick geben!

Wir starten mit einer meiner Lieblingsrichtungen, dem Progressive Metal.

Man fragt sich vielleicht, warum ich keine "Standard-Richtung" des Metals (was ist das schon?) als "Erstwerk" benutze. Aber das ist leicht erklärt: Ich sage immer, ich höre nahezu jede Spielart des Metals. Und wenn es eine Genreübergreifende Richtung gibt, dann ist es Progressive Metal!
"Wie?" denkt ihr jetzt vielleicht "Ich dachte, Progressive Metal ist ein Subgenre und nicht was übergreifendes!?" Das ist nur halb korrekt, der Begriff ist doppeldeutig! Zum einen beschreibt er tatsächlich ein "eigenständiges" Subgenre, zum anderen wird damit "alles" in der Richtung beschrieben. Klingt verwirrend, aber daher schreibe ich ja hier :)
Also: Progressive Metal beschreibt - übergreifend - eine Metal Richtung die "Technisch anspruchsvoll" ist. Ich setze das in Anführungszeichen, dass nicht nur Technischer Anpsruch Zeichen von "Progressivität" ist. Im Allgemeinen bedeutet der Ausdruck, dass mit vielen Soli, Effekten, Taktwechseln etc. gearbeitet wird. Genaueres gleich, aber kurz müssen wir noch auf das Subgenre "Progressive Metal" kommen.

Dieses ist sehr angelehnt an den Heavy Metal und den Hard Rock. Aber, wie schon gesagt, sehr technisch anspruchsvoll. Da der Progressive Metal schon sehr früh, Anfang der 80er Jahre, aufkam hat er nicht so viele andere Wurzeln haben können :) Vor allem im Rock gab es ja schon einige sehr anspruchsvolle Bands. Auch Gitarrenvirtuosen, wie Van Halen usw., prägten die damalige Zeit mit ihrem aussergewöhnlichem Instrumentenkönnen. Da lag es nahe, dass wirklich gute Musiker, die sich "aber" (Metal galt damals als "asoziale" Musik für den "Abschaum der Gesellschaft" und wurde als vollkommen simpel bezeichnet) für Metal begeistern, in den Metal technischen Anspruch legten.
Die Kritiker hat das natürlich nicht sonderlich interessiert. Selbst heute noch sind da genug Vorurteile da. Ein sehr aktuelles Beispiel für solche Vorurteile war z.B. Cantus Buranus. Hier haben Corvus Corax (gut, das sind eigentlich keine Metalband, aber ein gutes Szenebeispiel) mit einem Symphonieorchester zusammen gearbeitet. Der Organist des Orchesters erwähnt in einem Interview, dass er erst Zweifel hatte, mit ein paar "Dudelsackquetschern" zusammen zu arbeiten. Erst, als die Band da war, sich "präsentiert" hat und die Musiker im Orchester merkten: "Hoppla! Das sind ja im Prinzip auch Profimusiker!" änderte sich das Ansehen radikal!
Aber ich schweife ab. Auf jeden Fall ist das "klassische" Subgenre Progressive Metal auf der Basis von Heavy Metal und wenn man von "Progressive Metal" redet, meint man im Normalfall auch dieses. Hier gibt es auch die meisten Vertreter dieser Stilart. Als Hauptvertreter der ganz frühen (auch aktuellen) Stunden und vermutlich die wohl prägenste Band für den ganzen Progressive Metal Bereich sind zweifellos Dream Theater! Somit habt ihr schonmal einen Hörtipp, aber ich möchte beim Genre verbleiben. Vielleicht stell ich die Band mal ein anderes Mal ausführlicher vor!

Musikalisch ging es dann erstmal weiter, dass die Technik auch in anderen Subgenres ankam. Wie sich aus dem Heavy Metal die anderen Genres entwickelt haben (manche mit durchaus anderen Einflüssen) hat sich auch das Progressive verbreitet. Wer genau als nächstes kam/ging/oder sowas möchte ich lieber nicht "raten". Die frühesten, die mir aber durch den Kopf gehen sind aber Opeth mit dem sogenannten "Extreme Progressive Metal[/url] und Death. Letztere verwundert vielleicht manche, denn Death sind ja eigentlich eher als "Erfinder" des Death Metals bekannt. Doch der frühe Death Metal war eigentlich ein "technisch anspruchsvoller Thrash Metal". Und so bezeichnen auch manche noch die Musik von Death: Technical Death Metal!
Womit wir auch bei den Bezeichnungen sind. Wohl weil Progressive Metal schon "vergeben" ist, werden technisch anspruchsvolle Metal-Subgenres teilweise mit anderen Begriffen bezeichnet. Also z.B. "Technical Death Metal" oder (wohl die seltenste Spielart des Progressive Metals) "Experimental Black Metal".
Interessanterweise ist erstere progressive Richtung gleich hinter Progressive Metal (also dem technisch anspruchsvollen Heavy Metal) die größte, progressive Richtung. Meine Lieblingsband in dieser Richtung, Lykathea Aflame, hab ich ja schonmal vorgestellt.

Gut, ich hab es ja kurz angerissen: Woran erkennt man denn nun, dass man Progressive Metal bzw. eine Metalrichtung mit progressiven Einflüssen vor sich hat?!
Erstes Zeichen sind Soli! Wenn die Lieder sehr viel Wert auf lange, ausdrucksvolle und intensive Soli werfen, kann das schon als progressiv betrachtet werden.
Zweites Zeichen sind die Effekte. Einspieler aus Film und Fernsehn oder eigene "Kompositionen", die Instrumente sind ein wenig verzerrt, Soundeffekte im Hintergrund, etc. sind ein weiteres Merkmal von progressivem Metal.
Drittes Zeichen sind Taktwechsel oder "gefühlte" Taktwechsel. Wenn des öfteren mal der Takt gewechselt wird, oder fast nur "Offbeat" gespielt wird ist dies ein weiteres wichtiges Zeichen.

So. Damit erkennt man progressiven Metal. Bemerken muss man natürlich, dass es da auch in allen Richtungen zur Sache gehen kann. Es gibt einige Bands, deren Lieder bestehen nur noch aus Soli, haben "Metalfremde Instrumente" im Einsatz, haben überall Effekte im Einsatz und einen Takt kann man schon lange nicht mehr raushören! Den "übelsten" Bands wird dann auch das Musikgenre "Jazzfusion" aufgedrückt. Derek Sherinian mit seinen Projekten ist da sehr gut dabei. Aber auch ein I Wrestled a Bear once hat jenseitige Effekte und Instrumentalteile.

Die Welt des Metals ist groß, doch überall stöbert das Progressive, Technische herum. Wer also neu für "Alles" ist, der sollte Progressive Metal hören, denn das ist bei "Alles" was es gibt dabei! Eine Spielart nicht für jeden, aber wer sie hört, der weiss was er an ihr hat: Spass, Neues, Verrücktes, Unergründliches, Geniales, Technisches! Hört halt mal rein!
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